TARANTULA - Spiral Of Fear

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VÖ: 09.03.2012
Bandinfo: TARANTULA
Genre: Heavy Metal
Label: Ice Warrior Records
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Lineup  |  Trackliste

Seit 1981 (!) schon beehren uns die Portugiesen mit Veröffentlichungen - und listig wie das kleine Murmeltier sind sämtliche dieser Alben, EPs, was auch immer, völlig an mir vorübergezogen.
Ewig schade, da besteht Aufholbedarf, denn das neue Album ist ein Zuckerstückerl!
Klassischer Heavy Metal mit einigen listigen Spielereien und rauen, melodiösen Vocals. Ganz meine Schiene!!!

Und genau so beginnt das Album mit einem knackigen, staubtrockenen Riff und der Gesang passt genau. So gehört es sich. Schöne Melodien im Refrain, auch wenn dieses Lied etwas weiter hinten im Album besser platziert gewesen wäre. Still - sagt der Angelsachse - ein Superlied mit einem netten Sample in der Mitte und einen reschen Gitarrensolo. So kann es gerne weitergehen!

Tut es, vielmehr wird es noch besser. "Open Your Eyes" ist ein richtig schönes Metal-Lied. Die Stimme erinnert mich wenig an Andi Deris aus dem Kürbisanbau, und auch das trifft meinen Gusto. Superrefrain, übrigens. Auch hier fällt wieder das gut durchdachte, sauber gespielte und sehr melodiöse Gitarrensolo auf.

Mal nicht mit einem Vorriff (Superausdruck übrigens, danke Hr. Mustaine), sondern mit dem Gesamteinstieg der Band beginnt "Shadows" und lungert etwas in der nicht wirklich zwingenden Strophe herum. Die Bridge allerdings lässt schon wieder etwas Vorfreude aufkommen. Vorfreude auf den Chorus, der nicht der Überhammer ist, aber durchaus zum Mitsingen animiert. Gitarrensolo - siehe oben!

Stampfend nennt man es wohl, was "Who You Really Are" anfangs von sich gibt, und immer wieder sind Obertöne zu hören. Autofahrermetal wurde das einst genannt. Trotz längeren Dekantierens flach im Abgang. Dafür mal wieder ein fettes Gitarrensolo - das können die Herren - Chapeau!

"Among Us" beginnt mit programmierten Samples und einer hinten versteckten Stimme, sehr atmosphärisch ausgelegt, beinahe entspannend. Bis eben die Gitarre vorbeischaut und etwas Härte mit sich bringt. Aber auch nur eine Weile lang, dann geht’s hin zu Akustikgitarren und der schon vorstehend genannten versteckten Stimme. Dann aber stehen wir plötzlich mitten im Song, die Strophe allein schon ist melodiös und ein wenig verspielt. Ein saugeiles Solo, welches nur auf Akustik und Schlagzeug liegt, gibt dem Song einen anständigen Tritt. Insgesamt durch das schon genannte und die zusätzlich eingesetzten Samples und Flöten ein Fundus an Ideen, die allesamt Funktionieren. Und ein absolutes Highlight auf dem Album!

Die Glocken läuten den Brecher "Spiral Of Fear" ein, zügiger Metal, vielleicht sogar Power Metal. Sehr melodiöser, aber etwas brustschwacher Chorus. Dafür tobt sich Paulo Barros an der Gitarre wieder aus. Meine Güte, was für ein Lead Gitarrist!

Wieder zügig Song Nummero sete, "Blind Ambition", kein Highlight, macht aber Spaß bei 35 Grad im Schatten und offenem Fenster auf der Bundesstraße.

"Afterlife" hat etwas Deutsches in sich, es "stampft" nämlich. Und "stampfender Metal" ist per Definition deutsch. Sagte ein Redakteur eines ehemals lesbaren deutschen Metalmagazines.
Egal, das Lied schwächelt leider ziemlich und ist der Tiefpunkt des Albums, vor allem im Refrain geht alles den sprichwörtlichen Bach runter.
Wir warten auf das Solo... fantastisch, wie jedes von ihm gespielte Solo auf der Platte.

Nummer nove ist ein eher belangloser Rocker, der diesmal zur Überraschung meinerseits einen starken Chorus besitzt.

Das letzte Lied auf dem Album, "Hope" betitelt, schließt ein durchwegs gutklassiges Album mit einigen sehr starken Songs und einem fantastischen Leadgitarristen ab.
Leider gibt’s auch ein paar nicht ganz so prickelnde Nummern. Ein, zwei Nummern mehr hätten dem Album gut getan.
Für Fans von wirklichem Heavy Metal aber durchaus ancheckenswert (was für ein Wort!).



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (22.03.2012)

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