LIQUID STEEL - Midnight Chaser

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VÖ: 03.09.2016
Bandinfo: Liquid Steel
Genre: Heavy Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Das Heilige Land Tirol ist ein höchst aktiver Schmelztiegel, der sich zu einer von Österreichs besten Stahlschmieden gemausert hat. Ebenso regelmäßig, wie im Tiroler Land Konzerte von sowohl potenten Headlinern als auch undergroundigen Geheimtipps stattfinden, spucken die tiefen Täler des bergigen Landes neue und vielversprechende Bands aus. Man nehme zum Beispiel WHITE MILES, MIDRIFF, GARAGEDAYS oder die Black-Thrasher TRIUMPHANT – und nicht zuletzt stammt auch der österreichische Symphonic-Exportschlager SERENITY aus dem heiligen Land. Wie heiß die Eisen im tirolerischen Schmiedefeuer des Schwermetalls sind, das zeigt eine Band, die sich gleich nach der flüssigen, rotglühenden Masse benannt hat – LIQUID STEEL.

In Eigenregie steht der Fünfer mit den fluffigen Frisuren (ohne Haarspray!) mit seinem zweiten Album am Start, das auf den griffigen Titel „Midnight Chaser“ hört. Mit lockerer Hand zeigen Sänger Fabio und seine Gefolgsleute an den Instrumenten wie geil es klingen kann, wenn lupenreiner 80er-inspirierter Metal im Stile von JUDAS PRIEST und IRON MAIDEN auf zeitgemäße Produktion trifft. Galoppierendes, harmonisches Riffing und griffige Refrains warten auf den Hörer, der sich auf dem Zweitling der Tiroler erneut knietief in den 80ern suhlen darf. Für manche Bands ist das eine freundliche Umschreibung für einfallsloses Songwriting, doch es gibt auch so einige junge Kapellen, die mit erfrischendem Elan an die Sache herangehen und damit gründlich den Staub aus den Boxen blasen. Zu letzteren gehören LIQUID STEEL definitiv, denn „Midnight Chaser“ macht einfach von vorne bis hinten großen Spaß!

Schon der Opener „Kingdom Of Silence“ fräst sich nachhaltig im Ohr fest und man kann sich gar nicht dagegen wehren, den Refrain schon beim zweiten Durchlauf mitzugrölen und dabei ausgiebig die Rübe zu schütteln. Im Titeltrack führt zunächst ein Akustik-Intro etwas in die Irre ehe galoppierendes PRIESTiges Riffing einsetzt und Fabio sich heftig die Eier einklemmt. Das Stilmittel des harmonischen Intros mit Akustikgitarre greifen LIQUID STEEL auch im melancholischen „Autumn Leaves“ auf – der stampfende Titel wartet in der Folge mit hammergeiler Gitarrenarbeit auf, mit der man sich vor Genregrößen keinesfalls zu verstecken braucht. Besonders gut die Haarpracht schütteln lässt es sich zum flotten Dreier „Starrider“, „Fright Night“ und „Nightchild“, wo sich die griffigen Refrains die Klinke in die Hand geben. Doch nebst allen klischeebeladenen Texten wissen die Fünf auch mit ernsteren Themen zu beeindrucken, wie beispielsweise im Siebenminüter „Hiroshima“. Der epische Titel besticht durch gekonnten Aufbau und einen balladesken Mittelteil, der die bedrückende Stimmung des Songs sehr gut transportiert. Im abschließenden „Kubla Khan“ baut man noch Referenzen an Samuel Taylor Coleridge ein – Näheres zu diesem Titel erfahrt ihr im Interview zum Album.

Nach ihrem bereits äußerst wohlwollend aufgenommenen Debüt "Fire In The Sky" zünden LIQUID STEEL auf „Midnight Chaser“ noch einmal den Nachbrenner und können damit das Niveau des Erstlings locker halten. Die knackige Produktion schiebt ganz ordentlich nach vorne und der Rezensent kann aufgrund des professionellen Sounds und des Gespürs der Tiroler für harmonische, oftmals auch im Twin-Lead vorgetragene Gitarrenpassagen und griffige Refrains nur erneutes Suchtpotenzial verorten. Der wirklich passende Bandname ist hier keinesfalls als Untertreibung zu sehen, denn LIQUID STEEL läuft wirklich aus den Boxen wie flüssiger Stahl. Geiles Teil.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Anthalerero (27.08.2016)

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