Verbunden durch Metal über Grenzen hinweg

Veröffentlicht am 28.08.2015

Musik ist denkbar simpel. Gitarre, Bass, Schlagzeug und dazu vielleicht noch jemand, der etwas singen kann - fertig ist das Menü. Garniert mit diversen Einflüssen aus verschiedenen Zeitabschnitten der menschlichen Geschichte können sich da schon ziemlich grandiose musikalische Geschichten herausbilden. Gibt es etwas Besseres um Emotionen einzufangen oder zu repräsentieren als verpackt in einem starken Song?

Ich denke wohl kaum.

Musik kann aber auch noch etwas anderes: verbinden. Als ich mit 13 Jahren meine erste Rock Platte horchen durfte war ich sofort Feuer und Flamme für diese Art von Musik und nach meinen ersten Konzertbesuchen war ich überwältig von diesem Gemeinschaftsgefühl das in der Metalszene herrschte - und immer noch herrscht. An den entlegensten Winkeln des blauen Planenten gibt es Bands, die ihre eigene Art an den Tag legen, Metal zu performen. In den Großstädten sowie Bauernkaffs dieser Welt gibt es Metalkapellen, die sich vor dem großen Musik Business nicht zu verstecken brauchen.

Das, was mir allerdings neben dem Zusammengehörigkeitsgefühl am meisten imponiert hat, ist die Tatsache, dass es ziemlich egal ist woher man stammt, was man macht oder wie man aussieht. Möglicherweise hat man vielleicht einen unterschiedlichen Musikgeschmack, aber hey! solange das „Grundgerüst passt“ ist das alles kein Thema. Spannend finde ich es, unterwegs zu sein und großartige Konzerte zusammen mit Menschen aus allen Ecken dieser Welt zu erleben. Des öfteren war ich bei diesen Konzerten sogar selbst der „Ausländer“ wenn man so möchte.

Genau hier komme ich zum Punkt meines Blogs. Ich und wahrscheinlich viele andere können es schon nicht mehr hören: diese Wörter wie „Flüchtlinge“, „Ausländer“, oder „Asylanten“. Nicht weil wir was dagegen haben, im Gegenteil. Klar unter dem Motto "Refugees Welcome!" stehen wir dafür ein, dass diesen Menschen geholfen wird. Das, was im Metal oder generell in der Musik so vorgelebt wird, fehlt derzeit in vielen Bereichen der Gesellschaft. Sogar innerhalb der einzelnen Staaten geht das „Zusammengehörigkeitsgefühl“ nach diversen Ereignissen und Meldungen immer weiter auseinander.

Auch wenn alle „Ich bin ja kein Nazi, aber….“ Zeitgenossen noch in entschiedener Unterzahl sind, so darf man diese Gruppe von Menschen auch nicht unterschätzen. Unwissenheit und Dummheit verbreitet sich bekanntlich schneller als die Einsicht gewisse Themen zu hinterfragen und zu reflektieren.

Natürlich, alles eitle Wonne ist es im Metal auch nicht. Auch hier wird oft mit Rassismus-Problemen gekämpft, wenn man sich allein die, inzwischen schon tot diskutierte NSBM Thematik zu Gemüte führt. Warum diese Strömung in unserem geliebten und gelebten Metal Einzug gehalten hat?

Das ist wohl schwer zu erklären und auch Thema für einen zukünftigen Beitrag. Fest steht, dass es auch innerhalb der Bands ziemlich egal ist, woher jemand stammt. Englisch als universale Sprache ist gleichzeitig die Brücke zu gemeinsamen musikalischen Wegen, Projekten aber auch zu einfachen Freundschaften, die sich vertiefen können. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich denke, wir sind uns alle einig, dass Musik verbindet und dass durch spezielle Musikrichtungen, wie der großen musikalischen Spielwiese namens "Metal" gekonnt vorgezeigt werden kann wie gelebtes Miteinander, unabhängig der Nationalität, aussehen kann.

In Zeiten wie diesen, wo die Rassismus und Fremdenfeindlichkeit immer größer und fordernder wird, ist das eine ganz wichtige Strömung, für die es sich lohnt einzustehen. Man denke nur an all die großen Festivals, die verstreut auf der gesamten Welt stattfinden! Es wird immer Fans geben die lange Reisen auf sich nehmen um diesen Events beizuwohnen, selbst wenn die Veranstaltung nur einen Tag dauert.

Der gute Nebeneffekt: Man reist, man kommt aus seinem gewohnten Umfeld heraus und lernt neue Leute, Ansichten und Bands kennen und verfault nicht vor dem Fernseher wie die RTL Generation, die sich gerne über die Protagonisten des Nachmittagsprogrammes lustig macht ohne dabei zu merken, dass sie den Opfern ihres Humors immer ähnlicher wird.

Deswegen:

Metal forever und Refugees Welcome!

Euer Chris

 

 


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