IN CHAOS - Deadmans Request - EP

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VÖ: 21.10.2016
Bandinfo: IN CHAOS
Genre: Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Aus der Bay Area des südöstlichen Niederösterreich, der buckligen Welt, melden sich die Chaos Metaller von IN CHAOS mit ihrer ersten EP "Deadmans Request" in der Metalwelt an. Seit 2011 schon treiben sie ihr Unwesen nicht nur in Aspang und Umgebung, sondern, geht man von ihren Livegigs aus, in ganz Ost- und Südösterreich. Von mir aus auch Südostösterreich. Und dazwischen.

Musikalisch setzt man sich nicht zwischen sondern auf eine Vielzahl von metallischen Stühlen. Schon bei "Dancefloor Of Hell" knallt es einmal geradlinig todesmetallisch, dann wieder groovig/thrashig und ein wenig episch/pagan aus den Boxen des heimischen Weltempfängers. "Dancefloor Of Hell" ist als Erstling auch der Höhepunkt des Albums. Das heißt nicht, dass es danach steil bergab geht, aber der Opener haut schön mitten in's Gesicht und zeigt von Anfang an, dass es offensichtlich doch möglich ist, im Proberaum mit einem motivierten Produzenten auch als Undergroundband einen knackigen Sound zu evozieren. Vorgenannter, der Produzent eben, ein Freund der Band, hat auf "Deadmans Request" einen schön direkten, g'scheit harten aber immer transparenten Sound geschaffen. Sogar Fenriz, die Dagmar Koller des Metal [Anm. d. Lekt.: Das erste vergleichstechnische Highlight des Jahres!], dürfte der Snaresound gefallen. Organisch, heavy, was will man mehr.

Jetzt sind nicht alle vier Songs die absoluten Stadionhymnen, bisweilen mäandert man gar arg herum, der Titeltrack könnte zügiger auf den Punkt kommen, vielleicht ein wenig catchier (kann ein Wort sein, nehme ich an) sein, wirkt ein bisschen zerrupft. Das klingt ein wenig arg artifiziell zusammengefügt, aber Songwriting ist erstens eine Kunst, die nicht jedem sofort in den Schoß fällt (ich rede hier von mir) und zweitens sind Geschmäcker eben auch verschieden. 

Kurz auf den Punkt gebracht meine ich persönlich, dass man die sich immer wieder einschleichenden Breakdowns ein wenig hätte reduzieren können, der "Rest" ist nämlich zeitweise wirklich hervorragend. Mit "Game Of Destruction" ist den Herren ein zweiter Brecher gelungen, der den vorangegangenen Titeltrack deutlich in den Schatten stellt und auf der "Hey,Hey"-Skala weit oben rangiert (der Mittelteil hat Stadthallenpotential). Knallhart und druckvoll schmettern die Riffs das Triumvirat aus Hammer, Amboss und Steigbügel mit Verve an die Wand. Ganz starker Song.

Den Closer macht "Sex And Pain" - und macht ihn ganz gut, auch wenn hier wieder etwas Richtung Titeltrack geschielt wird. Sprich, ein paar Breaks weniger hätten es auch getan. BIOHAZARD und SOULFLY klingen hier durch, ich lege mich hier jetzt aber fest und sage, dass IN CHAOS das thrash/deathigere Element in ihrem Songwriting besser zu Gesicht steht als die Groovevariante des (Thrash)/Metal.

Wir fassen zusammen. Vier Tracks Neostahl aus NÖ, davon zwei wirklich gute Songs. Ich sehe aber für IN CHAOS eine durchaus rosige Zukunft, man kann spielen (selbstredend), hat Humor (siehe Video, nachstehend) und dürfte live mittlerweile eine ziemliche Macht sein, tritt man dann doch recht häufig auf. Ein wenig aufgeräumter im Songwriting, eine Idee straighter in der Umsetzung und der hoffentlich anstehende Longplayer dürfte sich ganz oben im heimischen Nachwuchs einreihen. 

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (12.01.2017)

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