BLACK DIAMOND - Faces

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VÖ: 26.08.2016
Bandinfo: BLACK DIAMOND
Genre: Heavy Metal
Label: Karthago Records
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Lineup  |  Trackliste

BLACK DIAMOND gab es einst von 1981 bis zur ihrem Split, und gilt schwer inoffiziell als Vorgängerband zu DORIAN GRAY, der späteren Band von Gitarristen Andreas Roch. Es ist immer schön, wenn man von der Plattenfirma oder der Promohütte so gut wie keine Infos bekommt. Vielleicht soll der Überraschungseffekt den designierten Schreiberling milde stimmen, oder was weiß ich. Verkaufsfördernd ist das nicht, so der ehemalige Betriebswirt. 

BLACK DIAMOND spielen auf den ersten fünf Tracks, dem eigentlichen "Faces" von 1985, eine krude Mischung aus deutschem Stahl der 80er, TWISTED SISTER und damaligen PRIEST. So ganz mag man sich nicht entscheiden wohin der Karren fahren soll. Aber trotzdem sind die ersten fünf Songs der Originalversion durchaus hörenswert, was auch an den kauzigen, leicht CIRITH UNGOL-lastigen Bronchien von Uwe Merz liegt, der dem etwas dumpfen Sound ein wenig Esprit mitgibt. Der Sound wird einige Fans damaliger Musik abschrecken, da hätte man vielleicht ein wenig nachbearbeiten können. Insgesamt kann man aber hier durchaus von einer starken Metal-Scheibe sprechen, ich bin überrascht.

Wie dem auch sei, zusätzlich zu den sechs Tracks der Original "Faces" EP, gibt es noch die Songs von den 88er und 89er-Demos die schon eher in die DORIAN GRAY-Richtung gehen, deutlich verspielter und soundmäßig transparenter sind als die "Faces" Tracks. Mit diesen Songs hätte man als amerikanische Band dereinst durchaus den Sunset Strip erfolgreich bespielen können. Da gibt es knackige Riffs, powerndes Drumming, schön aufgebaute Songs und ein weniger kauziger dafür aber durchaus leicht nach Vince Neil klingender Uwe Merz. Dass wir hier nicht gänzlich in die Hair Metal-Richtung abdriften, liegt ganz klar an der grundmetallischen Ausrichtung. Das Riff hat das Sagen und die Melodie ist deutlich weniger seicht, als bei den Haarspray-Rockern die damals die Westküste tyrannisierten. Gut, bei "Delivery" schielt man schon gen balladeskes Festland, aber am Strand promenierend, hat auch der härteste Metaller bisweilen ein Herz aus einer weicheren Metallegierung und nicht nur aus purem Stahl (oder so ähnlich...)

Karthago Records und Pure Steel geben uns hier mit dieser Wiederveröffentlichung eine schöne Reise in eine längst vergangene Zeit voller Sonnenschein und knackiger Mädels und Jungs (siehe Cover). Mir gefallen die ersten fünf Songs ein wenig besser als das jüngere Material, aber diese Classics-Veröffentlichung kann insgesamt ganz gut bestehen. Kann man so machen!

 

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (01.01.2017)

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