TRAUMA - As The World Dies

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VÖ: 15.02.2018
Bandinfo: TRAUMA
Genre: Thrash Metal
Label: Pure Steel Records
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Lineup  |  Trackliste

In letzter Zeit häufen sich die Scheiben altgedienter US-Metal-Bands. Sowohl die letzten CDs von METAL CHURCH (Review) als auch FIFTH ANGEL (Review) waren über alle Zweifel erhaben und konnten sogar fast an  Großtaten der Vergangenheit anknüpfen. TRAUMA waren bislang eher im absoluten Untergrund anzusiedeln und haben es leider nie zu einer größeren Popularität geschafft. Am Berühmtesten an Ihnen ist nach wie vor die Tatsache, dass Bass-Gott Cliff Burton vor seiner Zeit bei METALLICA bei TRAUMA angestellt war. Nach einem Demo 1982 erschien dann 1984 das gute Debut "Scratch and Scream" (bereits ohne Cliff), ehe sich die Band bereits zwei Jahre später sang- und klanglos auflöste. 2015 feierte man dann die Wiederauferstehung mit dem "Rapture & Wrath"-Longplayer. Bis zur neuen Scheibe "As The World Dies" sind nunmehr auch schon wieder fast vier Jahre vergangen. Aktuell besteht die Band neben den beiden Originalmitgliedern Donny Hillier (Vocals) und Kris Gustofson (Drums) noch aus Joe Fraulob (Guitar, Ex-DANZIG), Greg Christian (Bass, EX-TESTAMENT) sowie Steve Robello (Guitar, Ex DUBLIN DEATH PATROL), also eine durchaus illustre Besetzung, die hohe Erwartungen schürt.

"The Rage" lässt zu Beginn nach einem ruhigen Intro gleich aufhorchen. Eine glasklare, druckvolle Produktion schallt einem entgegen und der Song bietet besten US-Powermetal alter Schule, wie man ihn von TRAUMA gewohnt ist bzw. sich erhofft hat. Die Band macht keine Experimente, was "neue" Sounds angeht, und das ist auch gut so. Die Double-Bass-Drums sind herrlich druckvoll und der hohe Sirenengesang von Donny Hillier (mit einigem Hall aufgepeppt) lässt den geneigten Fan sabbernd zurück. 

"From Here To Hell" ist ein flotter Thrasher, der jede Geschwindigkeitsbegrenzung überschreitet und mit mehrstimmigem Gesang in einen knackigen Mitsing-Refrain mündet. Hammer!

Der Titelsong startet langsam und  recht bluesig, ehe wieder Tempo aufgenommen wird, bevor dann zum Refrain wieder langsamer agiert wird. Ein etwas experimentieller Song, aber dafür auch sehr abwechslungsreich. Das hohe Niveau will nicht abebben, auch die folgenden Songs sind sowohl kompositorisch wie auch instrumental und gesanglich vom Feinsten: "Gun To Your Head" pendelt ebenfalls wieder zwischen Powermetal und pfeilschnellem Thrash während "Last Rites" die erste Hälfte etwas langsamer aber dennoch hochklassig und melodisch beschliesst.

Das straight-rotzige, leicht punkige "Run For Cover" leitet die zweite Runde ein, der Refrain erinnert etwas an frühe IRON MAIDEN-Zeiten. Bei "Asylum" wird es wieder etwas vertrackter mit dezent proggigen Riffs und einem heavy Refrain, der sich in die Gehörgänge fräst und von dort nicht so flott raus möchte.

Bei "Entropy" hatte ich bis zum Chorus das Gefühl, dass dies der erste Skip-Song sein könnte, der Refrain reisst aber alles raus und rettet den Song dann ebenfalls über die Ziellinie.

"Cool Aid" hat getreu dem Titel einen sehr coolen, beinahe gesprochenen Refrain mit sehr guten Gang-Vocals. 

Ehe man sich versieht, ist man mit  "Savage" bereits beim letzten Song angelangt, der noch einmal verdeutlicht, dass es die Truppe 2019 so richtig wissen will. Ein absoluter Ohrwurm als Rausschmeisser, der ein in fast allen Belangen überzeugendes Album beschliesst. Wenn man bedenkt, dass "As The World Dies" das gerade einmal dritte volle Album der Band seit 1982 ist, müsste man fast traurig sein, was in der Zwischenzeit alles hätte passieren können. Aber wie sagte bereits ein großer Prophet: "Wäre Wäre Fahrradkette". So muss man zufrieden sein mit dem, was einem geliefert wird. Und das ist im Falle TRAUMA 1a! Bleibt zu hoffen, dass die Band dieses Album auch einmal in Europa live vorstellen kann.

 

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Martin Weckwerth (08.02.2019)

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