Nosound - LightDark

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VÖ: 15.09.2008
Bandinfo: Nosound
Genre: Progressive Rock
Label: Snapper Music
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Wo andere Stiefelkinder gerne mal den Drachen mittels ultrahohem Truemetal-Gejaule töten, schwingen NoSound aus Rom die feinere wie qualitativ hochwertigere Klinge. Die sieben teils sehr ausufernden Kompositionen umhüllen den Hörer mit zarten, opulenten und progressiven Klängen welche nicht von ungefähr an No-Man, Pink Floyd oder frühe PorcupineTree erinnern; die Solovergangenheit der Band wurde zugunsten fähiger Mitmusiker verworfen und so ein Doppelalbum (jawoll, die Kaufversion bietet gleich noch 4 Bonusstücke und einen Clip zum Titeltrack an!) in langwieriger Entstehungsarbeit vorgelegt.

Während sich „About Butterflies…“ noch mit dem Credo eines minimalistisch / ambientlastigen Instrumentalintros zufrieden geben muss kämpft „Places Remained“ wacker im angestammten Territorium. Eine wohlige wie fliessende Stimme, umgeben von wabernden Keyboards sowie harmonieträchtigen Gitarren ergeben eine fast schon radiotaugliche Progsingle, welche auch vom Format her nicht an die folgenden Überlängen anschliesst.
Das luftige, mit Piano und Cello verzierte „The Misplay“ bietet quasi den Einstieg zum Herzstück des Albums namens „From Silence to Noise“: satte 15einhalb Minuten lang fährt man hier die volle Breitseite an Emotionen auf – schwebend, inklusive einiger ausufernden Instrumentalparts stellt man hier die besten Eigenschaften zur Schau. Soundmässig ohne Makel (wie im übrigen natürlich die ganze Scheibe) verlieren sich hier einige wunderschöne Gitarrenmomente, die wie ein Schleier über der Szenerie schweben und von der angenehmen Stimme Erra´s perfekt abgelöst werden. Fast schon über den Wolken schwebend vergeht diese Viertelstunde wie im Flug – und das obwohl im Song an sich eigentlich nicht allzuviel passiert; doch die beigemengten Kleinigkeiten machen diesen Langstreckentest erst richtig hörenswert – obwohl der im Songtitel implizierte „Noise“ ausbleibt.

Bei der Nummer 5 gibt’s ein Wiederhören mit Tim Bowness von den bereits erwähnten NO-MAN; nicht nur durch seinen Stimmbandeinsatz eine kleine, aber feine Progperle mit massiv Piano und Ambienttönen.
Kenner mögen sich über die oben genannten Parallelen mokieren, da aber die ebenfalls überzeugenden Schwermüter „Kites“ bzw. der Titeltrack zu keiner Sekunde bieder oder qualitativ minderwertig aus den Boxen strömen, sollten sich die Plagiatrufe aus der zweiten Reihe aber in Grenzen halten - zumal NoSound keinesfalls ohne eigene Akzente auskommen…

Unterm Strich steht eine ruhige wie melancholische Platte die keinerlei Tempo- oder Wutausbrüche verzeichnet, stattdessen auf viele getragene Momente und allerlei umklammernde tonale Wärme setzt . Für regnerische Herbsttage eine dicke Empfehlung – Kopfhörer rauf, Augen zu - und im Anschluss der neuen Anathema namens „Hindsight“ gelauscht; so kann man dieser kranken, maroden Welt am besten für knappe zwei Stunden entfliehen…



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: PMH (15.09.2008)

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