HANSEN & FRIENDS - XXX - Three Decades in Metal

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VÖ: 16.09.2016
Bandinfo: HANSEN & FRIENDS
Genre: Heavy Metal
Label: earMusic
Lineup  |  Trackliste

Seit der Veröffentlichung der Debüt-EP "Helloween" von HELLOWEEN im Jahr 1985 beglückt Kai Hansen seine Fans in meist relativ kurzen Abständen mit neuen Werken. Ob nun bei HELLOWEEN, GAMMA RAY oder UNISONIC, er schafft es allem was er macht seinen Stempel aufzudrücken und liefert dabei ziemlich konstant gute Qualität. In seinem Oeuvre gibt es keine negativen Ausreißer und auch sein Jubiläumsalbum "XXX – Three Decades in Metal" ist kein "Lulu" – ganz im Gegenteil!

Unterstützung holte er sich für das Album bei CARCASS Schlagzeuger Daniel Wilding, HEAVEN SHALL BURN Gitarrist Alexander Dietz am Bass und DARK AGE Sänger und Gitarrist Eike Freese sowie von einigen namhaften Friends, die das Album mit ihren Gastauftritten bereichern.

Darunter sind Piet Sieleck (IRON SAVIOUR, SAVGE CIRCUS), mit dem Hansen beim HELLOWEEN-Vorgänger GENTRY gespielt hat, PRIMAL FEAR und Ex-GAMMA RAY Sänger Ralf Scheepers, GAMMA RAY Neuzugang Frank Beck, Tobias Sammet, bei dessen AVANTASIA-Alben Hansen mitgewirkt hat, sein Nachfolger bei HELLOWEEN Roland Grapow (u.a. auch RAMPAGE, MASTERPLAN), Ex-HELLOWEEN Sänger und nun Bandkollege bei UNISONIC Michael Kiske, HELLOWEEN Gitarrist Michael Weikath und auch Kais Sohn, Tim Hansen.

Abgerundet wird die Gästeriege durch Clémentine Delauney (SERENITY, VISIONS OF ATLANTIS), Marcus Bischoff (HEAVEN SHALL BURN), Richard Sjunnesson (SONIC SYNDICATE, THE UNGUIDED), Hansi Kürsch (BLIND GUARDIAN) und Dee Snider (TWISTED SISTER, WIDOWMAKER).

Nach dem Motto "weniger ist mehr" ist man hingegen bei der Covergestaltung vorgegangen. Hier wird auf "Metalschwarz" gesetzt, in Kombination mit goldener Feuerglut und dem Namen Hansen im typischen HELLOWEEN-Schriftzug.

Den Profit des Albums spendete Hansen der Wacken Foundation, die junge Musiker unterstützt, was auch ganz zum Thema des Albums passt, dass autobiografische Anspielungen auf den Werdegang des Musikers enthält. Hansen dazu:
"Of course, you cannot tell the story of a life in one album, but, actually every song has a certain meaning and is based on something that happened to me and maybe happened to a lot of people in the past, maybe happen to a lot of people in the future. It's like the ups and downs in the business, and what happens to you as a musician (...) from the down points to the joy you get from doing this."  [earMUSIC]

Los geht's mit der stark autobiografischen Nummer "Born Free". Schon nach den ersten Takten wird klar, dass man es hier mit einem waschechten Hansen-Song und -Album zu tun hat. Auch wenn die Musik zunächst von Freese und Dietz geschrieben wurde, hat sie Hansen zu seinen gemacht (produziert wurde das Album ebenfalls von dem Trio). Allerdings machen sich gelegentlich auch andere Einflüsse kurz bemerkbar, so gibt es etwa bei "Left Behind" ein paar Death Metal Growls.

Einzelne Highlights herauszuheben ist schier unmöglich. Man hat hier ein stimmiges Gesamtwerk mit hohem Suchtpotential vor sich.
"Contract Song" besticht mit Witz und ist der beste Song, bei dem Dee Snider seit langem mitgewirkt hat. "Making Headlines" ist ebenfalls witzig und geistreich. "Left Behind" ist balladig ohne langweilig zu wirken – man versteht hier offensichtlich, dass Balladen nicht unbedingt halb so schnell und doppelt so lang sein müssen wie andere Songs. Die bereits erwähnten Growls in dem Song sind zwar nicht unbedingt nötig, fallen aber nicht ins Gewicht. Es gibt aber auch einige lange Songs auf dem Album. "Enemies of Fun" dauert zwar fast acht Minuten, man merkt es aber gar nicht, da er geradezu mitreißend dahinmarschiert. "Stranger in Time" hat (neben einem Solo von Roland Grapow) auch Gesangseinlagen von Kiske, Beck und Sammet zu bieten, die dominante Stimme ist aber jene von Hansen. Das epische "Fire and Ice" wartet auch mit einigen Gaststars auf (darunter Michael Weikath, der ein Solo beisteuert) und gegen Ende auch mit kurzen Death Metal Gesangseinlagen, aber auch mit dem besten Solo des Albums. Neben "Left Behind" gibt es mit "All Or Nothing" noch einen zweiten softeren Song (beide mit gesanglicher Unterstützung durch Clémentine Delauney) auf "XXX - Three Decades In Metal". "Follow the Sun" ist nicht nur wegen der Guest-Vocals von Hansi Kürsch interessant, sondern auch wegen des Gitarrensolos von Tim Hansen (man darf gespannt sein, ob hier der nächste Musikersprössling Ambitionen hegt, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten).

Auf der Special Edition Doppel-CD gibt es die gesamten Songs nochmals in Preproduction/Roughmix Version auf Disc Zwei bzw. bei der Doppel-LP vier Songs ("Contract Song", "Burning Bridges", All Or Nothing", "Enemies of Fun") auf Seite D. Diese Bonustracks sind eher ein Gustostück für eingefleischte Hansen-Fans, die seinen Gesang mögen.

Esprit gepaart mit großartigen Melodien, Riffs und geschmackvollen Soli machen dieses Album zu einem weiteren Highlight in der Diskografie von Hansen, dessen Name zu recht in großen Lettern über "& Friends" prangt, denn die illustre Gästeschar spielt hier nur eine Nebenrolle.

"It's gonna be a very interesting and cool album, I guess." – Richtig!
Na dann, auf die nächsten dreißig Jahre!



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Brigitte Simon (08.01.2017)

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