Disillusion - Alea

Artikel-Bild
VÖ: 07.10.2016
Bandinfo: Disillusion
Genre: Progressive Metal
Label: Kick The Flame
Lineup  |  Trackliste

Was war das für eine Zeit, das Jahr 2004. Noch frisch im Heavy Metal zuhause, wagte sich der Verfasser dieser Zeilen damals, nach kurzem Einstand im melodischen Metalsektor, langsam aber sicher an die extremeren Komponenten unserer schönen Musik heran. Maßgeblich dafür war eine Band namens DISILLUSION, welche damals das Werk "Back To The Times Of Splendor" herausbrachten, und vorher nicht bekannte Begeisterungsstürme entfachen konnten. Noch heute bekommt meine Wenigkeit nur beim Denken an die Titelmelodie eine ausgewachsene Entenpelle. Das Folgealbum "Gloria" war dann für Fans des Erstlings eine Herausforderung, da man dem epischen Progressive Death des Vorgängers vollständig den Rücken kehrte und man eine ganz eigene Vorstellung von Industrial Metal präsentierte. Es war aber die logische Konsequenz einer völlig eigenständigen Band und dadurch genau das Album, das DISILLUSION präsentieren mussten.

Was ist danach passiert? Dann kam lange nichts. Zehn lange Jahre ohne musikalisches Lebenszeichen zogen ins Land, die Band wurde von vielen bestimmt längst vergessen. Doch dann wurden plötzlich einige Shows mit "Splendor"-Fokus gespielt, und alles ging ganz schnell: "Alea", das erste Stück mit neuer Musik liegt vor. Ein Stück, welches genug Schmackes haben muss, ein Ausrufezeichen zu setzen und das Comeback gebührend einzuleiten. Keine einfache Sache, aber das kompositorische Talent ist Andy Schmidt erhalten geblieben.

Das Stück beginnt gleich mit einem vertrackten, aber nicht zu kopflastigem Progriff, welches recht schnell an Intensität und Härte zunimmt. Die Spannung kulminiert in einem superben Gesangspart von Schmidt, welcher exakt die Art Gänsehaut hervorruft, wie es damals bei "Splendor" war. Willkommen zurück! Die ersten drei Minuten sind schon so voller Power und Emotion, dass man nicht weiß wohin mit aller Euphorie. Danach ein Break, elektronische Komponenten werden ergänzt, und plötzlich findet man sich im Dunstkreis von "Gloria" wieder. Es folgen Akustikgitarren und wieder eine schöne Hook, welche den Song auf einer erzähltechnischen Ebene nach vorne bringt. Alles gipfelt in einem dramatischen Finale, und ehe man sich versieht, sind die zehn Minuten auch schon wieder vorbei, so schnell kann es gehen.

Fazit: DISILLUSION sind zurück und genau so einzigartig, wie man sie in Erinnerung behalten hat. "Alea" kratzt an ehemaligen Großtaten aus den "Times Of Splendor", aber auch "Gloria" und die elektronischen Spielereien werden nicht ignoriert. "Alea" funktioniert als Appetizer wunderbar, man darf sich schon jetzt fragen, ob, und wenn ja wie, das Stück konzeptionell in ein eventuelles Album passen wird. Sehr stark!



Ohne Bewertung
Autor: Christian Wilsberg (06.01.2017)

WERBUNG: Hard
WERBUNG: Rockhouse Bar