Kylesa - Spiral Shadow

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VÖ: 25.10.2010
Bandinfo: Kylesa
Genre: Sludge Metal
Label: Season of Mist
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Lineup  |  Trackliste

Den Preis für die bestaussehendste sowie gitarrentechnisch versierteste Frontfrau im Metalbusiness kann man den, aus dem US-Staat Georgia stammenden Rockern KYLESA schon im Vorfeld des Reviews verleihen. Vor allem live macht Frau Pleasants einiges her, weswegen es sich umso mehr lohnt einen der energetischen Bühnenauftritte der Truppe zu besuchen.

Doch nun zum eigentlichen Thema des Reviews: Schon eineinhalb Jahre nach dem Release seiner letzten Scheibe 'Static Tensions' kann das Quintett mit seinem nunmehr fünften Album aufwarten. Wenn man bedenkt, dass die Band erst vor einer Dekade gegründet wurde und nebenbei auch noch einige Splits und EPs veröffentlicht hat, lässt sich ohne Zweifel von einer regen Releasepolitik sprechen.

Das französische Label Season of Mist hat sehr gut daran getan KYLESA unter Vertrag zu nehmen, schnellt der Bekanntheitsgrad der Gruppe doch stetig in die Höhe. Erst kürzlich, auf der gemeinsamen Tour mit CONVERGE, wurde dieser Hype von den jubelnden Fanmassen eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Die Band gehört also wirklich zum Heißesten, was die internationale Metalszene momentan zu bieten hat; natürlich in zweierlei Hinsicht.

Musikalisch lässt sich 'Spiral Shadow' in zwei Abschnitte unterteilen. Die erste Hälfte des Albums bietet den gewohnten durch Punk, Stoner und Heavy Metal Zitate aufgepeppten Sludge, während sich der zweite Teil in eher leichtfüßigen, rockigen Gefilden bewegt. Letzterer wird auch fast ausschließlich von Laura Pleasants intoniert. Wie immer gibt es natürlich auch die wunderbaren Gesangsduelle der beiden Fronter. Phillip Cope bellt wieder einmal räudig und punklastig ins Mikro, während Ms Pleasants gekonnt zwischen hypnotischem Klargesang und aggressivem Schreien wechselt.

Besonders hervorzuheben sind der eingängige Opener 'Tired Climb', welcher übrigens auf der Season of Mist Homepage zum kostenlosen Download bereitsteht und mit dem eigenartigen Charme der zwei Drummer besticht, sowie der nachfolgende, beinharte Track 'Cheating Synergy'. Hier kommen vor allem die überdurchschnittlichen technischen Fähigkeiten der Truppe zum Vorschein, die in ausgedehnten Soli zur Schau gestellt werden.
Auch das wunderbar melodische, transzendentale 'Crowded Road' gehört wohl mit zum Besten, was die Band jemals fabriziert hat.

Doch allen Songhervorhebungen und Abgrenzungen zum Trotz sollte man 'Spiral Shadow' als Gesamtkunstwerk betrachten, das unbedingt an einem Stück gehört werden sollte, da die meisten Tracks fließend ineinander übergehen und oft Teile vorhergehender Songs zitiert werden, weshalb man manchmal denkt man höre nur ein einziges, überlanges Gesamtstück. Einzig die etwas langatmigen Songs im Mittelteil der Scheibe könnte man als Kritikpunkt anführen.

Abschließend kann ich den Jungs und dem Mädel guten Gewissens attestieren wieder einmal alles richtig gemacht zu haben. 'Spiral Shadow' bietet die übliche Vollbedienung in Sachen KYLESAscher Klangkünste und ist an Eigenständigkeit schlichtweg nicht zu überbieten. Ich glaube den Sound dieser einzigartigen Combo würde ich immer wiedererkennen.

Spätestens aufgrund dieser Scheibe kann man KYLESA nun endgültig als Galleonsfigur der jungen, amerikanischen Sludgebewegung bezeichnen.
Wem MASTODON zu kommerziell und BARONESS zu progressiv sind, der dürfte in der Truppe aus Savannah die wohl perfekte Lösung gefunden haben. Diese Band kann einfach nicht genug gehypt werden. Absolute Kaufempfehlung!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Johannes Deml (22.10.2010)

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