MONKEY3 - The 5th sun

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VÖ: 25.10.2013
Bandinfo: MONKEY3
Genre: Psychedelic Rock
Label: Napalm Records
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Lineup  |  Trackliste

Die Schweizer Band MONKEY3 kategorisieren ihre Musik als Psychedelic/Atmospheric/Stoner-Rock. Dabei kommt die Band ohne Gesang aus und rückt somit automatisch in das Nischendasein, welches rein instrumentale Musik im Bereich der U-Musik einnimmt. Die Ablehnung die diesem Genre entgegengebracht wird, ist aber in der Regel völlig unbegründet und wer sich klanglichen Experimenten nicht mit offenen Ohren stellt, verpasst oft so manchen Leckerbissen, der eben nicht trendkonform dahinlärmt.

Zu ebendieser Kategorie zählen die 4 Jungs von MONKEY3, die den Hörer mit ihrem neuen Album „The 5th sun“ auf eine klanggewaltige Reise mitnehmen, die trotz der fehlenden Vocals niemals eintönig oder monoton klingt, sondern welche die durch bewusste Selbstlimitation entstandenen Möglichkeiten perfekt auskosten und schlicht großartige Songs schaffen. Die bei Instrumentalmusik übliche spieltechnische Masturbation fehlt völlig, hier stehen die einzelnen Stücke im Vordergrund – MONKEY3 folgen der musikalischen Tradition von PINK FLOYD oder GENESIS und leben ihre Kreativität vor allem mit originellen Songstrukturen und klanglichen Experimenten aus. „The 5th sun“ ist eines jener Alben, die aufgrund ihrer Detailverliebtheit und des komplexen Aufbaus bei jedem Hören neue Details offenbaren und bevorzugt mit Kopfhörern erlebt werden sollten.

Die Band vollbringt das Kunststück die einzelnen Stücke vordergründig mit einer ohrwurmartigen Eingängigkeit zu versehen, die einen sofort beim ersten Kontakt packt und nicht mehr loslässt. Das perfekte Beispiel hierfür ist der Opener „Icarus“: Das 15-minütige Stück basiert auf einem kurzen Gitarrenthema, welches im weiteren Verlauf von der gesamten Band verarbeitet und variiert wird und den Hörer auf eine einzigartige Reise schickt. Egal ob beim darauffolgenden hypnotischen „Suns“, dem rupp-breitwandigen „Birth of Venus“, der exzessiv auskomponierten Steigerung von „Pintao“, dem eruptiven Powerjam „Once we were...“ oder dem melancholischen Abschluss „Circles“, an dessen Ende das Album zaghaft verklingt – MONKEY3 zelebrieren ihre Musik mit solcher Hingabe, dass man gar nicht anders kann als jeden einzelnen Ton zu genießen.

Wer Lust hat eine unverbrauchte Band zu entdecken bzw. einfach grandiose, handgemachte Musik erleben will, darf MONKEY3 nicht verpassen. Abschließend stellt sich mir nur mehr die Frage in welcher Farbe ich mir die Vinylfassung zulegen soll, um auch in den Genuss des bei meiner Promoversion ausgesparten Bonustracks zu kommen.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Michael Walzl (18.10.2013)

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