3 FEET SMALLER - 3 Feet Smaller

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VÖ: 00.00.2011
Bandinfo: 3 FEET SMALLER
Genre: Punk Rock
Label: Cosmix
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Lineup  |  Trackliste

Möchte man als österreichische Band international durchstarten, versucht man etwas typisch Nationales auf Silber zu pressen und erspart dem reisebegeisterten Fernöstler somit unzählige Besuche in spanischen Hofreitschulen oder Zuckerwatteschlössern aus einer Monarchie längst vergangener Tage. Wenn man hingegen in den Platzhirschstatus verliebt ist und - pubertätsbedingt - verunsicherte Teenies verzaubern möchte, kopiert man internationale Erfolgsrezepte und präsentiert diese major-trächtig, nur eben Österreichisch.

3 FEET SMALLER veröffentlichen im elften Jahr ihres Bestehens nun das „Self-Titled Album“ und legen bereits im Opener „Vienna´s Burning“ eine Hymne hin, die, zwar mit äußerst starken Riffs getuned, doch nicht so richtig im Ohr euphorische Runden dreht. Die für eine Punkband obligate Auflehnung gegen politische Zustände im Sozialstaat vermisst jedoch - dank lyrischer Bescheidenheit - doch die gewisse dichterische Würze.

Das an Desensitized von GREEN DAY erinnernde Intro der zweiten Nummer, „Deja-Vu“, leitet einen Song mit interessanten Breaks ein, der bestimmt auf dem einen oder anderen nationalen Freiluftspektakel nickende Köpfe provozieren könnte.

Für die Nummer „Lead Or Follow“ holten sich die drei Wiener ein originales DEICHKIND (FERRIS MC), der den C-Part durch deutschsprachige Wortakrobatik hochkarätig aufwertet. Absoluter Anspieltipp Nummer 1.

Bis zum sechsten Track arbeiten 3 FEET SMALLER dann mit Füllmaterial, ehe mit "On My Own #2" ein Rock'n'Roll Beat eingepunkt wird, der den zweiten Anspieltipp darstellt. Nicht unüblich, auch mit vielen Breaks. Sozusagen DER melodische Punk Rock Schunkler des Albums. Mit „The Death Of Katja Kassin“ offenbaren 3 FS das letzte Highlight des Albums. Melodisch, leicht aggressiv und durchaus abwechslungsreich.

Beim Genuss des 13 Track-PunkRock-Albums nieselt es Assoziationen zu berühmten amerikanischen Vertretern des Genres, wobei sich ein starker Regen um die Gegend San Francisco/Bay Area breit macht. Authentizitätslos und mit dem Finger auf der Wiederholungstaste der letzten 15 Jahre High-Class-Calipunk, präsentiert hier eine der zweifelsfrei größten Bands aus Österreich, ein tadellos produziertes Werk. Lyrisch zwar dürftiger, jedoch perfekt inszenierter Poppunk mit Hip-Hop-Avancen made in Austria.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Dom Kamper (08.07.2011)

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