NECROPHOBIC Part II - Der Höhepunkt der Kreativität

Veröffentlicht am 29.03.2011

Zahlreiche Personalrochaden

Kurz nach den Aufnahmen zur EP "Spawned By Evil" verließ auch Mitbegründer und Gitarrist David Parland die Band. Fast gleichzeitig schmiss er auch seinen Job bei den schwedischen Black Metal Senkrechtstartern DARK FUNERAL, um sein Soloprojekt INFERNAL ins Leben zu rufen. NECROPHOBIC waren gezwungen, als Drei-Mann-Band weiterzumachen, hatten mit Sebastian Ramstedt aber schnell Ersatz gefunden. Obwohl er im gesamten Aufnahmeprozess zu „Darkside“ eingebunden war, ist er schlussendlich nur mit zwei Solos auf dem Album zu hören. Anfang März 1997 hatte das Warten der zahlreichen Fans schließlich ein Ende und „Darkside“ wurde wieder über Black Mark Productions veröffentlicht. Bevor sich die sabbernde Gemeinde über das Album hermachen konnte, galt es erst einmal das geniale Artwork von Kristian Wåhlin zu bestaunen, dessen Farbgebung und Motivgestaltung perfekt mit dem Songmaterial interagierte.

Die Line-Up Veränderungen und die lange Wartezeit hatten die Prophezeiung wahrgemacht – NECROPHOBIC haben sich stark vom ursprünglichen Death Metal Konzept gelöst und haben stark wie nie mehr wieder in die schwarze Ecke gedrängt. Die Presse überschlug sich mit Superlativen, auch die Fans wurden mit dem veränderten Sound ihrer Helden schnell warm. Überraschung geglückt! „Black Moon Rising“, das bereits bekannte „Spawned By Evil“ oder „Bloodthirst“ zeigten NECROPHOBIC von einer ganz neuen Seite. Dunkelheit und Satanismus wurden noch einmal verstärkt, Sidegårds diabolisches Gekeife brachte dem Zweitwerk die „Evilness“, die so mancher noch heute als essenziell für den schwedischen Black/Death Sound ansieht. Kristallklare Gitarren, ein dezent im Hintergrund pumpender Bass und das deutlich aufwendigere Drumming haben euch NECROPHOBICs starke Weiterentwicklung perfekt wiedergespiegelt. Der Anteil bedeutungsschwerer Melodien wurde vervielfacht, das Todesgerümpel der alten Tage fast völlig außer Acht gelassen. Die Nähe zu DISSECTION und deren Jahrhunderterfolg „Storm Of The Light’s Bane“ war unverkennbar.

Fasst schon ironisch, dass deren Mastermind Jon Nödtveidt nur wenige Monate vor seinem Haftantritt die Lead Vocals am härtesten, Death Metal-lastigsten Stück des Albums, „Nailing The Holy One“, übernahm. Zwischen den wilden Hasstiraden gesellten sich auch erstmals ruhige Piano-Interludes mit Namen „Venaesectio“ und „Descension“, die dem wilden Album die nötigen Ruhephasen sicherten. NECROPHOBIC waren schon immer Perfektionisten und ließen sich für den Release von „Darkside“ alle Zeit der Welt. Ziel war, das Album bestmöglich klingen zu lassen. Mission gelungen – „Darkside“ zeitigte eine nicht für möglich gehaltene Weiterentwicklung, die NECROPHOBIC endgültig die Tore in den Genrehimmel öffnete.

Tracklist CD "Darkside" (1997):

1. Black Moon Rising
2. Spawned By Evil
3. Bloodthirst
4. Venaesectio (Episode One)
5. Darkside
6. The Call
7. Descension (Episode Two)
8. Nailing The Holy One
9. Nifelhel
10. Christian Slaughter

Nach einem neuerlich gelungenen Geniestreich kam auch endlich Ruhe in das rotierende Besetzungskarussell von NECROPHOBIC. Das aktuelle Kleeblatt stellte sich als wirkvolles Team heraus, Neuling Ramstedt erwies sich als versierter Songschreiber und die Band an sich hatte mit „Darkside“ nicht nur ein klanglich, sondern auch gesamtkonzeptionell großartiges Album entgegen dem Mainstream vorgelegt. Während sich andere skandinavische Größen auf bewährte Erfolgsformeln verließen, traten NECROPHOBIC erfolgreich die Flucht nach vorne an.

HIER geht es zu "NECROPHOBIC - Part I"
HIER geht es zu "NECROPHOBIC - Part III"
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