BRUCE KULICK - BK3

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VÖ: 29.01.2010
Bandinfo: BRUCE KULICK
Genre: Rock
Label: Frontiers Records
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Lineup  |  Trackliste

Es gibt nicht allzu viele Musiker die sich mit Fug und Recht als „coole Säue“ bezeichnen dürfen – BRUCE KULICK gehört aber mit Sicherheit zu diesem elitären Zirkel. Der Ausnahmegitarrist aus Brooklyn, New York hat seine Gitarrenspuren für unzählige Künstler eingespielt, begonnen hat seine glänzende Karriere 1977, als er MEAT LOAF auf dessen „Bat Out Of Hell“-Tour unterstütze. Wirklich große Bekanntheit erlangte er in seinen zwölf Jahren bei den amerikanischen Superrockern KISS, mit denen er grandiose Alben wie „Asylum“, „Hot In The Shade“ oder „Revenge“ einspielte. Nach Aufnahme der Unplugged-CD mit den Geschminkten, musste er die Band aber schlagartig verlassen, weil Urmitglied ACE FREHLEY – nach einem Gastauftritt – wieder voll integriert wurde. Zudem tourt er seit dem Jahrtausendbeginn mit GRAND FUNK RAILROAD über den Globus. KULICK konzentrierte sich nebenbei erstmals auf seine Solokarriere und sechs lange Jahre nach seinem Zweitling „Transformer“ meldet sich der Virtuose über Frontiers Records wieder gewaltig zurück.

Das schlicht „BK3“ betitelte Werk ist nicht nur ein Potpourri der amerikanischen Rockgeschichte, sondern versammelt auch unzählige mehr-oder-weniger Berühmtheiten auf dem Zwölf-Tracker. Am fetzigsten und wildesten präsentiert sich KULICK beim Opener „Fate“, der sich als uramerikanischer straight-in-your-face-rocker erweist und mit fast schon metallischen Gitarrenläufen eine Richtung andeutet, die erwartungsgemäß doch nicht fortgeführt wird. „Ain’t Gonna Die“ geht nicht zufällig in die Richtung seiner langjährigen Ex-Band, hat KULICK hier doch KISS-Marketinggenie Gene Simmons für die Vocals gewinnen können. Das mit Ex-MÖTLEY CRÜE und ESP-Shouter John Corabi aufgenommene „Friend Of Mine“ rückt sich erstmals in das balladeske Licht, lässt zwar rockige 80ies Gitarrenläufe einfließen, wirkt aber zu flügellahm und daher austauschbar. Gene’s Sohn Nick Simmons darf bei „Hand Of The King“ mitmachen, dass sich ohrwurmfördernd als Mischung aus Old-School Rock der Marke KISS und modernen Elementen alà NICKELBACK präsentiert. „I’ll Survive“ bleibt auf der gemütlichen Schiene, erst „Dirty Girl“ (mit THE KNACK-Shouter Doug Fieger) bringt als Mischung aus CHEAP TRICK und DEF LEPPARD wieder mehr Schwung in die Bude. Das melancholische „Final Mile“ dürfte im nächsten Live-Set der Feuerzeugzücker werden.

Der Heavy-Rocker „I’m The Animal“ ist neben „Fate” der der härteste Song auf „BK3“ und wird durch die Auftritte von EDGUYs Tobias Sammet und KISS-Drummer Eric Singer verstärkt. „And I Know“ fließt wieder deutlicher in den mainstreamigen AOR, lässt im Refrain aber KULICKs Vergangenheit bei KISS einmal mehr deutlich aufleuchten. Das mit TOTO-Legende Steve Lukather eingespielte „Between The Lines“ erinnert frappant an AUDIOSLAVE oder RAGE AGAINST THE MACHINE in ihren gemächlicheren Phasen. Ein Stilbruch, den man sich auf dieser Scheibe nicht mehr erwartet hätte. Mit „Life“ hat KULICK dann als offiziellen Abschluss noch einen wirklichen Faserschmeichler an Bord, der wohl aus rein kommerziellen Gründen seine Daseinsberechtigung erhielt. Als Bonustrack gibt’s noch „Skydome“ von seinem Solodebüt „Audio Dog“ als akustische Selbstverherrlichung auf der Gitarre.

Es war auf jeden Fall bitter nötig, dass BRUCE KULICK wieder einmal ein neues Werk hinter dem Ofen hervorholte. Ob die Qualität jetzt sämtliche Erwartungen zu übertreffen weiß, wage ich – wohl berechtigt – zu bezweifeln. KULICK weiß genau, was sein Publikum hören möchte, wirkliche Überraschungen oder unerwartete Stilveränderungen gibt’s aber nur in den seltensten Fällen, was dem guten Mann als leichte Feigheit angelegt werden könnte. Dass KULICK aber auch anno 2009 noch bombastische Hard Rock Salven aus seinem Saitengewehr pulvern kann, daran braucht niemand zweifeln. Jene die KULICK kennen, wissen ohnehin, dass sie nichts falsch machen können – allen anderen würde ich noch einen Sicherheitsblick auf die MySpace Seite raten.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (20.01.2010)

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