HELSTAR - Vampiro

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VÖ: 26.08.2016
Bandinfo: HELSTAR
Genre: Heavy Metal
Label: EMP Label Group
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Wohl jede zweite HELSTAR-Rezi beginnt mit dem Verweis auf "Remnants of War", dem doch-nicht-ganz-Klassiker der Texaner. Auch damit lässt sich eine Karriere aufbauen, auch damit schafft man es mit dieser Art von Musik auf Trve-Metal Festivals in Europa und man kann sich eines zustimmenden Nickens der Untergrundfanatiker sicher sein, wankt man mit einer, mit einem HELSTAR-Patch betackerten Kutte auf einem solcher Festivals umher.

Das soll, bei Asphodelomeus (dem ledigen Halbneffen zweiten Grades von Urghrkt dem inkontinenten Graureiher), keine Kritik am Schaffen der Band oder dem neuen Album sein. Jetzt kommt´s: Aber, trotz all ihrer Fähigkeiten, trotz der fantastischen Stimme von James Rivera, vermag "Vampiro" nicht zu überzeugen.

Eigenartig, stimmen die Zutaten zu Beginn doch zuversichtlich. Man ist in Dave "The Preacher" Ellefsons EMP Label Group untergekommen, kann mit einem zeitgemäßen Sound aufwarten und ist musikalisch über einige Zweifel erhaben. Riffs ohne Ende und äußerst kompetente Soli lehnen heavy auf dem variablen Schlagzeug. Tja, und das ganze 59 Minuten lang.

Mit der Länge will man wohl ein wenig in Proguntiefen wüten. Gern wechselt man während der doch recht langen Songs die Richtung, spielt sich ein wenig technisch, ufert des Öfteren aus. Auch hier kompetent, aber ein wenig stringenter, zielorientierter wäre vielleicht besser gewesen. Hier hieße es wohl besser, dass das Ziel das Ziel sei, und nicht der Weg. Dass sie das können, zeigen sie auf dem knackigen Brecher "From The Pulpit To The Pit", oder dem beinahe acht Minuten langen "Black Cathedral".

Das alles mag verwirrend und wenig griffig klingen, aber HELSTAR sind eben eine dieser Bands, die es aus zwei Gründen wohl nie schaffen werden, vom Boden weg zu kommen. Der erste ist ganz simpel der, dass sie eben eine "Legende" sind und so vom Noch-Nicht-40-Jährigen Metaller ignoriert werden, wie soviele andere Bands, die Anfang der 1980er kurz aufhorchen ließen - und zweitens weil das Album schlichtweg nicht in die Gänge kommt. Die Musiker sind wirklich gut bis überragend, James Rivera singt beinahe besser als in den "großen Zeiten" der Band, hängen bleibt aber auch nach mehrmaligem Hören nichts.

Auch der Verweis auf Dave "il Papa" Ellefson und Bill Metoyer (Allzweckproduzent, aber eben auch nur damals wirklich richtig bekannt und begehrt) wird wenig daran ändern.

So leid es mir tut, das Album wirkt wie eine Anhäufung von Ideen, die um´s Verrecken nicht zueinander passen wollen. Ein nagelneues Puzzle zwar, bunt schimmernd und unberührt, aber ein stimmiges Bild wird daraus nicht.

 


 



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (22.08.2016)

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