Debauchery - Germany's Next Death Metal

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VÖ: 25.03.2011
Bandinfo: Debauchery
Genre: Death Metal
Label: AFM Records
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Lineup  |  Trackliste

Viel hat sich getan, im Hause DEBAUCHERY. Seit dem großartigen „Rockers & War“ sind auch schon wieder zwei Jahre ins Land gezogen und Band-Diktator Thomas Gurrath musste aufgrund seiner Vorliebe für Blut, Tod und Titten alle pädagogischen Berufsträume ad acta legen. Sich ausschließlich auf die Musik konzentrierend, hat der glatzköpfige Stuttgarter mit BIG BALL eine längst fällige AC/DC Gedenktruppe aus dem Boden gestampft, wodurch er sich bei DEBAUCHERY nun vollständig dem groovigen Death Metal widmen kann.

Ebenso bekannt ist, dass DEBAUCHERY einen immens hohen Veröffentlichungsoutput vorweisen können und wohl gerade deswegen nicht alljährlich mit gleich hoher Qualität aus den Speakern rasseln. Auf dem mittlerweile siebenten Album „Germany’s Next Death Metal“ fehlt es nämlich an Abwechslung, an Überraschungsmomenten und am letzten Kick. Klar, alles zu Tode walzende Brummer wie „Animal Holocaust“, „Armed For Apocalypse“ oder „Killing Is Our Culture“ montieren Rüben ab, aber neben den durchwegs bekömmlichen Todeshäppchen gilt es leider auch völlig Austauschbares wie den überlangen und unsagbar nervenden Opener „The Unbroken“ oder den grob plakativen Titeltrack zu überstehen.

Gurrath ließ hörbar viel Herzblut in seine stampfenden Kompositionen einfließen, aber es fehlt einfach an den Ecken und Kanten. Für Innovationen waren DEBAUCHERY noch nie bekannt, doch kokettierte man anno 2009 sogar leicht mit dem Black Metal oder drückte massiv aufs Gaspedal. Den Mut um Auszubrechen finden DEBAUCHERY auf „Germany’s Next Death Metal“ nur sehr selten. „Death Will Entertain“ hat ungewohnte Ruhrpott-Thrasheinflüsse, „Genocider Overkill“ lebt vom tödlichen Groove und pumpenden Basslinien. Ansonsten wird nur das klar definierte Zielpublikum bedient und in altbekannter SIX FEET UNDER-Manier durch die Spielzeit gegrunzt.

„Germany’s Next Death Metal“ trieft vor lyrischem Zynismus und Nackenabschrauber-Riffs, aber nachhaltig ist die kurzweilige Rumpelplatte nicht. Ein bisschen mehr Mut zur Abwechslung hätte dem Teil gut getan, so stinkt „Germany’s Next Death Metal“ im direkten Vergleich zum Vorgänger deutlich ab. Für den grenzgenialen Albumtitel und die prollige „Fuck You“-Attitüde gibt’s einen halben Zusatzpunkt. Ich ziehe mir indessen lieber wieder „Primordial Annihilator“ durch die Ohren und warte auf das nächste Album.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (21.03.2011)

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