HIGHLY SUSPECT - The Boy Who Died Wolf

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VÖ: 18.11.2016
Bandinfo: HIGHLY SUSPECT
Genre: Rock
Label: 300 Entertainment
Lineup  |  Trackliste

Wenn eine Band aus Amerika als das „next big thing” angepriesen wird, Grammy-Nominierungen einheimst und Millionen Youtube-Klicks für ein Songvideo vorweisen kann, stellt sich gleich das NICKELBACK-Weichspüler-Rock-Vorurteil ein.

Das trifft aber auf HIGHLY SUSPECT nur bedingt zu: klar, radiotauglich sind die meisten Songs auf „The Boy Who Died Wolf“ allemal. Allerdings finden sich auf dem Album auch genug Gegenbeweise, dass die Jungs aus Cape Cod ihr Ding durchziehen, ohne sich allzu sehr um Marktwirkung zu kümmern.

Gleich der Opener „My Name Is Human“ bietet knackigen Stoner Rock mit absolutem Hit-Refrain, das folgende „Look Alive, Stay Alive“ klingt mit seinen groovigen Riffs, bluesigen Bass und spannenden Lyrics stark an CLUTCH. Die nächsten Songs sind dann wieder massenkompatibler, der gemütliche Alternative-Rocker „Little One“ und der Radio-Rocker „For Billy“ sind dann eher auf der Kuschelrock-Seite vom Butterbrot gelandet.

„Serotonia“ ist dann wieder sehr eigenständig und punktet musikalisch mit knochentrockenem Rock direkt aus der kalifornischen Wüste und genial subversiven Texten („I just wanna be naked / masturbate all day at home“). Bin gespannt, wie oft der Song in den bibelfesten Regionen der USA gespielt wird. „Send Me An Angel“ spricht dann wohl wieder eher den jüngeren weiblichen Anhang an, ist aber mit der melancholischen Ausrichtung und der starken Stimme von Fronter Johnny Stevens auch für den Rest der Menschheit durchaus hörbar.

Sehr spannend ist dann auch „Viper Strike“, das sich mit Vorurteilen in Amerika beschäftigt und wo der Text eins zu eins auf einen gewissen gelbhaarigen „Staatsmann“ ausgelegt werden könnte („We’re all equal / except for you /  ’cause you’re an asshole / in every point of view“). Nach dem – eher experimentelleren, aber trotzdem lässigen – Zwischenstück „F.W.Y.T.“ kommt dann endlich die Radio-Ballade, die auf jedes Rockalbum drauf muss – hier werden die Teenager-Girls bei Konzerten reihenweise in Ohnmacht fallen.

Insgesamt ist „The Boy Who Died Wolf” trotz aller Massenkompatibilität ein starkes Rock-Album, das für jeden Geschmack etwas bietet, von wüsteninspiriertem Stoner Rock bis hin zur Radio-Ballade.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Luka (27.12.2016)

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