Luca Turilli's RHAPSODY - Cinematic and live

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VÖ: 09.12.2016
Bandinfo: Luca Turilli's RHAPSODY
Genre: Symphonic Metal
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste

Luca Turilli steht für komplexe Verspieltheit, gewaltige Kompositionen, opernhafte Aufmachung und fast ausschließlich italienisch gesungene Metal-Symphonien. Seit Jahren zeigt der Maestro, dass es sich dabei nicht nur um Studiowerke handelt, sondern er bringt mit seiner eigenen RHAPSODY auch alles auf die Bühne. Einen Eindruck dieser Show kann man sich nun ins heimische Wohnzimmer holen: „Cinematic And Live“ ist das erste Live-Produkt, das von Luca Turilli's RHAPSODY veröffentlicht wird.

Das Monsterwerk mit 27 Songs wurde 2012 und 2016 in Italien, Frankreich, Deutschland und Spanien mitgeschnitten (bei der „Ascending To Infinity“ und der „Prometheus“ Cinematic Tour) und beinhaltet fast alle Songs von Luca Turilli's RHAPSODY, die es bis dato gibt, aber auch alte Klassiker und Stücke aus seiner Solo-Karriere.

Der Inhalt des Livealbums spiegelt die volle Bandbreite von Luca Turilli’s RHAPSODY wieder: von kraftvoll, gefühlvoll und emotional bis zu bombastisch, gewaltig und auch heavy ist alles dabei, pure Live-Atmosphäre sowohl von der symphonischen als auch der Metal-Seite. Also ein Werk, das man als Fan wahrlich genießen kann. Für den Nicht-Fan könnte es schwierig werden, sich durch die 27 Stücke voller Orchester und Chöre durchzukämpfen. Da werden die Songs – obwohl doch abwechslungreich – aufgrund ihrer endlosen Fülle an zahlreichen Instrumeten und Meldodie- sowie Rhythmuswechsel irgendwann zur Qual. Und mit ca. zwei Stunden muss man fürs Durchhören beider CDs auf jeden Fall rechnen.

Jeden einzelnen Song dieses epischen Werkes zu analysieren, will ich weder euch, noch mir antun. Das würde in eine Doktorarbeit ausarten, die wahrscheinlich nur wenig Freunde findet. Stattdessen möchte ich mich auf die Highlights bzw. für mich besten Stücke konzentrieren:

Die Nummer vier, „Land Of Immortals“, finde ich wunderbar symphonisch und gleichzeitig voller Power veranlagt. Hier wird das Live-Feeling besonders gut eingefangen, da man die Begeisterung der Fans in vollen Zügen mitbekommt. Es wird gekreischt, mitgesungen und geklatscht, was das Zeug hält. Dazu glühen die Saiten der Streicher und Sänger Alessandro liefert sich mit ihnen einen Höhepunkt nach dem anderen. Der Song entwickelt sich mit seinen ruhigen und flotten Passagen zur wahren Hymne für das jubelnde Publikum und reißt auch die Unschlüssigen in der letzten Reihe noch mit.

Ein paar Songs später dann „Of Michael The Archengel….(Teil 1)“ – das ist Kirchenmusik mit unter die Haut fahrender Stimmung, die vor allem durch den Chor vermittelt wird. Die weiblichen und männlichen Gegenparts wechseln sich harmonisch ab, der Sound ist vielfältig und dicht, die Instrumente Eins A. Wie üblich überzeugendes Songwriting, das auch live 1:1 rüber kommt, mit abschließendem Riesenjubel der Fans.

„Excalibur“ dann rockig, aber natürlich mit großem Orchester und „Prometheus“ mit den gewohnt bombastischen Höhen und Tiefen und Stilwechseln, die so typisch für Luca Turilli sind.

Sehr stark an der Oper knabbernd und nur mit Metal-Anlehnung ist „Tormento E Pasione“. Wäre Verdi heute geboren, dann könnte man sich glatt vorstellen, dass er das geschrieben hätte. Das bombastische Ende überzeugt erneut, einfach ein gewaltiger Höhepunkt aller Musiker und Sänger.

Und natürlich geht es in dieser Art auch auf CD 2 weiter, da haben wir fetzeden Power Metal („Demonheart“), das auffallende „Dark Face Of Atlantis“ oder ein sphärisches "Ascending To Infinity".

Nach dem Ende der zwei CDs kan man sagen, dass die musikalischen Experimente auch auf der Bühne fortgesetzt werden. Luca Turilli's Kost wird auch live nicht einfacher sondern bleibt in ihrer Komplexität bestehen. Vielleicht gerade deswegen ein passendes Werk für lange, kalte Winternächte.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lady Cat (21.12.2016)

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