Nahemah - A New Constellation

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VÖ: 22.05.2009
Bandinfo: Nahemah
Genre: Metal
Label: Lifeforce Records
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Lineup  |  Trackliste

Erstaunlich vielfältig berauscht die spanische Viererbande das mit allerlei unnötigen musikalischen Trends verstopfte Ohr - mittlerweile seit über zehn Jahren aktiv verwundert die instrumentelle Fitness zu keiner Sekunde; und selbst die harschen Elemente brechen sich nicht an den zahlreichen verträumten Klippen: mag man beim Auftakt noch an ältere Opeth (wie auch schon beim Vorgänger) und diverse Skandi-Düsterkapellen denken, so geht nach rund 2 Minuten die Reise an durchaus verspieltere Orte … dort wo konventionelle Songstrukturen noch durchaus im Rahmen bleiben dürfen, aber diese dennoch genügend Eigenleben entwickeln um sich einer breiteren Hörerschaft präsentieren zu können.

Das Erstwerk von In the Woods dürfen sich die Herren desöfteren einverleibt haben, trotzdem klingen NAHEMAH weder typisch „ Norge“ noch in irgendeinem bestimmten Stil zu 100% zuhause. Das Fundament dieser zehn neuen Perlen bietet definitiv (härterer) Progmetal, dazwischen wüten aber auch bizarre CultOfLuna-Soundkulissen sowie fast schon Radiohead-artige Zerbrechlichkeit – man nehme sich nur mal den ersten Anspieltipp „Absynthe“ zur Brust: an dieser bezaubernden Lautmalerei ist – trotz der schweisstreibenden Dynamk - kein Ton zuviel ; hier pulverisieren omnipräsente Tastentöne die vorherrschende instrumentelle Schwermut, selbst das hier eher monoton wirkende Organ von Pablo Egido passt wie angegossen - man verschwindet multikulturell und mit allerlei Blasinstrumenten in der Hinterhand durch die Gehörgänge und selbst der im Schlussdrittel verwendete Cleangesang kommt beileibe nicht völlig unerwartet - und wird auch in weiterer Folge gern eingesetzt. Allzu leicht verdaulich geht es aber nicht die Spur weiter - vertrackte Rhythmen und akustische Zärtlichkeiten bilden bei „Follow Me“ eine leicht vertrauliche Bande zu den weniger erfolgreichen Moonspell-Outputs im Rahmen deren „Butterfly Effects“- Experimentiergangs. Trotzdem läuft auch hier der Melancholie-Faktor auf Hochtouren und lässt die nachfolgenden Stücke hart, aber herzlich auflaufen.

Egal ob man „Reaching the Stars“ oder "The Trip" anklickt - hier werden die handwerklichen Fähigkeiten in gut strukturierte, teils leicht gegenüber dem Vorgänger entschlackte Songs verpackt und mit allerhand angenehmen Nebeneffekten ausstaffiert: angenehm unter die Haut gehender Zweitgesang, Synthie-Moogs die ihre Wurzeln im 70er-Rock gesucht und gefunden haben sowie berauschende Breaks würzen die meist im Midtempo operierenden, nie um ein exotisch anmutendes Instrument (wie zB ein Saxophon) verlegenen Stücke, ordentlich.
Ein Jammer nur, dass der knurrig-beherrschende „Gesang“ sich im Gegensatz zu seinen Mitmusikern immer noch in längst vergessen Zeiten aufhält - mit einer feineren Klinge dürfte man in Zukunft mit noch mehr Zuspruch rechnen. Muss nicht im Sinne der Band sein, aber meinen Segen hätten sie dazu allemal … trotzallem – oder gerade wegen dieser kleinen Makel - findet „A New Constellation“ Gefallen; und solange dabei erstklasige Ware wie das elegisch aufrockende "Under the Mourning Rays" im Programm enthalten sind dürfen die Jungs weiter brüllen...



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: PMH (18.05.2009)

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