Anthrax - Worship Music

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VÖ: 16.09.2011
Bandinfo: ANTHRAX
Genre: Metal
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste

Über die fast schon ausgeuferten Sängerquerelen im Hause ANTHRAX möchte ich ebenso wenig schwadronieren wie den Fakt, dass es wohl doch METALLICA und ihre Einladung zu den Big 4 Shows waren, die ANTHRAX wieder das nötige Leben eingehaucht haben. Fakt ist, mit „Worship Music“ liegt das erste ANTRHAX Album seit sage und schreibe acht Jahren („We've Come for You All“ ya know!) und das erste vollständige Tondokument mit Sänger Joey Belladonna seit der „Persistence of Time“ im Jahre 1990 vor. Selbst meinten ANTHRAX ja, dass neue Album würde in etwa so klingen wie wenn man die Band aus dem Jahr 1987 durch einen 2011er Filter gezogen hätte. Nun eins gleich vorweg, „Worship Music“ hat seine großartigen Momente, aber es gibt auch diverse Stücke, die für den Die-Hard ANTHRAX Fan der Frühphase doch einiges an Überwindung bedeuten werden…

… der Einstieg allerdings könnte nicht besser sein, „Earth On Hell“ und auch „Fight 'Em Til You Can't“ sind sicher das am meisten in die Vergangenheit schielende Material des neuen Rundlings und auch der leicht rockig daherkommende Good Time Thrasher „The Devil You Know” weiß absolut zu überzeugen. Dann gibt’s aber erstmal eher untypisches zu verdauen – „I’m Alive“ ist deutlich modern ausgerichtet, „In The End“ eingeleitet von Celli und Glocken ist roh und trocken, hat einen wirklich guten Refrain und baut auf einem heftig-dahin groovenden Beat auf; nicht ganz typisch ANTHRAX, aber verdammt gut.

Dass kann man von „The Giant“ allerdings weniger behaupten, ein konfuses Irgendwas bei dem auch nach zig Durchläufen wenig bis gar nichts hängen bleibt. „Judas Priest“ führt vom Titel her ziemlich in die Irre, mit rund sieben Minuten neben „In The End“ der längste Track auf dem Album und auch ein in gewissen Phasen mühsamer, weil kaum greifbarer. Ja und dann kommt „Crawl“, der wird wohl am häufigsten diskutiert werden. ANTHRAX goes tatsächlich irgendwie leicht in Richtung ALICE IN CHAINS und Konsorten; die zarte Melodie, die Traurigkeit, welche durch Streicher-Arrangements akzentuiert wird, die Melancholie, all das kennen wir auch von Seattle’s Finest – trotzdem guter Song, nur halt kein ANTHRAX-styled Thrasher. Der Rest ist mehr oder weniger wieder ANTHRAX wie man sie kennt, schätzt und auch lieben gelernt hat. Harte Riffs, ein Belladonna in Höchstform und die ein oder andere moderne Note (besonders in „The Constant“).

„Worship Music“ ist sicher kein „Spreading the Disease“ und/oder „Among the Living“, aber auch so sehr ich die Bush-Phase der Band gemocht hatte, es tut verdammt gut einen Joey Belladonna wieder auf einer ANTHRAX Veröffentlichung zu hören. Da verzeiht man dem harten Kern der Band (nebst Belladonna die restlichen Urgesteine Scott Ian, Basser Frank Bello und Drummer Charlie Benante) auch so manch einen nicht ganz stimmigen Track.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Reini (16.09.2011)

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