Tsjuder - Desert Northern Hell (Re-Release)

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VÖ: 15.02.2013
Bandinfo: Tsjuder
Genre: Black Metal
Label: Season of Mist
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Lineup  |  Trackliste

Himmel und Hölle noch einmal – was für eine derbe Gehörgangsabfahrt. „Desert Northern Hell“ war vor ziemlich genau neun Jahren das damals dritte Studioalbum der norwegischen Hardcore-PuristenTSJUDER rund um Frontmann und KRYPT-Erfinder Nag. Deren eindeutiges Ziel war (und ist) das völlige außer Acht lassen sämtlicher Genretrends, das imaginäre Spucken auf Melodien und das totale Ignorieren jeglicher moderner Einflüsse. 2004, eben zu Zeiten, als selbst die „härteren“ Black-Metal-Combos aus Norwegen gerne mal sinfonischer oder melodiöser zu Werke gingen, haben Nag (voc, bass), Drauglin (git) und AntiChristian (dr) absichtlich auf sämtliche Schablonen geschissen und dieses viehische Produkt eiskalter Instrumentalbrutalität aus ihren diabolischen Höllenschlunden gespien.

Schon das unzweideutige, zu einem Frontalangriff parat stehende Cover-Artwork beweist, dass die Jungs wohl nicht allzu gerne das gemütliche 5-Uhr-Teeservice aus dem holzvertäfelten Ahornschränkchen holen, sondern viel lieber Kinder fressen, Kirchen verbrennen oder Bibel zerfetzen. True Norwegian Black Metal eben, eine kultige Genreabsonderung, deren Existenz mittlerweile ohnehin schon angezweifelt werden muss. Auf „Desert Northern Hell“ war die Misanthropen-Welt noch in bester Ordnung. Unmenschlich-schwarzes Mikrofon-Gekeife, klirrend-kalte Gitarrenläufe und bis zum Exzess auf Minimalismus getrimmte Drums samt unzähliger Blastbeat-Einlagen gibt es hier zu bestaunen. Dazu kotzen euch Songtitel wie „Helvete“, „Possessed“ oder „Unholy Paragon“ den puren Deibel in die Fresse.

Egal ob TSJUDER jetzt einfach nur gemächlich-gefährlich dem Mid/Slow-Tempo frönen, oder sich in irrwitzige Geschwindigkeitsabfahrten stürzen – sie schaffen es auf „Desert Northern Hell“ tatsächlich so zu klingen, als ob sie geschätzte zehn Jahre zuvor dem Rudelbums mit DARKTHRONE, GORGOROTH und MAYHEM verfallen wären. Highlights gibt es hier noch und nöcher – der Opener „Malignant Coronation“ geht euch direkt an die Gurgel, der „Lord Of Swords“ wütet unwiderstehlich eure Gedärme auf und mit dem gelungenen BATHORY-Cover „Sacrifice“ leiten TSJUDER ihr persönliches Opus Magnum ein – das elfminütige „Morbid Lust“. Damit nicht genug werfen uns Season Of Mist noch vier 2001 im kanadischen Quebec aufgenommene Live-Songs auf diese schmucke Re-Release-Version. Auch dort wird munter gecovert – diesmal trifft es den BEHERIT-Klassiker „The Gate Of Nanna“. Schön, dass dieses feine Stück Echt-Schwarzmetall nochmal aufgelegt wird, noch schöner, dass TSJUDER sich mit dem grandiosen „Legion Helvete“ unlängst auch wieder fett zurückgemeldet haben. Auf neues Material freuen wir uns jetzt natürlich besonders.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (09.02.2013)

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