Destruction - Spiritual Genocide

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VÖ: 23.11.2012
Bandinfo: DESTRUCTION
Genre: Thrash Metal
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste

DESTRUCTION zählen bekannterweise zu den Veteranen des deutschen Thrash Metal. Das Dreigestirn KREATOR, SODOM und DESTRUCTION hat die Thrash Metal Szene stärker geprägt als alle anderen europäischen Vertreter dieses Subgenres. Doch wie das eben so ist, verändern sich die Heroen aus vergangenen Zeiten. KREATOR hatten merkwürdige Phasen in den 90ern, scheinen aber nun stärker denn je zu sein. SODOM haben sich wieder ganz "ihrem" Thrash Metal verschrieben und können damit überzeugen. Und DESTRUCTION? Nun ja, erst mit der letzten Veröffentlichung "Day of Reckoning" näherte man sich wieder der Normalform, während dessen Vorgängerwerk "D.E.V.O.L.U.T.I.O.N." zu routiniert und nicht mehr frisch und kreativ genug klang.

Umso größer war die positive Überraschung als ich zum ersten Mal "Spiritual Genocide" hören durfte. DESTRUCTION bleiben ihren Trademarks zu 100% treu, klingen aber wieder wie diese Band, die damals so viele junge Headbanger begeisterte. Die Riffs schließen an die Glanzleistungen der Vergangenheit an, die Drums klingen so geschickt arrangiert wie seit 20 Jahren nicht mehr und Schmier kann mit seinem Organ wieder deutlichere Akzente setzen, als dies bei den letzten Veröffentlichungen der Fall war. Doch die Quintessenz eines guten Albums sind ganz einfach die guten Songs. Und davon hat "Spiritual Genocide" eine ganze Menge. DESTRUCTION versuchen nicht (mehr), sich neu zu erfinden, sondern knallem einem ganz einfach gute, eingängige Thrash Songs der alten Schule um die Ohren. "Renegade", "Cyanide" und "No Signs Of Repentance" negieren sämtliche moderne Elemente, klingen aber aufgrund der druckvollen Produktion dennoch zeitgemäß und frisch. Fast jeder dieser Songs ist "typisch" für DESTRUCTION, was in diesem Fall als Kompliment zu verstehen ist.

Variationen sind im Songaufbau und dem Tempo des jeweiligen Songs zu verorten: So setzt der Rausschmeisser "Under Violent Sledge" beispielsweise mehr auf Speed und Aggression, während das starke "Riot Squad" oder "Carnivore" eher den Midtempogroove forcieren. Als weitere Anspieltipps sind auch noch "To Dust You Will Decay" und das bereits genannte "Renegade" zu nennen.

Was bleibt, ist die Feststellung, dass DESTRUCTION schon lange nicht mehr so stark geklungen haben. Die vermeintliche Unsicherheit in der musikalischen Orientierung ist endgültig Geschichte. Nun hört man eine Thrash Band, die Hits schreiben kann, Härte und Eingängigkeit geschickt miteinander verknüpft und den alten Geist des Thrash Metals mit der Moderne zu verbinden versteht. Ganz ehrlich: Ich hätte DESTRUCTION dieses Album nicht mehr zugetraut! Von meiner Seite gibt es dicke vier Punkte und eine Empfehlung an alle Thrashmaniacs, die auf Progressivität und unnützen Instrumentalballast pfeifen: Hört euch "Spiritual Genocide" an!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: El Greco (20.11.2012)

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