ANCILLOTTI - Strike Back

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VÖ: 16.09.2016
Bandinfo: ANCILLOTTI
Genre: Heavy Metal
Label: Pure Steel Records
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Lineup  |  Trackliste

Nach dem Longplayer “The Chain Goes On” von 2014, der sehr vielversprechend klang, bringen die Metaller “made in Italy” nun ihr zweites Album auf den Markt: “Strike Back”.

Der Stil, den sie schon auf „The Chain Goes On“ gespielt haben, wird nicht verändert, viel eher noch weiter geschärft und ausgeprägt. Ganz stark sind in den Songs die 80er und 90er zu hören, als der Heavy Metal seine Hochblüte erlebte. Beim Songwriting gibt es einerseits eine Ahnlehnung an viele britische Bands, wie MOTÖRHEAD, IRON MAIDEN und JUDAS PRIEST, andererseits aber auch Lieder, die weg von der Heavy Metal-Schiene gehen und melodiös und runder klingen, da sie mehr beim Rock’n’Roll und Hardrock angesiedelt sind. Betrachten wir die bunte, aber doch fein abgestimmte Mischung näher:

Unerwartet und irgendwie witzig das Intro. Nein – ich verrate das jetzt nicht. Ich sage nur, ich war positiv überrascht und hatte bei den ersten Takten einen Grinser im Gesicht. Wem es nicht gefällt, dem kann ich sagen, es dauert nicht lange, dann kommen schon härtere Töne. Song Nummer zwei - „To Hell With You“ - ist aber noch kein richtiges Heavy Metal-Stück, sondern vor allem bei MOTÖRHEAD angesiedelt mit einem Hauch OZZY OSBOURNE [kein Heavy Metal also...; d.Korr.]. Die Vocals sind denen von Lemmy sehr ähnlich und wecken Erinnerungen an unser aller Idol. Dazu auch gleich passend der Titel vom nächsten Song „Immortal Idol“. Wobei es jetzt nicht mehr so viel Ähnlichkeit mit Lemmy’s Band gibt, aber von den Melodien und den wummernden Gitarren her Parallelen zur NWoBHM gezogen werden können.

Riffs und gefinkelte Gitarrensoli - mal härter, mal melodischer - ziehen sich durch das Album, so auch bei „Fight“ oder „The Beast Is Rising“, wo auch das Uhrwerk-Schlagzeug mit seinem hämmernden Sound auffällt. Die Vocals sind gut - irgendwie klingen sie sehr klassisch und man glaubt, dass man den Sänger schon mal gehört hat [eventuell in den vier Songs davor? d.Korr.], aber es sind die Erinnerungen an andere Bands, die er weckt, und das auf eine Art, die gut rüber kommt.

Bei „Firestarter“ geht die Band mit Keyboards und rockigen Klängen fast Richtung Hardrock und ist sehr melodisch und einprägsam. Die gleiche Masche zieht man bei „When Night Calls“ durch. Melodisch, gut gesungen, mit einprägsamen Refrains und immer wieder anhörbar - ein sehr breitentauglicher Song, der vielen gefallen wird. Noch ein Schäuferl nachgelegt Richtung Kuschelrock wird bei „Lonely Road“, einer gefühlvollen Ballade mit Schwerpunkt auf die Vocals, viel Keyboard und dazu harmonierende Gitarren. „Never Too Late“ ist auch ein ruhigerer Song, hat aber nicht die Schmusequalität, sondern viel mehr einen emotionalen Touch, der im Songwriting umgesetzt und mit Herz gesungen wird.

Ein wenig wilder unterwegs ist „Burn, Witch, Burn“: die Gesangslage auf düster, die Gitarre einmal leicht am Kreischen und dann wieder mit gefinkelten Riffs. Im Gegensatz dazu steht "Life Is For Livin'", das man mit seinen guten Riffs und einprägsamen Refrains als rockig-flott einordnen kann.

Zum Ausklang noch „The Hunter“: zuerst eine Spieluhr mit Wiegenlied – das ist natürlich nichts für den Rocker. Klar. Dessen ist sich die Band auch bewusst, wirft die Spieluhr beiseite und greift noch mal beherzt in die Saiten, beziehungsweise drischt auf das Schlagzeug ein. Weil es so schön war, versuchen sich die Vocals noch mal an Lemmy und Ozzy, und man hat somit einen Song, der erneut Erinnerungen weckt, aber das ganze mit einem positiven Beigeschmack.

Fazit: Sehr klassisch und daher immer wieder zum Anhören. ANCILLOTTI sind melodiöser geworden, was den Songs aber in meinen Ohren gut tut, da sie sich mit dieser Basis so richtig schön in die Gehörgänge schleichen. Insgesamt ein breitentaugliches Album, auf dem sowohl die echten Metaller, als auch die gemäßigteren Hörer etwas finden werden.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lady Cat (16.09.2016)

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