PURIFIED IN BLOOD - Flight Of A Dying Sun

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VÖ: 15.06.2012
Bandinfo: PURIFIED IN BLOOD
Genre: Metal
Label: Indie Recordings
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Die norwegischen PURIFIED IN BLOOD sind schon seltsame Zeitgenossen. Ich kann mich noch gut erinnern, als ich eher durch Zufall einst auf die 2004er Einstands-EP „Last Leaves Of A Poisoned Tree“ gestoßen bin und mir tatsächlich gedacht habe, dass es endlich eine Band gibt, die SLAYER und Metalcore verbinden kann, ohne furchtbar peinlich zu sein. Gut, die offen zur Schau getragene Straight-Edge-Veganismus-Haltung finde ich mindestens gleich entbehrlich wie schlechtes Benehmen in Fußball-Fansektoren, aber im Endeffekt zählt ja die Musik und die war bei den Jungs aus Stavanger immer überdurchschnittlich.

Mit „Flight Of A Dying Sun“ legen PURIFIED IN BLOOD nicht nur das insgesamt dritte Langeisen in die Hartwurstläden, sondern haben auch so manch prägnante Veränderung erfahren. In erster Linie einmal der Wechsel von den Finnen Spinefarm Records zu den heimischen Indie Recordings, in zweiter Linie der Abgang vom zweiten Sänger Glenn Reaper, der auf dem neuen Werk nur mehr sporadisch auftaucht und in dritter und wichtigster Linie die völlig überraschende Stilveränderung. Vor den Core-Zitaten der alten Tage ist bei den erwachsen gewordenen Gesundheitsaposteln tatsächlich kaum was übrig geblieben. Reif und durchdacht schmiegen sich das druckvoll-atmosphärische „Storm Of Blood“ oder das mit reichlich Stoner-Zitaten angereicherte „Mot Grav“ durch die Gehörgänge.

Black Metal versteckt sich in den einzelnen Songs genauso geschickt wie die eh schon länger offensichtliche Liebe zu den texanischen Knallern von PANTERA. „Iron Hands“ etwa beruft sich völlig auf einen massiven Groove in bester MASTODON-Manier, das grenzgeniale, mit über neun Minuten etwas zu lang geratene „Flight Of A Dying Sun“ ist ein bombastischer Gewaltsong mit zig Richtungswechseln und atmosphärischen Zwischenteilen und – ja – auch partiellen Breakdown-Passagen. Somit gelingt PURIFIED IN BLOOD ein wundervolles Stück Gewalt-Metal, das ich am besten als Mischung aus MASTODON, MAROON, KVELERTAK und PANTERA bezeichnen würde. Bleibt nur zu hoffen, dass die Burschen mit dem Teil auch Fuß fassen können, denn auch instrumental spielen die Jungs viel direkte Konkurrenz locker an die Wand.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: FO (12.06.2012)

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