Amongst The Deceit - Tribulations of Man

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VÖ: 00.00.2011
Bandinfo: Amongst The Deceit
Genre: Brutal Death Metal
Label: Eigenproduktion
Lineup  |  Trackliste

2008 haben sich AMONGST THE DECEIT gegründet und bei dem um DEVASTATING ENEMY Drummer Tom „Sic” Urbanek (Session-technisch für die diversen Blastbeats zuständig gewesen!) erweitertem Quartett steht ausnahmsweise mal das Brutal an der richtigen Stelle vor dem Death Metal. Das suggeriert auch das vom schwedischen Künstler Pär Olofsson entworfene Gore-Cover und die knappen 90 Sekunden von „Inceptum“ sind sozusagen die Ruhe vor dem Sturm, der alsdann hereinbrechen wird…

… und wie er das tut. Die Band um Hauptsongwriter Steve macht wenige bis gar keine Gefangenen, lässt Großteils die modernen Einflüsse in den eitrig-klebrigen Eingeweiden ihres Plattencovers dahin verwesen und holzt und meuchelt sich durch sieben Stücke, die für ein Debütlalbum einen mehr als beeindruckenden Eindruck hinterlassen. Sowohl die abwechslungsreiche und technisch höchst versierte Gitarrenarbeit, als auch das Geröchel von Fronter Thorn lassen kaum Wünsche offen. Lediglich das in den Wiener Hinterhof Studios eingeprügelte Schlagwerk lässt die Trockenheit vermissen und klingt gerade bei den Blasts gar arg klinisch.

Dem dahin vegetierenden Alien auf der Covervorderseite sei Dank, sehen AMONGST THE DECEIT ihr Heil nicht ausschließlich im Komplettgeprügel, sondern bauen auch die dringend notwendige Midtempo-Passagen ein. „Dawn Of The Martyr” – sonst eine Knüppelorgie sondergleichen – darf getragen beginnen und hat im Mittelteil noch dazu diesen herrliche Zombievocals. Der längste Track des Albums „Dead With Open Eyes“ ist über siebeneinhalb Minuten hinweg der wohl am meiste bemerkenswerte Beitrag auf „Tribulations of Man”. Auf derart lange Spielzeit hinaus so viele Windungen und Tempowechsel zu kredenzen bedarf schon außerordentlicher Fähigkeiten. Zusätzlichen haben AMONG THE DECEIT bei „Death Walks The Earth“ niemand geringeren als ex-BELPHEGOR Seitenhexer Sigurd ausgegraben und für ein Gast Solo gewinnen können, welches sich noch dazu deutlich von jenen abhebt, die Lead Gitarrist Steve im Polycarbonat verewigt hat. (Übrigens für’s Protokoll: der ex-Belzebub Sigurd hat auch den de-facto Opener „Inferior Lives“ solotechnisch veredelt.)

AMONGST THE DECEIT ist mit ihrem Erstlingswerk ein wirklich mehr als passabler Einstieg gelungen. Sicher, hie und da würde man sich mehr so voller Abwechslung steckende Nummern wie „Dead With Open Eyes“ wünschen, aber wir reden hier schließlich von einem Debütalbum. Und zwar von einem auf dem man mehr als aufbauen kann, sollte man unbedingt im Auge behalten die Halleiner Brutal-Deather…



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Reini (07.11.2011)

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