ACROSS THE ELEMENT - The Earth To Turn [EP]

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VÖ: 31.10.2016
Bandinfo: ACROSS THE ELEMENT
Genre: Metalcore
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Wer immer noch glaubt, Metalcore wäre nur eine vorübergehende Erscheinung gewesen, der hat wohl die letzten Jahre nicht aufmerksam genug zugehört. Mittlerweile verschwimmen die Genre-Grenzen zum Death Metal oder zum benachbarten Math-Core aber oft, die Spreu trennt sich  vom Weizen, die Haare werden wieder länger und die langatmigen und konsequenten Bands bleiben übrig. ACROSS THE ELEMENT sind zwar in dieser Konstellation relativ frisch, hinter den vier Musikern stecken aber ausgefuchste Profis, die allesamt schon seit geraumer Zeit in Bands wie EMILY’S BLEEDING, LIGHT OF SALVATION, TIME FOR PRIDE oder SADAKO das Business unsicher machen. Diese EP ist nun das erste Lebenszeichen der seit ihrer Gründung schon mal einigermaßen runderneuerten, weil umbesetzten, Band aus dem südlichen Niederösterreich. Der ironisch „A.N.U.S.“ getaufte Opener scheppert monoton und voller Unheil auf einen ein, schräge Keyboard-Töne verdichten die düstere Atmosphäre, und bereits hier wird schon das songwriterische und spielerische Profi-Niveau der Combo offensichtlich.

„Eternal Silence“ ist dann ein Hardcore/Death-Bastard, mal stampfend, mal mit sägend-dröhnenden Gitarren, die sowohl an LAMB OF GOD als auch an MESHUGGAH erinnern, immer die Wut im Bauch, immer schön heftig. Der flotte Banger „Lie To Yourself“ mit seiner teils abstrakten Rhythmik lädt zum Walls Of Death bauen genau so ein wie zum hemmungslosen Abschädeln, DILLINGER ESCAPE PLAN lassen da irgendwo weit entfernt grüßen. Beim Rausschmeißer „Scratch Your Name“ zieht das Aggro-Meter nochmal dezent nach oben, der Song spuckt Gift und Galle und weiß trotz einiger HEAVEN SHALL BURN-Querverweise mit überraschenden Twist und Turns zu überzeugen. „The Earth To Turn“ ist somit ein kurzes, in sich stimmiges und gelungenes erstes Lebenszeichen von ACROSS THE ELEMENT, die hier ohne viel Umschweife auf den Core – also den Kern – kommen.

Ob der nun Death, Math, Hard, Metal oder gar alles zusammen ist, muss im Endeffekt eh der Hörer entscheiden. Und wenn sich Neo-Shouter Martin, der bisher eigentlich nur an der Axt zugange war, jetzt noch ein wenig mehr emotionale Bandbreite in seinen Shouts drauftut, dann steht einer hohen Halbwertszeit dieser Band nichts mehr im Wege. Anchecken auch für Metalcore-Phobiker unbedingt unbedingt empfohlen!



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Mike Seidinger (12.01.2017)

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