SCALPTURE - Panzerdoktrin

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VÖ: 01.12.2016
Bandinfo: SCALPTURE
Genre: Death Metal
Label: Final Gate Records
Lineup  |  Trackliste

In der Garage meines persönlichen Atombunkers, dort stehen meine stählernen Schätze: StuG, Panzer I, Panzer II, Panzer III, Panzer IV, Panzer V „Panther“ und natürlich der schönste und majestätischste von allen: mein geliebter Panzer VI „Tiger“ und sein Bruder „Tiger II“. Scheiß auf XZIBIT und „Pimp My Ride“ – ich bin Stammgast in der „Panzergarage“ und verpass meinen 60 Tonnen Kruppstahl die passende 5.000 Watt Bassmachine, damit nebst dem Bersten von Häusern, Granateneinschlägen und dem Knacken der Ketten, SCALPTURE standesgemäß zur Propaganda übers pulverdampfverdeckte, nach dem modernden Fleisch der Gefallenen stinkende, von Granaten und Bomben umgepflügte Schlachtfeld ihren Todesmarsch blasen können! [Anm. d. Lekt.: Wir hätten die Tabletten nicht absetzen sollen.] Denn wenn die Bielefelder einen Witz machen, dann wie echte Deutsche: Sie fahren mit dem Panzer drüber! Kein sonderliches Wunder also, dass sich der erste voll ausgewachsene Feldzug der selbsternannten Feldmarschälle „Panzerdoktrin“ schimpft, welches rotzt und würgt, wie die geschundenen Ketten zur Panzerschlacht von Kursk. BOLT THROWER und HAIL OF BULLETS mischen sich mit ins Stahlgewitter, gnadenlos und zermürbend bis zum letzten Mann, den wie es der alte Fritz nannte: „Diplomatie ohne Waffen, ist wie Musik ohne Instrumente!“  

SCALPTURE üben sich gekonnt in der vom legendenbehafteten Hohenzollern beschworenen Kunst der Diplomatie und zermürben den Feind an vorderster Front, ohne dabei auf eigenen Verluste Acht zu geben. Dass dies dann oftmals in zu ausgedehntem Stellungskrieg gipfelt, lässt den für die Panzerwaffe erfundenen Blitzkrieg doch manchmal schwächeln, dem Freund der schweren stationären Artillerie wird es jedoch weniger ins Gemüt fallen. Der Tod macht sich breit im Schützengraben, die Demarkationslinie färbt sich mit Blut, wenn das Donnern der Granaten sich mit dem Sägen des Maschinengewehrs verbündet, um die schmerzverzerrten Todesschreie des Kanonenfutters heraufzubeschwören – „Panzer Hooray“ – so fühlt es sich an, wenn die Ketten die Erde deines Foxholes über deinem wertlosen Soldatenarsch zusammendrückt! „Not A Single Step Back“ lautet der Tagesbefehl, haltet die Stellung bis zum letzten Mann, abgeschlachtet werdet ihr so oder so – „No Rest, No Sleep, No Peace“! Man kann Death-Metal spielen, oder man kann sich dazu entscheiden, den Gevatter Tod persönlich mit seinen apokalyptischen Tigerdivisionen auf Polyvinylchlorid zu pressen – SCALPTURE führen Krieg, und das zu Glanz und Gloria des Genres. „Panzerdoktrin“ erfindet den Blitzkrieg nicht neu, erschwingt sich in technisch einwandfreier Huldigung des klassischen Old-School-Häckslers, des doomigen Zermatschens und der stinkenden Fäulnis zobmifizierender Growls… Hier steckt die Liebe zum Detail im Endprodukt und SCALPTURE haben sich wohl für die Produktion ihres durchschlagenden Debüts die Worte des Panzergottes zu Herzen genommen: „Vergießt Schweiß – Kein Blut!“   



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Laichster (30.12.2016)

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