Red to Grey - Admissions

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VÖ: 26.09.2008
Bandinfo: Red to Grey
Genre: Thrash Metal
Label: Bad Land Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Satte 7 Jahre mussten ins Land ziehen um dem vielerorts gelobten Debutwerk namens „Wrath of the Weak“ einen grossen Bruder beiseite zu stellen; für RED TO GREY bedeutet das neue, schlicht „Admissions“ betitelte Werk mehr oder weniger einen Neustart auf allen Ebenen. Neues Label, leicht veränderter Sound sowie einige Personalrouchaden haben aber keine bleibenden Schäden hinterlassen, ganz im Gegenteil!

Die musikalischen Wurzeln der Müncher liegen jenseits des grossen Teiches, in der seligen BayArea - und wenn das Infoblatt schon mal die Big Names NEVERMORE und DEATH ANGEL ausspuckt, dann kleben wir auch mal schön die Briefmarke in Richtung EXODUS rauf: dort wo uns Riffmeister Gary Holt seine kongenialen Ideen serviert, setzen RTG den Hebel an – mittels progressiven, aber jederzeit hartem und intelligenten Gitarrenspiel balancieren die Stücke auf dem Zweitwerk „Admissions“ gekonnt zwischen Thrash und melodischen Metal . Melodisch deshalb, weil Frontmann Andy seine Stimme – anders als der derbe Rest des Genres – desöfteren in anderen Dimensionen (und eben clean & melodisch) über dem fetten Grundgerüst thronen lässt, vielleicht manchmal etwas höher als mir eigentlich lieb ist… nun, auch den etwas tieferen Grundton lässt Mr. Pankraz ab und an aus seiner Kehle, sodass das Ganze mal wieder absolute Geschmackssache ist.

Technisch als auch auf personeller Ebene hat sich in den letzten Jahren (wie erwähnt) einiges verändert, die Songs sind alle eine Spur länger und vertrackter ausgefallen, zünden in den meisten Fällen aber nach einer kleinen Eingewöhnungszeit - wie zB. das anfangs unspektakuläre „Free“, welches durch die Stimmlage etwas an die alten Nevermore anschliesst & mittels einen gelungen Akustikteil dynamisch gegen den Rest des Songs ankämpft. Aber das nur am Rande - schliesslich haben RED TO GREY genug Eigenpotential um nicht ständig gen Amerika schielen zu müssen. Solange sich solche Hämmer wie der flott in die Gehörgänge gleitende Thrashnagel „In the Darkest Corner“ (wer schrie da im Hintergrund sein Testament?) und der mehr als ultraheavy durch die bajuwarische Landschaft riffende Titeltrack & Albumeinstand auf einem deutschen Qualitätsprodukt breitmachen, darf man guten Gewissens in die Nachbarschaftspflege investieren ohne jetzt nennenswerte Abstriche in Kauf nehmen zu müssen.

Ein absoluter Burner ist der leicht an Heathen (ich sag nur „Victims of Deception“) angelehnte Uptemposmasher namens „Cast in Stone“ – während man beim ersten Umlauf noch selig in den güldenen 80ern schwebt entlockt einem die melodiöse wie virtuose Gitarrenarbeit nach und nach einen Grinser vom linken bis zum rechten Ohr. Eine Spur deftiger serviert uns „The Armour Piercing Dread“ einen anfangs geshouteten Einstand, um uns danach mit nahezu swingenden Gitarrenarrangements , pumpenden Bass und einer Prise Dreck im Vocalbereich zu verwöhnen. Und die Sechsaiterleistung von "The Fall of God" zwingt mich sowieso permant zur Repeattaste ..

Ausfälle gibt’s auf der ganzen stolzen 51 Minuten keine (okay, "Celebration of the Guilt" ist im Vergleich zum Rest nur lauwarm ausgefallen) dafür eben "nur" Unmengen an geilen Riffs, Feeling, gelungene Refrains und eine wohlige Umklammerung der alten Tage – allerdings ohne den Gruftmief (sprich: lieblos aufgewärmte Sachen der 80er-Prominenz) den so manche pickelige „Oldschoolthrasher“ heutzutage auf ihren Rundlingen mit sich rumschleppen…

Also: Thrash with Class? Ein klares „Ja“ von meiner Seite – und jetzt bleibt nur mehr zu hoffen das „Admissions“ nicht im Windschatten des Mittelklassemagneten von Metallica wie Blei in den Regalen liegenbleibt…



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: PMH (25.09.2008)

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