God Dethroned - Under The Sign Of The Iron Cross

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VÖ: 19.11.2010
Bandinfo: GOD DETHRONED
Genre: Death Metal
Label: Metal Blade Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Das holländische Knüppel-Kollektiv GOD DETHRONED hat es noch nie leicht gehabt. Trotz einer Vielzahl an überdurchschnittlich starken Todesbleiwerken, konnte man kommerziell nie an die Erfolge wesentlich eintöniger agierender Kollegen wie CANNIBAL CORPSE, SIX FEET UNDER oder KATAKLYSM heranreichen. Chef-Glatze Henri „T.S.K.“ Sattler versucht es auf dem mittlerweile neunten Studioalbum mit lyrischer Kontinuität. Wie schon der – von Ex-Gitarrist Isaac Delahaye thematisch unterstützte – Vorgänger „Passiondale“, handelt das provokativ becoverte „Under The Sign Of The Iron Cross“ vom Ersten Weltkrieg. Spezielle Inspiration erhielt Geschichtsfreak Sattler diesmal vorwiegend von Ernst Jüngers Buch-Klassiker „In Stahlgewittern“.

Was die ganz und gar nicht lieben Tulpenländler auf dem Konzeptwerk an Aggression und Geschwindigkeit darlegen, überbietet die Letztjahresveröffentlichung noch um etliche Längen. Nach der atmosphärischen Intro-Kriegserklärung holzen GOD DETHRONED ab „Storm Of Steel“ nämlich dermaßen brachial durchs Unterholz, dass selbst gestandene Frontschweine ehrfürchtig hinter die eigenen Linien zurückflüchten. Von epischer Todes-Lava a la „Sigma Enigma“ ist zum 20-jährigen Jubiläum wenig übrig geblieben. Mit brachialem Sperrfeuer („Fire Storm“) und kompromissloser Artillerie („The Killing Is Faceless“) lassen sich schon Kriege gewinnen. Dass den Holländern atmosphärische Mid-Tempo Arien durchaus gut zu Gesicht stehen, beweisen sie beim grandiosen Titeltrack, der mit schaurig-schönen Clean Vocals und Keyboard-Outfading eine klare Sonderstellung im dargebotenen Ballerprogramm einnimmt. „Chaos Reigns At Dawn“ lebt von einer grandiosen Gitarren-Hook, die sich mit knochenzerberstenden Songkorpus und Kugelgemetzel-Sample zur ultimativen Gewalthymne entlädt. Am Ende geht der shreddernden Schlachtplatte dann doch die Innovation flöten, nach dem siebeneinhalb-minütigen Epic-Closer „On Fields Of Death & Desolation“ bleiben aber nur mehr Napalm-zerbombte Leichenfelder über. Vom ruhig plätschernden Intro über die riffunterstützte Blastbeat-Berieselung bis hin zur hochmelodischen Verabschiedung fahren die – erneut auf zwei Positionen veränderten – Weststaatler ihr komplettes Repertoire auf.

Weniger träger Bombast – mehr rohe Ungeschliffenheit. Damit wir uns nicht falsch verstehen; „Under The Sign Of The Iron Cross“ ist bereits das dritte Teil, das mit einer fetten Produktion von Jörg Uken aufwarten kann. Die Ungeschliffenheit liegt viel mehr im dauerrasanten Tempo, dass GOD DETHRONED hier an den Tag legen. Ob das gute Stück „Passiondale“ übertrifft, muss jeder für sich selbst herausfinden. Definitiv sicher ist aber, dass GOD DETHRONED hier ein weiteres Referenzwerk des europäischen Todesbleis vorlegen. Abzüge gibt’s nur für die magere Spielzeit und die wenigen Filler – ansonsten könnt ihr euch getrost in den Schützengraben legen und von den Jungs die Schädeldecken abschrauben lassen.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (12.11.2010)

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