Seventh Angel - The Dust of Years

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VÖ: 23.06.2009
Bandinfo: Seventh Angel
Genre: Doom Metal
Label: BombWorks Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

SEVENTH ANGEL da war doch was? OK der prüfende Blick ins heimische CD Regal bestätigte meine Vorahnung, parken dort doch mit den beiden Frühneunzigerwerken “The Torment” und “Lament for the Weary” hochgeschätzte Teile meiner Sammlung. Und um ehrlich zu sein bis dato blieben dies auch die einzigen Scheiben der Briten. Bis dato? Richtig! Denn SEVENTH ANGEL sind back! Das derzeitige Line Up ist eine Mixtur aus Originalmitgliedern (Mark Broomhead on Bass, der kurz vor dem Bandsuizid 1992 on Board war), Simon Bibby on Guitar, der in Gründungstagen noch den Bass bediente, sowie die beiden Ur-SEVENTH ANGEL Tank on Drums und Mastermind Ian Arkley, dem auch die 17 Jahre ohne seinem siebenten Engel nichts an stimmlicher Magie gekostet haben.

SEVENTH ANGEL polarisieren sowieso, diese Band verehrt man oder man negiert sie – ich hab mich schon vor fast zwanzig Jahren für Ersteres entschieden und wurde auch von der nun vorliegenden Comebackscheibe nicht enttäuscht. Zwar hat die Band die noch deutlich thrashigere Ausrichtung von „The Torment“ eher in den Hintergrund verbannt, aber die magischen Momente, die ein Album wie „“Lament for the Weary” ausgezeichnet haben, fanden auch ihren Weg auf die insgesamt neun, teilweise überlangen Kompositionen von „The Dust of Years“.

Die gewisse MY DYING BRIDE Schwere, welche die Band auch schon in Urzeiten auszeichnete, trifft auf Arkley’s ungemein variables Organ. Der Meister himself röchelt und gurgelt nur um im gleichen Moment leicht aggressiv zu agieren, oder mit verträumten, zumeist todtraurigen Klargesang zu brillieren. Nimmt man den Opener „Chaos of Dreams“ jetzt mal Gitarrentechnisch unter die Lupe, fallen sofort die CELTIC FROST Anleihen ins Auge bzw. ins Ohr, die dieser fast hoffnungsvollen Trauerweide ein wenig Lebensmut einhauchen. Diese Vergleiche zwischen der sterbenden Braut und dem keltischen Gefroste ziehen sich dann nahezu durch das gesamte Album, die Grundstimmung bleibt über Komplettdistanz schön düster und mit dem über 10 Minuten dauernden „The Raven Sky“ zelebrieren SEVENTH ANGEL noch einmal all ihre aufgestaute Tristesse bis zum Exzess.

All jene, die die Band schon Anfang der 90er verehrt haben, werden auch „The Dust of Years” (der sich übrigens in keinster Form angesetzt hat!) lieben, alle SEVENTH ANGEL Neuentdecker und solche die es noch werden wollen sei mit auf die Reise gegeben: Wenn ihr es gerne düster, dunkel und deprimierend mögt, dabei einen Röchelsänger verkraftet und auch die eingewobenen Thrash Versätze gutheißen könnt, lasst Euch von „The Dust of Years” in wohlige Deprimiertheit tauchen…



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Reini (11.07.2009)

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