The Roxx - To Heaven With Hell

Artikel-Bild
VÖ: 01.03.2013
Bandinfo: The Roxx
Genre: Metal
Label: Rockville Music
Hören & Kaufen: Amazon | Ebay
Lineup  |  Trackliste

THE ROXX haben es ja auf unserer Seite nicht leicht, wie ich feststellen muss. Das scheint ja einerseits an den provozierenden Lyrics zu liegen, aber offenbar auch am zu unscheinbaren Songwriting. Bei "IRONic Truth" haben sie sich kompositorisch eigentlich – zumindest aus meiner Sicht – schon ganz passabel geschlagen. Schauen wir mal, was der 2013er-Output "To Heaven With Hell" so zu bieten hat.

An erster Stelle mal einen astreinen Ohrwurm. Das recht kraftvolle und nur zum genialen Bridge-Refrain-Konstrukt hin etwas melodischer angelegte "Champain" erinnert vom Rhythmus ein bisschen an einen knackigen U.D.O.-Stampfer, wird aber mit klug eingefügten symphonischen Elementen angereichert und der hymnische Höhepunkt kann auch mal für länger die Gehörgänge für sich vereinnahmen. Interessanterweise ist auch das folgende "Dead Alive" mit leichtem JUDAS-Touch (aus "Point Of Entry"-Zeiten) ein recht gelungener Old-School-Metal-Song. Wird diese Qualität nun das ganze Album über so gehalten? Das wäre dann ja wohl die Steigerung schlechthin.

Aber THE ROXX wären nicht THE ROXX, wenn es so laufen würde. "A Touch Of Grey" ist dennoch ein netter Hardrocker mit eingängigem, harmonischen Höhepunkt. Mit dem Titeltrack "To Heaven With Hell", bei dem dann auch wieder ein paar Worte vorkommen, die einen "Parental Advisory"-Aufkleber in manchen Staaten notwendig machen, kehren die Münchener nochmal zu kantigem Heavy Metal zurück, bevor dann schließlich mit "'She's A Rainbow" die Alternative-Schiene angeschnitten wird. Hiermit wird aber leider auch die kompositorische Talsohle betreten. Der Song passt auch so gar nicht zum bisher gezeigten musikalischen Niveau. THE ROXX machen sich mit solchen Genre-Spagats teilweise das Leben selbst schwer, scheint mir.

Über das emotionalere "The Lack Of Plan" kann man geteilter Meinung sein, mir perönlich gefällt es nicht so recht. Danach kommt mit "Goodies For My Tool" ein kleines Heavy-Rock-Experiment mit Banjo-Einsatz und dezenten Country-und-Western-Anleihen, das aber in seiner Art gut gemacht ist. "Push Push Push" ist so eine Mischung aus Hard Rock und Alternative, aber soweit ganz knackig gestaltet und auch mit gutem Höhepunkt. Etwas konträr dürften die Meinungen zu "E Nomine" ausfallen, bei dem ein straighter Aufbau und ein treibender Rhythmus nach erneutem JUDAS-Vorbild mit einem Gothic-liken Refrain vereint werden. Ich finde aber, es hat seinen Reiz. Zum Ende hin betreten THE ROXX mit dem schweren und zähen "As You Died In My Arms" dann fast die doomigen Pfade von Bands wie SAINT VITUS oder BLACK SABBATH. Eine für die Band ungewöhnliche Variation, die aber gekonnt gemeistert wird.

Auch wenn THE ROXX wieder einige stilistische Überraschungen bereithalten und sich der ein oder andere kleine kompositorische Ausrutscher einschleicht, ist "To Heaven With Hell" dennoch das beste, was ich von ihnen bislang vernehmen durfte. Die Münchener packen auch einige richtig hörenswerte Stücke auf ihr neues Album. Hier gibt's einen recht vielschichtigen Metal/Rock-Genre-Mix, der manchen Blick über den Tellerrand erfordert, aber dennoch zumeist auf einer soliden bis gutklassigen Songwriting-Basis beruht.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Django (23.03.2013)

WERBUNG: Hard
WERBUNG: The Adicts - And It Was So!