MY RUIN - Ghosts And Good Stories

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VÖ: 27.08.2010
Bandinfo: MY RUIN
Genre: Rock
Label: Tiefdruck-Musik
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Lineup  |  Trackliste

Die gute Tairrie B. Murphy war mir bislang eher als schrill und auch zu aufgesetzt rüber kommende Frontfrau von so als Rohrkrepierer einzustufenden Bands wie MANHOLE oder TURA SATANA (die ja bekanntlich nichts anderes waren als MANHOLE, die sich nach der "Relief Through Release" CD umbenennen mussten) ein Begriff, dass die Dame mit ihrem Angetrauten Mick Murphy jetzt schon das sage und schreibe sechste MY RUIN Album auf die Menschheit loslässt, ist an mir bis dato spurlos vorübergegangen. Doch dieser Hinweis muss zu allererst erfolgen: „Ghosts And Good Stories“ ist entdeckungswert, nicht nur, weil das komplette Album von Tairrie mit der vor interessantem Stoff(en) nur so strotzenden Thematik der blut-, schweiß- und tränenbefleckten Bibelseiten bedacht wurde – ein Testament der Liebe wenn man so will, welches dann auch gleich den Konnex zu den beiden Eheleuten spinnt, nein auch musikalisch wissen die insgesamt dreizehn Songs in der guten Dreiviertelstunde zu gefallen.

Auch ist „Ghosts And Good Stories“ ein absolutes Do it your self Album geworden, Mick Murphy hat produziert, gemixt, gemastert und natürlich sämtliche Songs geschrieben, Ehefrau Tairrie war für das Konzept und auch das wirklich saucoole Coverartwork zuständig, welches ihre Grosseltern auf deren Farm Anfang des 20. Jahrhundert zeigt. Zwar hätte ich mir manchmal eine Spur mehr an variablen Songs gewunschen (Mick Murphy hat ein Faible für das behäbige Midtempo), dafür hat Madame Murphy mit ihrer Sangesperformance den größten Eindruck hinterlassen. Sicher, die Dame ist noch immer schrill, bei Zeiten gar nervtötend, aber sie hat die Flüsterpassagen für sich entdeckt, „La Ciudad“ beginnt gar, als ob Tairrie zur Edel Domina samt tiefstem Bariton mutiert wäre. Aufgelockert wird dann doch noch eine Spur, „Suicide Tuesday” ist ebenso ein wenig flotter angelegt wie der arschcoole “Money Shot“, der neben dem trocken, einfach gestrickten „Saviourself“ sicher zu den Highlights des Albums zu zählen ist.

Was bleibt ist ein cooles Album, welches zwar ein paar Längen aufzuweisen hat und auch nicht unbedingt mit der Variabilität um sich wirft, aber die Murphy’s wissen wie man einen verdammt knallharten, aber trotzdem nie zu überkandierten Arschtritt zielsicher in die Eingeweide platziert.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: reini (27.08.2010)

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