Belenos - Chemins de Souffrance

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VÖ: 07.12.2007
Bandinfo: Belenos
Genre: Pagan Metal
Label: Northern Silence Productions
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits  |  Trivia

Gänzlich befreit von allen Mitmusikern präsentiert uns Belenos-Hauptakteur Loic Cellier seine bereits sechste Veröffentlichung – war beim Vorgänger „Chants de Bataille“ noch Aborted Stöckchenschwinger Gilles Delecroix am werkeln (nebst 2 weiteren Helfern), so gibt’s uns dies Mr. Cellier persönlich an allen Ecken und Enden!

Gesplittet in zwei Teile, präsentiert „Chapter I“ vorwiegend älteres Material aus dem Jahre 1998, welches damals auch den Weg auf ein Demo (Allégorie d´une Souffrance) fand.
Nach einer höchst atmosphärischen Einleitung bannt sich „Oraison Funébre“ höchst zielstrebig den Weg in Richtung Highspeedgeklirre mit Niveau. Stimmige Choralbegleitung und frostige Riffs wechseln sich mit wohltemperierten Breaks, dem kraftvollen Rabengekrächze und geschickt integrierten Blastparts; so wird hier Abwechslung UND Grimness über stolze 6 Minuten - bestens umgesetzt - zelebriert!

Eine Spur melancholischer und mit weniger Tempo versehen krachen die beiden Nachfolgetracks ins Gebälk – zwar nicht so treffsicher wie der Opener aber ebenfalls nicht von schlechten Eltern! Sturmgesäusel und ein hypnotischer Uptempobeginn treffen hier auf schleppende Parts die so auch auf älteren Burzum/ForgottenWoods-Veröffentlichungen anzutreffen waren…
Etwas ungewöhnlicher taucht „Le Domaine … “ anschliessend am Horizont auf – der stoische Beginn kippt nach einer knappen Minute in pure Raserei um, macht aber auch vor teils gewagten Breaks nicht Halt und zeigt hier seine Affinitäten zu Falkenbach. Der berauschende männlich-hymnische Klargesang inmitten des Klangstrudels erzeugt im Kopf des Zuhörers eine Mischung aus Faszination und Aggression, bevor sanft gezupfte Laute den Song langsam und spartanisch ausklingen lassen …

Immer wieder auftauchende Akustikteile untermalen die teils erhabene, teils sehr nihilistische Aura von „Chemins de Souffrance“ - sparsame Tastentöne finden sich erst auf dem zweiten Teil der mit 4 brandneuen Tracks in punkto Qualität in nichts (nur eben in der Laufzeit) nachsteht und gleich zwei ohrwurmverdächtige Schwarzwurzelattacken in petto hat: zum ersten - „Barrad Du“ das mit seinem langsam explodierendem Gebräu sowohl die Highspeedfraktion als auch die hymnisch eingestellten Zuhörer ohne weiteres in seinen Bann zieht und weniger mit seinem instrumentalen Geschick, denn mit seiner magischen Ausstrahlung fesselt (übrigens gibt’s im Schlussabschnitt des 9-Minüters einen fantastischen Soloausritt am Sechssaiter zu bewundern)… Hier scheint die Repeat-Taste fast schon tiefgefroren zu sein…

Zum zweiten: „L´enfer Froid“ – hier erschafft der wiederum rein akustisch gehaltene Einstieg eine Klangkathedrale die den Vulkanausbruch vorwegnimmt und dabei mit einer Hymnenhaftigkeit über verschneite Berggipfel stapft ohne einen Funken Härte oder Geschwindigkeit einzubüssen. Klar kommt hier das Break nicht unerwartet, aber die Ruhe vor dem Sturm muss auch dann und wann mal sein – selbst wenn der danach nicht mehr allzulange wütet…

Umrahmt werden diese beiden Sahnestücke von dem monolithischen Midtempobrocken „War hent an Ancou“ und dem rein instrumentalen Finale „Noz-Veil“ - und fertig ist ein völlig kommerzfreies, jedoch überzeugendes und dazu spannungsgeladenes Werk das sich mit Recht 4 Sterne an die Backen kleben kann. Well done!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: PMH (01.12.2007)

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