Divine Temptation - Killer Suites

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VÖ: 00.00.2012
Bandinfo: Divine Temptation
Genre: Progressive Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Eat. Sleep. Djent.

So die Innsbrucker auf ihrer äußerst amüsanten Facebook Page. Wie auch generell der Humor nicht zu kurz kommt. Als rein Djent kann man die Band auf ihrem dritten Album nicht bezeichnen, dazu sind zu viele andere Einflüsse dabei. Allein schon der Gesang weißt zahlreiche Facetten auf die in "reinen" Djent-Bands eher selten vorkommen. Natürlich wird auch die Death-Stimme mit reingenommen, aber Marco kann dann schon noch einiges anderes.

Und neben all den hochtechnischen, polyrhythmischen Spielereien bleibt noch immer genug Platz für wunderschöne Melodien ("You´re exceedingly insignificant to me"). Diese Melodien, Atmosphären und die für diese Art von Musik doch recht kurzen Songs (der längste kratzt grad mal an der Sieben-Minuten-Marke), machen das Album auch für Nicht-Musiker sehr gut hörbar. Aber keine Angst, oh ihr meine Musiker, es gibt genug Schmankerl aus der Trickkiste des Musikertums um euch wahnsinnig zu machen. Polyrhythmen, sehr schräge Takte, alles da!

Song zwei, "Incarnat" weißt eine wunderschöne Brücke und einen ebensolchen Refrain auf, auch die Death-Stimme im Refrain ist nicht alles niederwalzend wie es bei den meisten anderen Djentlemen ist.

Der Begin von "Lighthouse" ist schön ruppig und es ist auf der Scheibe immer wieder interessant, wie man hochtechnisches Holpern komponieren kann. Und NEIN; das ist jetzt nicht überheblich gemeint, aber manchmal denkt man sich: das geht sich nicht mehr aus mit dem Takt. Doch siehe da: es geht sich aus. Das können die Innsbrucker fantastisch. Sehr, sehr eigenständig. Ach ja, auch hier wieder ein stimmiger, mit Klarstimme gesungener Refrain. Ein schön schräges Solo wertet den Song dann noch weiter auf. Herrlich.

"This Dying Love" ist beinahe schon straight, wäre nicht die Gesangslinie eine völlig andere als das, was der Rest der Band macht. Hier setzt Marco auch seine rauchige, raue Stimme öfter ein. Und auch die ist ein Höhepunkt auf dem Album. Ganz schräg wird’s dann gegen Mitte des Songs, aber sicherlich ein Highlight für die Klientel.

Der nächste Song "Strange Cargo" zeigt gleich mal von Anfang an wo es lang geht. Sehr interessant wie es die Jungs schaffen, neben höchst musikalischen Parts auch einfach gute Songwriter zu sein, auch hier wieder in der Bridge und im Chorus festzustellen.

Interessant das Songwriting, die Mischung aus dem, dem Djent inhärenten Polyrhythmus, den klaren, melodiösen Bridges und Refrains, den nach wie vor vorhandenen Prog-Metal-Anleihen, den schrägen Leads.
Man möchte meinen, dass hier zuviel des Guten passiert, ist es aber nicht.
Die Band bekommt immer noch die Kurve und schafft es, kohärente Songs zu schreiben.

Sehr anstrengend - sehr lohnend.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (23.03.2012)

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