Master - The Witchhunt

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VÖ: 27.09.2013
Bandinfo: Master
Genre: Death Metal
Label: FDA Rekotz
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Lineup  |  Trackliste

So arbeitswütig wie derzeit war der olle Speckmann Paule schon Jahre nicht mehr. Kaum haben wir das wirklich starke 2012er Album „The New Elite“ und die Wiederveröffentlichung des 1985er Altwerks „Unknown Soldier“ aus den Gehörgängen bekommen, bläst der langbärtige Death-Metal-Miterfinder zur rigorosen Hexenjagd. Dazu gab es auch eine nicht unwesentliche Änderung, denn mit dem Plattenfirmenwechsel von Pulverised Records zu F.D.A. Rekotz scheint der Exil-Tscheche auch einen kräftigen Kreativitätsschub mitbekommen zu haben. War „The New Elite“ letztes Jahr schon ein herrliches Manifest richtig alten Death Metals, schwingen MASTER auf „The Witchhunt“ nämlich verstärkt die Thrash-Keule – und das so stark, wie schon seit vielen Jahren nicht mehr.

Obwohl wir gerade im Death-Metal-Sektor heuer eine unheimlich starke Auslese haben (CARCASS, SUFFOCATION, FLESHGOD APOCALYPSE, BROKEN HOPE – um nur einige zu nennen), tut es verdammt gut, dass uns der Metal-Lemmy mal wieder zeigt, wo der Hammer hängt. Hier jubelt nämlich die Kuttenfraktion, denn Speckmann scheißt wieder auf jegliche Modernität und knallt seinem rifflastigen Old-School-Sound auch eine verdammt rohe Produktion drauf, die so manchem wohl zu dünn, vielen anderen aber eben herrlich Szene-ehrerbietend ertönen wird. Wobei es schon ein bisschen dauert, bis das zwölfte Studioalbum wirklich Fahrt aufnimmt. Das Auftakt-Triple „The Witchhunt“, „Plans Of Hate“ und „Another Suicide“ rollt zwar im ICE-Tempo durch Mark und Bein, kann eine gewisse Eintönigkeit aber nicht verbergen.

Auf dem wühlenden „Waiting To Die“ nimmt Paule erstmals den Fuß vom Gas und besinnt sich auf seine einzigartige Punk/Death-Metal-Stimme, mit der er seine sozial- und gesellschaftskritischen Botschaften ins Mikro rotzt. Mid-Tempo steht dem alten Herrn einfach wirklich gut zu Gesicht. Zu den absoluten Album-Highlights zählen auch das mit einem unheimlich-unheilvollen Mittelteil ausgestattete „God Of Thunder“, die Doublebass-Stafette „Raise Your Sword“, der Punk-Metal-Stampfer „Wipe Out The Aggressor“ und das mit alles durchdringender Gitarrenwucht exerzierte „Manipulated To Exterminate“. Der Rest des Albums kann durchaus auch in der ersten Genre-Liga verortet werden, auch wenn den üblichen Songs der letzte Punch fehlt. MASTER können es aber auch noch zum 30-Jahre-Jubiläum (unglaublich oder?). „The Witchhunt“ ist ein in die Moderne gehievtes Manifest des Death-Metal-Urknalls. Nicht mehr, aber verdammt noch mal auch nicht weniger!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (24.09.2013)

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