PUNISH - Panik

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VÖ: 01.08.2016
Bandinfo: PUNISH
Genre: Technical Death Metal
Label: Eigenproduktion
Lineup  |  Trackliste

Die Schweizer von PUNISH feiern mit "Panik" ihr 20-jähriges Jubiläum. Du hast trotzdem noch nie was von ihnen gehört? Das liegt vielleicht daran, dass das eidgenössische Quartett einerseits erst fünf Full-Length-Alben herausgebracht hat und andererseits daran, dass es – zumindest meines Wissens – nie auf einer ausgedehnten Major-Act Tour dabei war. Sie sind dem Captain allerdings vor Äonen bei einem kleinen, aber feinen Underground-Konzert im Dornbirner Schlachthaus über den Weg gebolzt. Ein Geheimtipp also?

"Panik" klingt erst einmal definitiv nicht panisch. Eher wohl strukturiert, geordnet aggressiv könnte man auch sagen. Death Metal der guten alten, höchst technischen Schule. Wie Kollege Michael Walzl schon 2013 festgestellt hat (hier geht's zum Review von "Sublunar Chaos"), klingen PUNISH wie eine lustige Mischung aus Yngwie Malmsteen, George "Corpsegrinder" Fisher, Gene Hoglan und einem Glas Bier. Der bekannteste Kopf der Band ist allerdings Reto Crola, seines Zeichens Drummer von REQUIEM.

Was bleibt also über "Panik" zu erzählen? Die technischen Fähigkeiten der Jungs (und des Mädels am Bass) wurden bereits angedeutet: Sie sind eindeutig Oberliga (sozusagen ein FC Bayern in der Schweizer Super League). Das Songwriting ist solide und keinesfalls schlecht, doch auch nach dem x-ten Durchlauf bleibt nicht wirklich etwas von der Scheibe hängen, und das, obwohl stellenweise ein Hauch der „neueren“ DEATH-Alben durchsickert (z.B. "Individual Thought Patterns") – es fehlen jedoch die genialen Schuldiner’schen Melodien. Dadurch ist es schwer, einzelne Songs herauszupicken, sie ähneln sich einfach zu sehr. An der Produktion hakt es auch nicht, diese ist zeitgemäß und gibt dem Album ausreichend Punch.

 

Captain’s Fazit:

Wer Innovation, Überraschungsmomente oder Langzeitwirkung sucht, ist hier eher fehl am Platz. "Panik" ist somit kein Geheimtipp, allerdings dennoch ein solides und technisch nicht im Geringsten zu bemängelndes Death Metal-Album. Daher schließe ich mich zumindest teilweise erneut (ein wenig unkreativ heute? Anm. d. Red.) den Worten von Michael Walzl an: "Ob das technische Death Metal-Feuerwerk alle Herzen im Sturm erobern wird, wage ich zu bezweifeln. Das liegt aber sicherlich nicht an der mangelnden Qualität, sondern vielmehr am gewaltigen spieltechnischen Niveau und Härtegrad, wodurch das Album auf den ersten Blick eher abschreckend und spröde wirkt. Eine Nuss, die es lohnt geknackt zu werden?"



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Captain Critical (28.12.2016)

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