NECROPHOBIC Part IV - Die Wiederauferstehung

Veröffentlicht am 31.03.2011

Wie Phönix aus der Asche

Die nächsten Jahre wurde es sehr ruhig um NECROPHOBIC. Eine Tour mit DISMEMBER wurde abgesagt, medial fanden die Schweden kaum Beachtung, auch von sich selbst ließen sie nicht viel nach außen dringen. Der Bombenschlag kam dann im Jänner 2006, als man bei der heimatlichen Hartwurstschmiede Regain Records unterzeichnete und so nebenbei gleich ein neues Album im Gepäck hatte. Im Mai erblickte das fünfte Album namens „Hrimthursum“ schlussendlich das Licht der Welt, NECROPHOBIC zeigten sich zwar in derselben Besetzung, änderten aber sonst so gut wie alles. Absolut herausragend glänzte schon das mystische und toll gezeichnete Cover-Artwork aus den Regalen, das von NIFELHEIM-Halbglatze Tyrant designt wurde. Die Produktion legte man in die Hände von Anders Bentell, der in seinen Dark Voodoo Studios einen wahrhaft zauberhaften Sound zusammenbastelte. Und zu guter Letzt hatten sich NECROPHOBIC wirklich schwer was angetan, erstmals kratzte die Scheibe an der Ein-Stunden Grenze und war zu keiner Sekunde langweilig oder austauschbar.

Das Soundtrack-artige Intro „The Slaughter Of Baby Jesus“ wird nicht umsonst noch immer zu den besten Intros der Metalgeschichte gerechnet, mit „Blinded By Light, Enlightened By Darkness“ ließen die Schweden einen wahren Rifforkan über das Festland wehen. Im nicht minder starken „I Strike With Wrath“ sind zahlreiche Finessen verborgen, das majestätische Mid-Tempo Stück „Age Of Chaos“ wird von Sterners viehischem Kesseltreiben und einer dominanten Leadgitarre getragen. Tobias Sidegård schraubte erstmals an seiner Stimme und agierte auf „Hrimthursum“ weitaus aggressiver, Thrash-lastiger und damit einhergehend beeindruckender, auf „Bloodshot Eyes“ setzte er gar Klargesang ein. Mit „Hrimthursum“ gelang NECROPHOBIC das große Comeback, das eigentlich keines war – die Schweden überraschten auf allen Linien, zeigten sich in jeder Kategorie verbessert und erschufen mit diesem Prachtwerk nicht nur ein Genre-Referenzwerk, sondern schlicht und einfach eines der besten Alben der jüngeren Metalgeschichte. Die Schweden waren endgültig wieder in der Dunkelheit angekommen, haben endlich wieder den Death Metal und auch theatralische Chöre eingebaut. „Hrimthursum“ war und ist eine Blaupause für jede Dunkelfeitsch-Nachwuchscombo.

Tracklist CD "Hrimthursum" (2006):

1. The Slaughter Of Baby Jesus
2. Blinded By Light, Enlightened By Darkness
3. I Strike With Wrath
4. Age Of Chaos
5. Bloodshed Eyes
6. The Crossing
7. Eternal Winter
8. Death Immaculate
9. Sitra Ahra
10. Serpents (Beneath The Forest Of The Dead)
11. Black Hate
12. Hrimthursum

Back to the roots

Nach dem großen Erfolg von „Hrimthursum“ gründete Tobias Sidegård mit schwedischen Szenegrößen sein Black/Death Projekt TRIDENT, bei denen ein gewisser Axel Friberg als Bassist agiert. Begeistert von dessen Fähigkeiten und schon länger mit dem Gedanken spielend, nur mehr den Sangesposten zu übernehmen, engagierte Sidegård Friberg im Jahre 2008 schlussendlich als fixen Bassisten, womit die NECROPHOBIC Familie auf die heute bekannte Größe von fünf Mann angewachsen war. Pünktlich zum 20-jährigen Bandjubiläum wurde im Mai 2009 nach wiederum langer Wartezeit der sechste Longplayer „Death To All“ publiziert. Nach den rauschenden Erfolgen von „Hrimthursum“ war es für NECROPHOBIC natürlich ein Ding der Unmöglichkeit, eine weitere Steigerung zu vollziehen. Mit einem erneut schaurig-schönen Covermotiv (diesmal aus der Feder von WATAINs Erik Danielsson) an der Front, traten die Schweden schließlich die Flucht nach vorne an.

Anstatt sich wieder an eingängigen und death/thrashigen Kompositionen zu halten, ließen NECROPHOBIC auf „Death To All“ verstärkt den Schwarzhammer pendeln und bauten wesentlich komplexere Arrangements in die Songs ein. Obwohl die Gesamtlänge wieder auf die üblichen 45 Minuten gestutzt wurde, pendeln die Songs meist in Überlänge durch die Gehörgänge und wirken in sich wesentlich vertrackter und technischer. Den gewohnten Perfektionismus der Band hört man über die volle Distanz, die Stammcrowd der Schweden brauchte dennoch erheblich viel Zeit, um sich mit dem vergleichsweise komplexen Material vertraut zu machen. Mit dem gewaltigen „Revelation 666“ oder der neunminütigen Bandhymne „Death To All“ schafften es Sidegård und Co. aber auch im Jahre 2009 wieder, Tracks für die Ewigkeit zu schreiben. Dass man mit dem Albummittelteil und Songs wie „For Those Who Stayed Satanic“ und „Temple Of Damnation“ qualitative Hänger aufwies, konnte somit leichter verschmerzt werden.

Tracklist CD "Death To All" (2009):

1. Celebration Of The Goat
2. Revelation 666
3. La Satanisma Muerte
4. For Those Who Stayed Satanic
5. Temple Of Damnation
6. The Tower
7. Wings Of Death
8. Death To All

Ein paar Monate nach dem Albumrelease veröffentlichten Regain Records die Compilation „Satanic Blasphemies“, auf der die längst vergriffenen letzten zwei Demos und die EP „The Call“ für die Fans zugänglich gemacht wurden. Nach mehreren Touren im Jahr 2010 halten sich NECROPHOBIC gewohnt bedeckt über die weitere Vorgangsweise. Da sämtliche Mitglieder auch bei diversen anderen Projekten im Sold stehen (zB TRIDENT, NIFELHEIM, etc.), werden wohl noch einige Monate ins Land ziehen, bis man ein siebentes NECROPHOBIC Album sein Eigen nennen wird dürfen. Oder eben solange, bis das Material wieder perfekt ist. They Will Strike With Wrath…

HIER geht es zu "NECROPHOBIC - Part I"
HIER geht es zu "NECROPHOBIC - Part II"
HIER geht es zu "NECROPHOBIC - Part III"


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