DARK SARAH - Puzzles

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VÖ: 18.11.2016
Bandinfo: DARK SARAH
Genre: Symphonic Metal
Label: Inner Wound Recordings
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Lineup  |  Trackliste

“The Puzzle” ist ein Konzept-Album und setzt die Story fort, die beim Debut “Behind The Black Veil” gestartet wurde. Damals ging es um eine junge Frau, die am Altar von ihrem Verlobten verlassen wird. Dieses Ereignis verändert etwas in ihr: sie zerbricht nicht, sondern etwas erwacht in ihr, sie verändert sich in eine andere Person – die gemeinere Hälfte: Dark Sarah. Während „Behind The Black Veil“ durch die psychologischen Abenteuer von Sarah führte, die zwischen zwei Persönlichkeiten schwankte, ist die Story von „The Puzzle“ in einer magischen Welt angesiedelt. Dark Sarah wird vom Fluß des Todes mitgenommen und auf einer geheimnisvollen, nebeligen Insel an Land gespült. Dort stellt sie fest, dass sie noch immer atmet und nicht tot ist. Beim Herumwandern auf der Insel entdeckt sie eine Höhle, und in der Höhle… Davon handeln die Songs. Lasst euch überraschen.

Beim Intro “Breath” liefern DARK SARAH einen bombastischen instrumentellen Start mit ein paar gehauchten Tönen, bevor es nahtlos in “Island In The Mist” übergeht, das vor fettem Bass nur so strotzt und ordentlich metallen ertönt. Nur Heidis Stimme, die Chöre, sowie die im Hintergrund dahin schwebenden Keyboard-Klänge verpassen dem Song eine symphonische Note. Bei den hohen Tönen, die Heidi anstimmt, legt sie vom ersten Stück an wieder dar, dass sie eigentlich eine klassische Sängerin ist, die sich mit hohen Sopran-Klängen leichter tut, als mit tiefen Rock-Vocals.

Rockiger und flotter gestaltet sie den Song „Little Men“. Der zeigt Biss und Power und Speed und siedelt sich für meinen Geschmack schon recht weit weg vom Symphonic Metal an. In seiner beschwingten Wildheit gewinnt der Song für mich aber stark an Schönheit und mausert sich von Zuhören zu Zuhören zu meinem zweiten Lieblingssong auf diesem Album. „Ash Grove“ beinhaltet eine gehörige Portion Gedresche am Schlagzeug und den anderen Instrumenten. Auch die hellen Glockenklänge und ihr Stimmchen können von dieser dunkel-wilden Stimmung nicht ablenken, die den Song voranpusht.

„For The Birds“ – hat jetzt nichts mit Nachtigallen zu tun, obwohl man beim Gesang schon hie und da dran denken will. Die Flötenklänge tun das ihrige dazu. Und natürlich ist dieser Song zur Abwechslung mal nicht ganz so hart. Detto bei „Deep And Deeper“.

Ja, als nächstes kommt er, der Hit-Song von diesem Album. Das Duett mit JP Leppäluoto „Dance With The Dragon“ wurde bereits als Single ausgekoppelt und es gibt ein ganz tolles Video dazu. Unbedingt ansehen, kann ich nur empfehlen. Dieser Song ist ganz oben auf meiner Hitliste 2016. Absolut eines der besten Stücke, die ich heuer gehört habe. Die Wechsel der Melodien und Harmonien, die Kombination aus Härte und Zartheit, die brutalen Metal-Töne im Gleichklang mit Orchester und Piano und Vocals, dann perfekte Riffs und Gitarrensoli  – alles in Abmischung mit einem Rhythmus, der mich am ehesten noch an einen Tango erinnert – wirklich, das ist grenzgenial! Auch die beiden Sänger harmonieren perfekt zu diesen vielseitigen Klängen. Das einzige, was mir in letzter Zeit ähnlich überwältigend aufgefallen ist, war das Duett mit Minna bei JORN LANDE’s „Dracula“.

Nach diesem absoluten Highlight tun sich natürlich die restlichen Songs schwer, noch gut zu punkten. „Cliffhanger“ ist daher bewusst als Gegenpunkt gesetzt. Die sphärisch-spirituell-ätherischen Töne versetzen einen in eine andere Welt und man landet gefühlsmäßig im Land der Einhörner. Zumindest bekomme ich bei den Textzeilen über „Rainbows“ den Eindruck, dass nun beschwingt die gehörnten Pferdchen über die Wiese tänzeln.

Das nächste Duett hören wir bei „Aquarium“, wo sich Heidi und Charlotte abwechseln, und wo zwischendurch wieder Metal-Töne durch die Lautsprecher blasen, dass es einen fast umhaut. Die Damen verstehen es, Härte und Zartzeit zu einer harmonischen Einheit zu verbinden und somit auch dem hartgesottenen Rocker zu gefallen (Und ich meine das nicht nur optisch!).

Damit wären wir am Schluss angelangt. Bei „Rain“ kommt der letzte Gast zum Zug. Manuela Kraller stimmt mit Heidi einen im Folk-Bereich angesiedelten Song an, der mehr nach Mittelalter und Tanz durch den Burghof klingt, als nach hartem Metal. Lässige akustische Gitarren und noch mal bombastische Töne für den letzten Song des Albums. Da kann man nur sagen: Gut zum Abschluss gebracht, Mädels.

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lady Cat (07.01.2017)

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