MORTILLERY - Origin Of Extinction

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VÖ: 22.02.2013
Bandinfo: MORTILLERY
Genre: Thrash Metal
Label: Napalm Records
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Lineup  |  Trackliste

Potzblitz, nicht mal ein knappes halbes Jahr nach der Veröffentlichung ihres Debuts "Murder Death Kill" prasselt schon die nächste Thrash-Attacke auf die Fans ein. Zur Erklärung sei allerdings ausgeführt, dass das Album bereits Anfang 2011 veröffentlicht wurde und Napalm Rec. 2012 für die weltweite Verfügbarkeit sorgten. Wie ihre turnschuhtragenden, kutten- und stretchjeansbewehrten Kollegen des Thrash Metal-Revivals plündern auch MORTILLERY exzessiv die Thrash Metal Mottenkiste, von den auf ihren Denimjacken drapierten Aufnähern stechen neben anderen US-Thrashpartien vor allem die Patches von OVERKILL und DEATH ANGEL heraus. Jedoch beruft sich das Quintett aus Edmonton nicht nur auf die erste Thrash-Liga, sondern identifiziert sich vor allem auch mit dem unbändigen Geist der oft auch mit einem Hauch Crossover Einflüssen infizierten zweiten Reihe an Bands, die leider nie zum ganz großen Ruhm aufsteigen konnten und ewiger Undergroundkult blieben.

Nach dem galoppierenden Intro-Instrumental bricht nicht der erwartete Thrash-Sturm los, vielmehr steigert sich auch das gute „No Way Out“ recht langsam, aber doch unaufhaltsam. Bretternde Nummern wie „Seen In Death“, „Feed The Fire“ oder „Maniac“ lassen einen hinhören, atmen den puren Geist der 80er Thrash. Roh, holprig, ungestüm und mit dem nötigen Fun-Faktor lassen die Thrasher die nötige Dynamik, den Charme und die Energie jener glorreichen Tage nicht vermissen, solch Einprägsames wie „Creature Possessor” findet sich allerdings eher selten. Sofort ins Ohr stechen die geil-schrillen Female Vocals von Frontfrau Cara, die im Thrash Metal (bis auf SENTINEL BEAST bzw. noch DETENTE) sehr ungewöhnlich sind und hin und wieder auch ein wenig an die Dänen von ARTILLERY erinnern. Diese Gedächtnisvocals fahren wie eine Säge durch den von brettharten Riffs und dem staubtrockenen Schlagzeug dominierten Sound, bei „F.O.A.D.“ überrascht die Gute dann noch mit Klargesang. „The Hunter´s Liar“ wiederum lässt auch die immer wieder durchblitzenden Heavy Metal-Reminiszenzen erkennen und an die speedige Nu-True-Metal-Fraktion a la SKULLFIST & Co. denken. In diesem Zusammenhang ist weiters erwähnenswert, dass sich die Kanadier gleich zwei holde Perlen in der Band gönnen, Miranda Gladeau bedient den Bass. Das giftige und wiederum geschmacklose Albumcover (Marke Überlebenskampf der Mad Max-Roadwarriors in kontaminierter Umgebung nach dem Kollabieren der Zivilisation) versucht den musikalischen Inhalt im Geiste der sozialkritischen Themen dieser Musikrichtung zu visualisieren.

MORTILLERY geben sich zwar alle Mühe, den Songs ein Wiedererkennungsmerkmal zu verpassen, was allerdings nicht immer vollständig zu gelingen vermag. Die Kanadier sind zwar nicht der Sargnagel des seit geraumer Zeit grassierenden Thrash Revivals, werden aber auch nicht unbedingt als die großen Gewinner bzw. Überlebende des Hypes gehandelt. Der Abgesang auf den Thrash Metal bzw. dessen Revival ist ja bereits angestimmt, und wer zu spät kommt, den beißen bekanntlich die Hunde. Die Wahrheit ist allerdings, dass das neue MORTILLERY-Brett ein amtliches geworden ist, das Quintett sorgt zwar nicht dafür, dass einem vor lauter Bangen die Rübe vollends abgeschraubt wird, für die eine oder andere anständige Nackenblessur ist "Origin of Extinction" aber allemal verantwortlich zu machen! Die drei Bonustracks (Covers von RAZOR, ANTHRAX und ANGEL WITCH) lagen leider nicht als Hörprobe vor.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (14.02.2013)

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