ZiX - Tides Of The Final War

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VÖ: 26.10.2016
Bandinfo: ZIX
Genre: Heavy Metal
Label: Pure Steel Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Aus dem Morgenland also kommen ZiX und verkünden uns ihre Heilslehre vom Heavy/Power Metal. Jetzt ist es dann doch schon wieder ein paar Monate her, seit das Album erschienen ist, wir hier im Stormbringer Tower III sind da leider etwas spät dran. "Was lange währt wird endlich gut" hat ja schon Ovid gesagt (ich weiß, jemand anderer auch noch, doch bleiben wir bei den Wurzeln) und so findet in den frostigen ersten Tagen des 2017er-Jahres das nahöstliche Epos "Tides Of The Final War" der Libanesen von ZiX doch noch den Weg in mein Nirosta-Vestibühel. 

Mehrere Dinge fallen sofort auf, abgesehen davon, dass der Libanon nicht unbedingt die Bay Area der Levante ist, aber dies nehme ich als gegeben hin. Erstens hat sich Steve Thompson als Mixer des Albums nennen lassen. Das ist zumal verwunderlich, ist doch der gute Steve für die Mixes von "Appetite For Destruction" und "...And Justice For All" verantwortlich. Man kann hier also nicht von einem Proberaumdemo reden. Dann, und jetzt wird es etwas bizarr, wurde das gesamte Material von Michael Kusch remixed und remastered. Es wäre sicherlich spannend, zu erfahren, ob da beim ersten Mix und Mastering etwas zur nicht vollen Zufriedenheit von ZiX oder Label war.

Weiters fallen die Unmengen an Gastmusikern auf. Es ist durchaus üblich, in diesem Genre gerne einmal eine/n Gastchanteur/euse unter Lohn und Brot zu stellen. Hier spielt aber die halbe westliche Hemisphäre mit. Mir stellt sich nach dem mehrmaligen Anhören die Frage: wozu? Denn was die Libanesen machen, machen sie auch ohne Einmischung von Heerscharen vagabundierender Gastmusiker gut. Knackiger Powermetal mit einigen guten Melodien, schönen Soli und einer einigermaßen brauchbaren Produktion (trotz Mix und Remix ein wenig schwachbrüstig, aber da gibt es viel schlimmere Beispiele).

Aushängeschild von ZiX ist die Sängerin Maya Khairallah, die es schafft, nicht wie die tausend identischen Engelsstimmem im Metal zu klingen. In den an Uralt-Metall erinnernden Songs wie dem Schlußpunkt und Titelsong "Tides Of The Final War" schafft sie es, der Band eine gewisse Eigenständigkeit mitzugeben. Musikalisch ist man fit, aber darunter geht es heutzutage eh nicht mehr, samma sich ehrlich.

Das Album präsentiert gutklassigen Powermetal, der jetzt nicht so die großen Hits raushaut. Leider gibt es, dank oder trotz Internet, mittlerweile keinen Exotenbonus mehr sonst hätte ich noch einen halben Punkt zu meiner Wertung draufgelegt, aber so bleibt es bei einem entspannten, etwas "anderen" Metal-Album mit einer guten Sängerin, das vielleicht jetzt nicht die Welt im Sturme nehmen wird. Mit "anders" meine ich hier die Einflüsse aus den amerikanischen Früh80ern, aus dem Kauzmetal von CIRITH UNGOL oder MANILLA ROAD (von mir aus auch BROCAS HELM), die mehr oder minder geschickt mit Lokalkolorit vermischt werden. "Anders" eben und für diesen Mut ziehe ich den Hut vor dem Mädel und den Knaben.

Für eine erste vollständige Veröffentlichung ist das schon ganz gut gelungen und wir harren hier der Dinge die noch kommen mögen.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (08.01.2017)

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