THE LIPS OV FIRE - The Spirit EP

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VÖ: 31.10.2016
Bandinfo: THE LIPS OV FIRE
Genre: Psychedelic Rock
Label: Northern Fog Records
Lineup  |  Trackliste

Neues aus der okkulten, psychedelischen Gruft!

Die Retro-Rock-Welle dreht sich munter weiter. Nachdem JEX THOTH und JESS AND THE ANCIENT ONES schon lange nichts mehr von sich haben hören lassen, schüttelten BLOOD CEREMONY dieses Jahr ein neues, vertontes okkultes Ritual aus den Ärmeln und neue Okkult-Rock-Bands wie LUCIFER (hier gehts zum Review von "Lucifer I"), HIGH PRIEST OF SATURN und ganz aktuell PSYCHEDELIC WITCHCRAFT machten von sich reden. Und mit THE LIPS OV FIRE macht sich eine weitere deutsche Okkult-Psychedelic-Retro-Rock-Band mit weiblicher Stimme auf den Weg der Neo-69er-Klänge. Die Einflüsse des Dresdener Okkult-Vierers lesen sich wie das Who-Is-Who der 60er/70er-Szene und steigern besonders durch die Angabe von THE DOORS, 13TH FLOOR ELEVATORS, COVEN und BLACK SABBATH die Erwartungen.

Den Auftakt der EP macht „The Spirit“, das gekonnt verträumt anfängt und mit seinen hohen Gitarrenklängen die reinste Gänsehaut erzeugt, bevor THE LIPS OV FIRE die Geschwindigkeitsschrauben anziehen und durch die Lauschlappen rocken, doch mit diesen schnelleren und rockigeren Phasen beschädigen sie leider das Anfangsgefühl. Zwar wechseln sich immer mal wieder die ruhigen mit den rockigeren Passagen ab, doch gerade die ruhigeren Phasen stehen der Band sehr viel besser zu Gesicht und können das Gefühl sehr viel deutlicher an den Hörer herantragen. Der Mittelteil überzeugt mit einem starken Solo, doch mit fast acht Minuten Spielzeit fällt die Nummer deutlich zu lang aus.

Nach einem sehr harmonischen Start kann „Day Of Doom“ mit sehr einfallsreichen, groovenden, hooklastigen Riffs überzeugen. Es wabert psychedelisch, treibt nach vorn, doch dann zeichnet sich ähnlich wie beim Opener „The Spirit“ ab, dass die rockigeren Moment irgendwie nicht richtig zünden. Soundspielerein lassen die Nummer sehr abwechslungsreich daherkommen.

„Devil“ ist ein okkulter Blues Rock-Stampfer und sorgt für Abwechslung auf der EP. Mit passenden Blues Rock Mundharmonikalinien mausert sich die Nummer problemlos zum Lauschlappen-Orgasmusfaktor der Langrille und flirtet währenddessen leicht mit THE DOORS-Erinnerungen.

Das Material auf „The Spirit“ ist gelungen, doch sollten THE LIPS OV FIRE noch eine Schippe drauf packen, um sich von der teils großartigen Konkurrenz abheben zu können. Ich für meinen Teil freue mich jedenfalls auf die erste Langrille des Dresdener Okkult-Psychedelic-Vierers.

Lauschlappen-Orgasmusfaktor: „Devil“.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: inhonorus (21.12.2016)

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