POLTERGEIST - Back to Haunt

Artikel-Bild
VÖ: 21.10.2016
Bandinfo: POLTERGEIST
Genre: Thrash Metal
Label: Pure Steel Records
Lineup  |  Trackliste

„Nach Thrash-Klassikern wie „Depression“ und „Nothing Lasts Forever“ folgt nun nach 22 Jahren im Zuge der Reunion-Welle das super produzierte Thrash-Comeback der Schweizer“.

 

Ganze 22 Jahre waren die Schweizer Thrasher in der Versenkung verschwunden. Thrash-Klassiker wie „Depression“ (1989) und „Nothing Lasts Forever“ (1993) haben auch nach all den Jahren noch keinen Staub angesetzt. Einst galt man noch als Schweizer Thrash-Hoffnung und „Depression“ wurde zum Erbrechen oft mit „Punishment for Decadence“ von den Landsleuten CORONER verglichen. Ganze 22 Jahre später kehrt nun auch POLTERGEIST im Zuge der anhaltenden Reunion-Welle zurück. Im Gepäck haben die Mannen mit „Back To Haunt“ ein Album, welches sich eigentlich ganz gut sehen lassen kann. Selbstverständlich sind die letzten zwei Dekaden nicht spurlos an POLTERGEIST vorübergezogen und selbstverständlich klingen die etwas in die Jahre gekommenen Thrasher auf „Back To Haunt“ nicht mehr so kompromisslos und erfrischend böse wie früher, doch „Back To Haunt“ ist ein gutes Comeback-Album geworden. Super produziert, erinnert die Platte immer mal wieder an SUICIDAL ANGELS Produktionen und Riffing. Ja, die Zeit verschont keinen. Erbarmungslos macht sie ihr Ding wie eh und je, doch POLTERGEIST lassen sich davon nicht in ihren möglichen zweiten Frühling pfuschen.

Den Opener und Titeltrack „Back To Haunt“ kann man als Lebenszeichen verstehen. Als Tribute für den Neuanfang. Textzeilen wie „Back For Revenge“ zeigen die ernsten Absichten, mit denen die Schweizer Combo des melodiösen, technischen Thrashs hier zu Werke gegangen ist. Die Nummer stampft sich gekonnt durch die Lauschlappen und macht Bock auf mehr. Doch leider klingen manche Vocal-Parts doch etwas zu kraftlos und verkrampft. Ein negativer Aspekt, der sich leider immer mal wieder durch die gesamte Langrille zieht, doch gerade die erste Albumhälfte ist sehr gelungen. Nummern wie „And So It Has Begun“, das von seiner Vocal-Arbeit sehr an Steve Souzas Organ und das EXODUS Comeback-Album „Tempo Of The Damned“ erinnert. Auch das treibende, groovende Riffing klingt sehr Bay-Area-lastig, „Gone And Forgotten“ und „Patterns In The Sky“ knallen aggressiv und wild durch die Lauschlappen.

Mit „When The Ships Arrive“ ziehen dann vermehrt Power-Metal-Linien in das Gesamtwerk, die die Songs allerdings etwas zu sehr verwässern. Zwar knallt „When The Ships Arrive“ noch gelungen, doch verwässert die Platte gerade im zweiten Teil zu schnell. Auch „Flee From Today“ (als Beispiel für die zweite Hälfte) klingt zu belanglos und kann nicht so recht zünden.

Mit fast 60 Minuten Spielzeit fällt das Comeback-Album deutlich zu lang aus. Weniger wäre auch hier mehr gewesen. Eine Tugend, die heutzutage im Thrash-Sektor immer mehr verloren geht, was man beispielsweise auch sehr gut auf der aktuellen METALLICA sehen kann. „Back To Haunt“ ist ein Comeback, das seine Stärken und Schwächen aufweist. Teilweise klingen die Vocals-Parts etwas zu kraftos. Es schleichen sich zu viele Power-Metal-Linien in das Thrash-Grundgerüst und man hat mit einigen Längen zu kämpfen. Aber trotz allem ist „Back To Haunt“ ein recht gelungenes Comeback-Album geworden, obwohl hier wesentlich mehr drin gewesen wäre.

Lauschlappen-Orgasmusfaktor: „Back To Haunt“.

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: inhonorus (06.01.2017)

WERBUNG: Hard
WERBUNG: Rockhouse Bar