Epica - Requiem for the Indifferent

Artikel-Bild
VÖ: 09.03.2012
Bandinfo: EPICA
Genre: Symphonic Metal
Label: Nuclear Blast Records
Hören & Kaufen: Amazon | Ebay
Lineup  |  Trackliste

Nach ihrem starken Output „Design your universe“ melden sich Epica mit ihrem neuen Werk „Requiem for the Indifferent“ eindrucksvoll zurück. Stilistisch wollte man lediglich den Sound des Vorgängers beibehalten und „einfach“ stärkere Songs schreiben und komponieren. Ich möchte vorwegnehmen, dass dies den Holländern mehr als nur eindrucksvoll gelungen ist. Wo man bei „Design your Universe“ noch „stark...“ dachte, kommt mir hier nur ein „wow!“ über die Lippen.

Auch auf dem neuen Werk präsentiert man sich enorm spielfreudig und zeigt einige Facetten auf. Von brettharten Songs wie „Infernal Warfare“ über emotional ergreifende Balladen wie „Delirium“ bis hin zu epischen Krachern wie „Deter the Tyrant“ ist wirklich alles dabei. Sängerin Simone ist sowieso unverkennbar und eine Meisterin ihres Fachs. Kaum eine Frau weiß mit ihrer Stimme derart gut umzugehen wie sie. Besonders gut gefällt sie mir ja immer dann, wenn sie eher seichtere Töne anstrebt und es ruhig angehen lässt. Da lässt die Gänsehaut bei mir nicht lange auf sich warten, was vor allem bei der meiner Meinung nach bislang stärksten Epica Ballade „Delirium“ der Fall ist.

Eine Veränderung zum Vorgänger ist mir aber dann doch sofort ins Auge bzw. Ohr gestochen. Die Gitarren rücken wieder etwas mehr in den Vordergrund und harmonieren perfekt mit den orchestralen Parts sowie mit dem choralen Gesang. Fans brauchen jetzt also nicht aufzuschreien, an Melodie haben Epica nichts, aber auch rein gar nichts eingebüßt. Das Konzept lässt sich eigentlich relativ leicht in Worte fassen. Es geht um uns, die Menschen, wie wir aktuelle Krisen bewältigen können und eine bessere Zukunft schaffen können. So einfach das Thema klingen mag, so tief behandeln es Epica mit ihrem starken Songwriting.

Herzstück bzw. Herzstücke des Albums sind natürlich die 2 Longtracks mit dem Titeltrack und dem Rausschmeißer „Serenade of Self-Destruction“. Immer wieder krieg ich zu hören, wie sich Anhänger der Metal Szene über Longtracks beschweren, die quasi nur belanglos aneinandergereihte Parts miteinander verknüpfen und mit einem noch viel belangloserem Outro im Nichts verschwinden. Epica sind auch in der Hinsicht kaum zu schlagen. Wo andere Bands am laufenden Band mit einschläfernden Longtracks daher kommen, bieten Epica auch hier höchstes Niveau. Irgendwie ist eine Struktur zu erkennen und doch gibt es bei jedem Durchlauf immer wieder viel zu entdecken, was eben den Reiz solcher Songs ausmacht. Wenn man sich schon knapp 10 Minuten um die Ohren haut, will man sich auch in dem Song verlieren. Epica schaffen es vor allem mit den 2 Songs, den Hörer an sich zu binden und nicht mehr loszulassen. Beide Tracks bestechen natürlich größtenteils mit imposanten Orchesterparts sowie tollen Choreinlagen. Nichts desto trotz spielt auch die dichte Atmosphäre eine große Rolle hier, wobei ich eben genau diese auf dem gesamten Werk derart stark wahrnehme.

Lange Rede, kurzer Sinn...Epica bringen einfach das, was den meisten Bands aus dem Symphonic Metal Bereich fehlt, Qualität! Obwohl man mit einer Spielzeit von über 70 Minuten einen ganz schön heftigen Brocken vor der Brust hat, wirkt absolut kein Song wie ein Lückenfüller. Die Platte bietet dem Hörer enorm viel Entwicklungspotenzial und verbraucht sich nicht schon nach 5 Durchläufen. Epica erreichen auch mit „Requiem for the Indifferent“ eine diverse Tiefe, sodass der geneigte Hörer hier erneut ein Meisterwerk in den Händen halten wird. Wer mit dem simplen Female Fronted Kram nichts anfangen kann, der sollte sich hier bedienen und dürfte aller Voraussicht nach nicht enttäuscht sein.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Sonata (28.02.2012)

WERBUNG: Uzziel
ANZEIGE
WERBUNG: Escape Metalcorner
ANZEIGE