Samael - Solar Soul

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VÖ: 01.06.2007
Bandinfo: SAMAEL
Genre: Dark Metal
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Der Nimbus der musikalischen Vergangenheit ist gerade bei langgedienten Bands meist ein unüberbrückbares Hindernis. Umgemünzt auf die Schweizer SAMAEL heißen die „Ceremony of Opposites“ (94) und „Passaqge“ (95) und schweben wie ein drohendes, sagenumwobenes Damoklesschwert über jeder neuen Veröffentlichung. War der Zugang zum 2004er quasi Comeback „Reign of Light“ noch ein etwas mühsamer, weil gerade die zündenden Ideen ein wenig auf der Strecke geblieben sind und sich die Eidgenossen doch ein wenig zu sehr mit orientalischem Flair umwoben haben, soll laut Pressestatement „Solar Soul“ wieder Back to Basics gehen und „alle musikalischen Komponenten zu hören sein, die SAMAEL jemals auf ihren Alben einfließen haben lassen.“ OK gleich vorweg, die Black Metal Einflüsse der ersten beiden Alben „Worship Him“ und „Blood Ritual“ wird man wohl nie wieder auf einem SAMAEL Output hören, auch kann ich die Aussage „wir haben diesmal den Schwerpunkt bewusst auf die Gitarren gelegt“ nicht 100%ig unterschreiben, dafür dominieren die – zugegeben geilen – Samples von Mastermind Xy doch zu sehr, aber auf der Habenseite muss man anmerken, dass „Solar Soul“ zumindest im Ansatz eine Spur homogener wirkt als der direkte Vorgänger, im Gegenzug jedoch die richtigen Hits fast gänzlich außen vor lässt.

Knallt der eröffnende Titelsong noch ordentlich aus den Töpfen, wird spätestens beim darauf folgenden „Promised Land“ das Dilemma der SAMAEL’schen Komponierkunst im neuen Jahrtausend offensichtlich. Großteils der Songs sind nett gemachte, niemanden weh tuende, meist sogar nur höchst durchschnittliche Allerwertsbrocken geworden, die ganz adrett aus den Boxen kommen, aber die sprichwörtliche Rückbesinnung einfach schmerzlich vermissen lassen. „Western Ground“, „Alliance“ oder auch das extrem zähe „Ave!“ sind nicht unbedingt jene Visitenkarte, die man sich als Vergötterer von Alben wie „Passage“ und Co. gewünscht hätte, da helfen nicht mal die doch noch vorhanden orientalischen Einflüsse auf „Quasar Waves“. Versöhnlicher ist das schon das etwas flotte „Suspended Time“, aber hauptsächlich „On the Rise“, wo gerade zu Anfang – kurz – ein wenig gebolzt wird (neben dem Titelsong sicher das Highlight auf „Solar Soul“!).

Und selbst wenn ich mir jegliche Finger brechen müsste, unter drei Punkten kann und will ich SAMEL nicht davonkommen lassen, dafür war a) die Band in meiner musikalischen Vergangenheit einfach zu wichtig und b) ist sie nach wie vor live so was von einer Bank. Dies darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass „Solar Soul“ auch nicht der aufs sehnlichste erwartete Befreiungsschlag der Schweizer geworden ist.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Reini (29.05.2007)

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