Tristania - Illumination

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VÖ: 19.01.2007
Bandinfo: Tristania
Genre: Gothic Metal
Label: SPV / Steamhammer
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Das Ausscheiden Morten Veland´s markierte vor sechs Jahren einen Wendepunkt in der Karriere von TRISTNIA. Die Folge war ein stetes Zwischen-den-Stühlen-sitzen zwischen den eher Death Metal orientierten Wurzeln und der neuen, deutlich poppigeren Ausrichtung der Band. Nach dem Fortgang von Kjetil Ingebrethsen, welcher ja als Nachfolger Veland´s für die hantigeren Vocals zuständig war, schien das Trademark der Band, nämlich das Triumvirat aus zartem Sopran, cleanem Männergesang und wütendem Gekeife, neuerlich zu wackeln. Trotzdem war schnell klar, dass kein Nachfolger gesucht wird – wie man hört, möchte Østen Bergøy in Zukunft die heftigeren Parts selbst übernehmen. Falls dies in der neu gefundenen Ausrichtung TRISTANIAS überhaupt noch ein Thema ist…

Die, durch den unerwarteten Ausstieg des Shouters entstandene Lücke, konnte vorübergehend erstmal durch einen Gastauftritt von Vorph (SAMAEL) ganz hervorragend gefüllt werden. Daran könnte man sich durchaus gewöhnen, denn Vorph´s Shouts harmonieren einen ganzen Zacken besser mit Vibeke Stene und Østen Bergøy Stimmen, als zuletzt jene von Ingebrethsen. Überhaupt wirkt das ganze Album deutlich stimmiger als sein Vorgänger. „Illumination“ kommt rasch auf den Punkt und zeichnet sich durch ein hohes Mass an Eingängigkeit aus. Obwohl erstmals ein Streicherquartett zur Unterstützung ins Studio geladen wurde wirken die Songs nicht überladen – im Gegenteil: TRISTANIA überraschen immer wieder mit ganz einfachen Strukturen mit einer ausgewogenen Kombination aus cleanen und verzerrten Gitarren. So entstehen teilweise gewaltig emotionelle Songs, wie „The Ravens“ oder „Down“, die sich oberflächlich betrachtet zwar nur geringfügig voneinander unterscheiden – was eine (im positiven Sinn) monotone Atmosphäre fördert - in die sich aber wunderbar eintauchen lässt, wodurch sich wiederum die innere Schönheit der Songs offenbart. Eine vergleichbare Stimmung habe ich bisher nur bei TIAMAT erlebt, deren Entwicklung ja bekanntlich einen ganz ähnlichen Verlauf genommen hat.

TRISTANIA Fans der ersten Stunde werden mit „Illumination“ vermutlich wenig Freude haben. Das schleppende Tempo und die deutlich reduzierten Death Metal Parts werden bei den Meisten auf wenig Gegenliebe stossen. Mir persönlich gefällt die Entwicklung dieser Band sehr gut, da sie Stimmung macht, ohne sich allzu sehr auf die Brechstange zu verlassen. Und Mut zu Veränderung gehört sowieso belohnt. Ein ganz grosses Album!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: adl (17.01.2007)

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