THE CYCLIST CONSPIRACY - Mashallah Plan: Virility EP

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VÖ: 09.12.2016
Bandinfo: THE CYCLIST CONSPIRACY
Genre: Psychedelic Rock
Label: Trashmouth Records
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Lineup  |  Trackliste

Eine Verschwörung musizierender Radfahrer

THE CYCLIST CONSPIRACY sind ein aus zehn Menschenseelen und zwei Rädern bestehendes Psychedelic-Rock-Ensemble aus Belgrad. Sie bezeichnen sich selbst als (Anti)-World-Orchestra, welches im Umfeld der „Society For The Development Of Alchemical Studies – Vasko Popa“ zueinander fand. Allein schon diese Aussage regt die Phantasie an. Mit einem ökomäßig angehauchten Weltmusik-Thema haben die Serben jedenfalls recht wenig am Hut. Trotzdem spiegeln sich die bunten Spuren weltweiter Einflüsse in THE CYCLIST CONSPIRACYs musikalischem Wirken wider, welche um das beständige Fundament des Psychedelic- und Krautrock herum arrangiert werden.

Mashallah Plan: Virility – die EP

„The Great Staurocycle“ lässt die fünf Tracks umfassende EP mit Indianergeheul beginnen und geht dann unter repetitiven Riffs in einen weiblich dominierten Chor über. Der Gitarrensound ist retro, die Vocals schallend und intensiv wie traditionelle Gesänge slawischer Bergvölker. Hypnotisierend steigert sich der Singsang im Laufe von „Virility“ dann zu mehrstimmig verschachtelten Layern und verbindet so die beiden ersten Songs miteinander. „Blood Of The Lamb“ erzeugt mit denselben Mitteln dann eine etwas andere Stimmung. Das Tempo nimmt Fahrt auf und die harmonischen Frauenchöre schweben engelsgleich – wie sehr laute Engel – über mitreißenden Rhythmen. Doch auch hier kommt es wieder zum Indianergeheul, welches, in den ersten beiden Songs noch als interessantes Stilelement empfunden, nun bereits ein wenig mit Augenrollen zur Kenntnis genommen wird.
Weiter geht es mit „Theology & Bicyclysm“. Wir hören starke Windgeräusche, eher in den Bergen als am Meer. Eine Frauenstimme verliest im akustischen Gewand eines kratzigen Radios eine Verkündung als Überleitung zum letzten Song „The Search (Time Enough For The Earth In The Grave)“. Und der erinnert von der Marschtrommel und den Bläsern bis zum Glockenschlag sehr angenehm an die Filmsoundtrack-Klassiker Ennio Morricones.

Wermutstropfen Produktion

Und weil bei Herr Morricone ja auch immer irgendwo ein paar Indianer dazwischen gebrüllt haben, soll das auch hier kein Beschwerdegrund sein. Wohl aber, dass die gesamte Produktion sehr auf Loudness ausgerichtet ist, was äußerst wenig Dynamik übriglässt und einem das Gefühl vermittelt, die meiste Zeit von allen Soundelementen gleichermaßen angebrüllt zu werden. Das scheppert auch abseits gewollter Vintage-Effekte besonders in den ersten Tracks schmerzhaft in den Ohren und verringert dadurch den Spaß an diesem Output ansonsten sehr kreativer Menschen mit wunderschönem Fahrrad und seltsamen religiösen Vorstellungen.

Das Fahrrad-Ding – erklärt aus erster Hand

„. . . If we look at a simplified graphic representation of the bicycle, we can see that the device has an abundance of religious symbols; two wheels, two circles, symbolizing the two faulty infinities (time and space) connected by the true eternity of the Trinity, represented by the triangle of the frame. At the same time, when represented like this, the bicycle has the shape of metaphysical glasses with which it is possible to correct spiritual myopia. But that is not all. If we take a birds-eye perspective (which is the viewpoint of the Holy Ghost), the bicycle has the shape of a cross, where the handlebars are the crossbars of the cross. A man who rides a bicycle is, in fact, crucifying himself (Svetislav Basara, The Cyclist Conspiracy, 214-215).”

Ja, Svetislav, das sehe ich ganz genauso! Fahrradfahren hilft aber nicht nur gegen spirituelle Kurzsichtigkeit und Kreuzigungslust, sondern auch gegen Ölkriege! Give Peace a chance und hört mal rein in den Anspieltipp:



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Daria Hoffmann (25.12.2016)

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