CRACK JAW - Branded

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VÖ: 30.09.2016
Bandinfo: CRACK JAW
Genre: Heavy Metal
Label: Karthago Records
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Lineup  |  Trackliste

CRACK JAW sind mit "Branded" der dritte Release der Heavy Metal Demo Classics-Serie von Karthago Records. Hier werden längst vergessene/verlegte/verlorene Schätze des deutschen Metal, mit Bonustracks angereichert, neu auf den Markt und damit der hungrigen Traditionalistenmeute vorgelegt. Die Band formierte sich 1980 und brachte mit "Nightout" 1985 eine erste LP (yeah, bitches!) auf den Markt. Hurtig wurde 1988 noch ein Demo nachgeworfen und schon 2016, im September, gibt es das Zweitwerk "Branded". In Zeiten tsunamiartiger Veröffentlichungswut ist das richtiggehend charmant. Um diesen Zweitling noch etwas zu pimpen, wurden zwei Songs neu aufgenommen und vier weitere soundtechnisch auf heutigen Standard gehievt. Sag ma amal so.

Schön, dass sich Karthago Records die Mühe machen, diese alten Perlen (wenn auch mit kleinen Einschlüssen, aber nix is perfekt, außer Mr. Perfect natürlich) zu veröffentlichen, wenn auch auf trve 666 Kopien limitiert, dafür handnumeriert. Wenn das mal nichts ist.

Stilistisch bewegen wir uns hier im typischen Metal der Mitt-80er. Einflüsse aller möglichen Bands sind zu hören, macht aber nix, wenn es denn so gut gemacht ist, wie hier bei den Frankfurtern. Der Sound des Originals ist natürlich herrlich dumpf, analog ist beinahe eine Übertreibung, aber das ist gut so. Alla, ja alle alten Tracks sind Hits. Dazu werden sie nicht zuletzt durch den echt lässigen Gesang von Fronter Stephan Kiegerl, der mit einer schön klaren, hohen und eigenständigen Stimme aufwarten kann, die die listig gesetzten Spannungsbögen souverän trägt.

Musikalisch ist das lupenreiner Traditionsmetal, mal deutsch stampfend, oft aber auch flott, spannend melodisch, mit großen Gesangslinien die viele von uns, als auch sie noch Knaben mit lockigem Haar waren, zu Metalfans werden ließen. [Anm. d. Lekt.: Die Vorstellung eines Wiederwalds als unschuldigem Knaben mit lockigem Haar... uh.] Ich mag mich wiederholen, aber in Zeiten von Plastikproduktionen und völlig seelenlosen Bands, die andere seelenlose Bands kopieren, tut ein wenig traditioneller Hard Rock/Metal (eher zweiteres) ab und an gut. 

Das neu aufgenommene "Stories" geht auch in Ordnung, die Ballade "Breaking away" hätte man sich schenken können, da anständig beliebig. Da wurde schon an vielen Lagerfeuern akustisch derber geprügelt. Die vier remasterden (das ist ab sofort ein frei zu gebrauchendes Wort!) Songs sind wohl nur mit dem Gehör eines Orchesterdirigenten als solche zu erkennen. Es mag Produkte von Audioherstellern geben, bei denen sich wohl ein Unterschied zu den Originalaufnahmen auftut, ich hör da nichts bewegend anderes.

Sei es wie es soll, CRACK JAWs "Branded" ist auf jeden Fall ein erneuter Treffer der Re-Release Serie von Karthago Records / Pure Steel Promotions, den jeder einigermaßen mit sich im Reinen seiende Metaller zumindest antesten sollte. 

Mehr davon!

 

 

 

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (03.01.2017)

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