SCORPIONS „50th Anniversary Deluxe Editions” (Teil 2)

Veröffentlicht am 06.11.2015

SCORPIONS „50th ANNIVERSARY DELUXE EDITIONS” - TEIL 2

"Blackout", "Love At First Sting", "World Wide Live", "Savage Amusement"

 

"Blackout" (1982)

Das einmalige Albumcover von Gottfried Helnwein ist eines der bekanntesten Metal-Cover-Motive der Musikgeschichte. Doch nicht nur das Cover fasziniert, auch das sinnigerweise "Blackout" betitelte Album zündete gleich mit dem Eingangsriff zum Titelsong. Ein mörderischer Gitarrenriff, den man nicht mehr aus dem Ohr bekommen konnte, begleitet von treibendem Rhythmus, einem hysterisch agierenden Klaus Meine und einem Refrain, der sich sofort festsetzte. Danach ging´s Schlag auf Schlag, der Gute-Laune-Rocker "Can´t Live Without You" und der Uptempo-Rocker "Now!" brachten Schwung in die Bude, während die Band in "Arizona" den, auf den Tourneen jenseits des großen Teichs gesammelten, neuen Eindrücken huldigt und sich das schreitende "China White" beständig festzufressen versuchte. Unbändigen Erfolg (das Album knackte erstmals die US-Top 10 der Billboard-Charts) erzielten die Hannoveraner mit Powerballaden wie „No One Like You“ (zu dem auch der erste offizielle SCORPIONS-Videoclip auf der Gefängnisinsel Alcatraz gedreht wurde) und „You Give Me All I Need“- und zwar bei Männlein wie Weiblein, wohingegen „When The Smoke Is Going Down“ ein klassischer Tränendrüsendrücker war. Ganz, ganz große Klasse boten die SCORPIONS mit einem weiteren Fixpunkt in den Setlisten. "Dynamite", wirkungsvoll als erste Nummer auf der B-Seite platziert, avancierte zu einem der wichtigsten Songs der Bandgeschichte.

Es schien zwar so, als dass die Band aus den Fehlern gelernt und die Konsequenzen aus dem überhasteten Zusammenschustern des Vorgängers gezogen hatte, doch in Wahrheit verzögerte sich die Produktion des Albums durch massive Stimmbandprobleme von Klaus Meine, die auch Operationen nach sich zogen, sodaß im Demostadium ein Aushilfssänger namens Don DOKKEN vonnöten war. Grandios war dann der 1983 in die Musikgeschichte eingegangene Auftritt im kalifornischen San Bernardino Valley, wo die Band mitsamt OZZY OSBOURNE, VAN HALEN & Co. vor hunderttausenden Fans gastierte sowie der historische Auftritt (gemeinsam mit IRON MAIDEN und JUDAS PRIEST etc.) in in der Westfalenhalle Dortmund im Dezember 1983, der für viele als der eigentliche Startschuß für die Metal-Bewegung in Deutschland gilt. Und genau diesen legendären "Rock Pop In Concert"-Mitschnitt gibt es (mit zwei seinerzeit vom ZDF nicht ausgestrahlten Titeln, nämlich "Make It Real" und "The Zoo"), neben einem Interview und den Clips zu "No One Like You" und "Arizona" auf der Bonus-DVD zu sehen.

Vom Audiomaterial der Aufnahmesession läßt die rohe Demo-Version von "Blackout" hinhören, die unveröffentlichten Demo-Songs "Running For The Plane", "Sugar Man" und "Searching For The Rainbow" wären für Nachwuchscombos der große Wurf, wurden angesichts der Klasse von "Blackout" aber zurecht als Ausschuß qualifiziert, aus "All My Love" hätte man allerdings durchaus mehr machen können. Ein weiterer Klassiker war geboren, die Band heimste Platin ein (in Zeiten als man für solches Edelmetall noch massig Alben absetzen mußte!) und präsentierte vor allem den knackigen Gitarrensound, der das Gesamtbild der Stacheligen prägen sollte. Die Zeichen standen auf Sturm, ja auf Hurricane-Stärke, wie alsbald bewiesen werden sollte. Aus der einstigen Vorgruppe war inzwischen selbst ein potenter und zugkräftiger Headliner geworden, der die Arenen dies- wie jenseits des Atlantiks füllte.

CD
1. Blackout  03:49
2. Can`t Live Without You  03:47
3. No One Like You  03:57
4. You Give Me All I Need  03:39
5. Now!  02:35
6. Dynamite  04:12
7. Arizona  03:56
8. China White  06:59
9. When The Smoke Is Going Down  03:51
10. Blackout – Unreleased Demo Version (Bonus Track)  02:24
11. Running For The Plane – Unreleased Demo Song (Bonus Track)  04:07
12. Sugar Man – Unreleased Demo Song (Bonus Track)  04:23
13. Searching For The Rainbow – Unreleased Demo Song (Bonus Track)  03:52


DVD
1. No One Like You (Video Clip)  03:57
2. Arizona (Video Clip)  04:30
3. Blackout 03:35 Rock Pop In Concert / TV Show Dortmund Germany / 17.12.1983
4. Loving You Sunday Morning  04:50 Rock Pop In Concert / TV Show Dortmund Germany / 17.12.1983
5. Coming Home  03:15 Rock Pop In Concert / TV Show Dortmund Germany / 17.12.1983
6. Always Somewhere 04:15 Rock Pop In Concert / TV Show Dortmund Germany / 17.12.1983
7. Holiday  03:00 Rock Pop In Concert / TV Show Dortmund Germany / 17.12.1983
8. Can`t Live Without You  06:33 Rock Pop In Concert / TV Show Dortmund Germany / 17.12.1983
9. Dynamite  06:20 Rock Pop In Concert / TV Show Dortmund Germany / 17.12.1983
10. Can`t Get Enough  05:23 Rock Pop In Concert / TV Show Dortmund Germany / 17.12.1983
11. Make It Real (Not Broadcasted)  03:36 Rock Pop In Concert / TV Show Dortmund Germany / 17.12.1983
12. The Zoo (Not Broadcasted)  07:16 Rock Pop In Concert / TV Show Dortmund Germany / 17.12.1983
13. Interview Special With Rudolf Schenker, Klaus Meine, Matthias Jabs, Herman Rarebell

 

"Love At First Sting" (1984)

"Wir schreiben das Jahr 1984 und ein Song schreibt Rock- und Metalgeschichte. Mit Superlativen ist bekanntlich behutsam umzugehen, im Falle von "Rock You Like A Hurricane" wird allerdings in keinster Weise übertrieben! Über einen Song viel zu schreiben, den jeder kennt, ist fast schon müßig, jeder Rock-affine Mensch muß ihn lieben, geht gar nicht anders. Zu toppen sind jene magischen Momente, in denen man einen solch unsterblichen Klassiker der Metalgeschichte zum ersten Mal hört, nur mehr durch die Verknüpfung von besonderen persönlichen Erinnerungen mit diesen akustischen Ausnahmeerscheinungen. Bei mir war dies zuletzt der Fall, als Rudolf Schenker den Eröffnungsriff jenes Songs in der eisig kalten Tiroler Bergwelt des Spezialkonzerts im Winter-Mekka Ischgl (zum LIVEREPORT) anstimmte. Ein agiler Rockstar, dessen schneidige Klänge aus der scheinbar mit ihm verwachsenen Flying V sich in jener sternenklaren Nacht an den schroffen Felsen der Alpen brachen.
 
Der Song fand sich (nach dem langzeitigen Live-Klassiker und Rhythmus-Rocker "Bad Boys Running Wild") auf dem zweiten Startplatz des 1984 erschienenen Erfolgsalbums "Love At First Sting", das die Hannoveraner nach den beileibe nicht schlechten Vorgängeralben endgültig unsterblich machen sollte. Weltweite Mammuttourneen, Platinerfolge und die Genugtuung, als (erste) deutsche Band den Durchbruch in den US of A geschafft zu haben, waren nur eine logische Folge dieses Ausnahmealbums. Das melodiöse "I´m Leaving You" betonte die sensiblere Seite der Band, der ruhige Intropart von "Coming Home" leitet in ein weiteres unvergessliches Stück über, das auch heute noch gern live gespielt wird! Das Album besticht durch das tighte Rhythmusfundament der Herren Rarebell und Buchholz, auf dem das Gitarrentandem Matthias Jabs und Bandleader Rudolf Schenker ihre Six-String-Eskapaden vollführen konnten, wobei das Album (neben den starken Soloteilen) vor allem von der Rhythmusgitarre Schenkers getragen wird, welche eine perfekte Symbiose mit Jabs´ Leadgitarre eingeht. Maßgeblich für den Erfolg mitverantwortlich war natürlich Klaus Meine, der Mann mit der großen Stimme. Man mag denken, was man will, den "kleinen Deutschen" erkennt man in der Akzentuierung des Englischen, jedoch ist der ein wenig näselnde Ausnahmesänger ein absolutes Alleinstellungsmerkmal der SCORPIONS, und verpasste im Gesamtkontext diesem Kracheralbum seine ganz besondere Note.

"The Same Thrill", "As Soon As The Good Times Roll" und das mit Marschgetrommel unterlegte, im Vergleich zum Rest (der inhaltlich durchfeierte Nächte, das Rockstarleben und die Gefühle dem weiblichen Geschlecht gegenüber behandelte) ernstere "Crossfire" sind beileibe keine schlechten Songs, treten jedoch gegenüber den genannten Stücken oder auch dem Mitbrüller "Big City Nights" ein wenig in den Schatten, was aber die Ausnahmequalitäten dieser Titel zeigt. Ganz am Ende des Albums findet sich noch DER Schmachtfetzen überhaupt, zu dem wohl Zigmillionen Musikfans schon ihre Gefühle gefunden bzw. erfahren haben. "Still Loving You" ist eine der Metal-Power-Balladen überhaupt, ohne den ein einschlägiger Sampler gar nicht auskommen kann. Ein derart intensiver und geschmeidiger Liebessong mußte - ebenso wie "Hurricane" - einfach in die Annalen der Musikhistorie eingehen, schwer Rock 'n' Roll Hall Of Fame-verdächtig!

Auf Tonträger festgehalten, dokumentiert das auf der dazugehörigen Tour mitgeschnittene "World Wide Live" (1985) all diese Riesenerfolge und ist eines meiner meistgehörten Alben überhaupt. Welchen Status die Band damals in den Staaten hatte, zeigen etwa illustre Supportbands wie etwa BON JOVI. Die in den Siebzigern gegründeten SCORPIONS befanden sich in jenen Tagen am Zenit ihrer Rock- und Metalkarriere, welchen sie allerdings noch lange Zeit prolongieren konnten, bevor ihnen Glasnost und Perestroika einen wahren Welthit bescheren sollte und die Band noch über lange Zeit präsent hielt. Eingetütet in ein wieder sexuell konnotiertes Albumcover, das jedoch um einiges geschmack- und sinnvoller als etwa "Animal Magnetism" oder "Lovedrive" ausgefallen war, allerdings gegen das Vorgängeralbum mit Helnwein´s "Blackout"-Motiv abstank (aber songtechnisch mit dem Titelsong, "Can´t Live Without You" oder "Dynamite" kräftig vorlegte), ist dieser Klassiker, fast ausnahmslos vollgepackt mit Weltklassenummern und zurecht ein riesiger Erfolgsbaustein in der Bandgeschichte und ein Meilenstein der Rockmusik überhaupt."

So weit mein bereits zu einem früheren Zeitpunkt verfaßtes Classic-Review zu diesem Kracher, der die Band endgültig in die Rock n´ Roll-Hall Of Fame katapultieren sollte und bis auf Platz 6 der US-Charts hochstieg. Die Bonustracks werden das Fan-Herz hüpfen lassen. Während die unveröffentlichten Demo-Tracks "First Sting Jam No.1", "Living At Night" und das noch nie gehörte "Anytime (You Want It)" eher überflüssiges Beiwerk sind, lassen die roheren Demo-Versionen der Albumtracks "Coming Home" und "Still Loving You" aufhören. Zudem bekommt der Fan auf CD 2 eine amtliche Livepackung in Form des bombigen und packenden Mitschnitts des Konzerts im Madison Square Garden von New York City vom 06.07.1984. Als ob das nicht schon genug wäre, gibt´s auch noch SCORPIONS für´s Auge mit den Videoclips zum Album, TV-Mitschnitten und einem weiteren Interview.

CD 1
1. Bad Boys Running Wild  3:54
2. Rock You Like A Hurricane  04:16
3. I´m Leaving You  04:16
4. Coming Home  04:58
5. The Same Thrill  03:30
6. Big City Nights 04:08
7. As Soon As The Good Times Roll  05:01
8. Crossfire  04:31
9. Still Loving You  06:26
10. Coming Home – Unreleased Demo Version (Bonus Track) 03:16
11. Living At Night – Unreleased Demo Song (Bonus Track)  04:20
12. First Sting Jam No.1 – Unreleased Demo (Bonus Track) 01:21
13. Anytime (You Want It) – Unreleased Demo Song (Bonus Track)  05:07
14. Still Loving You – Unreleased Demo Version (Bonus Track) 05:46

CD 2
1. Intro Live At Madison Square Garden / New York City (06.07.1984)
2. Coming Home Live At Madison Square Garden / New York City (06.07.1984)
3. Blackout Live At Madison Square Garden / New York City (06.07.1984)
4. Bad Boys Running Wild Live At Madison Square Garden / New York City (06.07.1984)
5. Loving You Sunday Morning Live At Madison Square Garden / New York City (06.07.1984)
6. Big City Nights Live At Madison Square Garden / New York City (06.07.1984)
7. Holiday (acoustic) Live At Madison Square Garden / New York City (06.07.1984)
8. Still Loving You Live At Madison Square Garden / New York City (06.07.1984)
9. Rock You Like A Hurricane Live At Madison Square Garden / New York City (06.07.1984)
10. The Zoo Live At Madison Square Garden / New York City (06.07.1984)
11. Dynamite Live At Madison Square Garden / New York City (06.07.1984)

DVD
1. Rock You Like A Hurricane (Video Clip)  04:16
2. I`m Leaving You (Video Clip)  04:16
3. Big City Nights (Video Clip) 04:08
4. Still Loving You (Video Clip) 06:26
5. Rock You Like A Hurricane (TV Show Germany 1985)  04:16
6. Still Loving You (TV Show Germany 1985)  06:26
7. Still Loving You (TV Show Germany 1984) 06:26
8. Big City Nights (Monsters Of Rock Germany 1986)  04:15
9. Interview Special With Rudolf Schenker, Klaus Meine, Matthias Jabs, Herman Rarebell

 

"World Wide Live" (1985)

Die Platinerfolge in Amerika sicherten Schenker und Co. volle Stadien und Menschenmassen, die der erfolgreichsten Hardrock/Metal-Combo aus Deutschland huldigten. Die Hannoveraner waren nun endgültig in der Königsklasse angekommen und regierten den Musikzirkus mit. Sie hatten es als Deutsche im Mekka des Musikzirkus, den USA, geschafft und gingen durch die Decke. Von diesen Erfolgen legt dieser Livedoppeldecker Zeugnis ab, das zweite Livealbum in der Bandhistorie. Tosender Applaus zigtausender begeisterter Fans, eine Setlist zum Niederknien und ein vor Dynamik und Energie nur so strotzendes Liveereignis wurde auf Tonträger gebannt. Eines der besten und elektrisierendsten Livealben ever. Einziger Kritikpunkt ist die Tatsache, dass kein Konzertereignis am Stück dokumentiert wurde, sondern die Doppel-CD aus den Konzerten in San Diego, Los Angeles, Costa Mesa, Paris und Köln zusammengeschnitten wurde.

Klaus Meine dirigierte die agil aufspielende Truppe, die klassische und erfolgreichste Besetzung der SCORPIONS, mit Francis Buchholz am Bass, Flying V-Schenker, Biene Maja-Matthias Jabs sowie Herman "The German" Rarebell hinter der opulenten Schießbude. Wer sich nicht am leicht nöligen Organ von Meine störte, der konnte sich an diesem Album einer der energetischsten Livebands der Welt erfreuen, die Bühnengimmicks wie die SCORPIONS-Pyramide kultivierte und den Globus rockte. Zu hören gab es intensive Versionen von Hardrock- und Metal-Weltklassikern, allerdings nur Titel der letzten vier Alben, kerniger im Gitarrensound, verhallter im Gesamtsoundbild und mit dynamischem Stadionrock-Feeling, das die Zuschauermassen förmlich greifbar machte, ganz großes und emotionales Audio-Kino!

Auf der "Love At First Sting"-Tournee, im Rahmen derer die Band über 200 Konzerte absolvierte, konnte die Band den New Yorker Madison Square Garden mehrmals ausverkaufen, auf namhaften Festivals (Headliner beim Day On The Green oder Rock in Rio) weltweit auftreten und als fulminanten Heimspiel-Triumphzug das damals größte Metal-Festival Europas, die (deutschen) MONSTERS OF ROCK headlinen. Als Bonus hat man noch eine DVD dazugepackt, die den 1985 als VHS veröffentlichten "World Wide Live"-Mitschnitt sowie ein Interview mit Rudolf Schenker, Klaus Meine, Matthias Jabs und Herman Rarebell enthält.

CD
1. Countdown  0:41
2. Coming Home  03:17
3. Blackout  04:11
4. Bad Boys Running Wild  3:45
5. Loving You Sunday Morning  04:41
6. Make It Real  03:51
7. Big City Nights  04:49
8. Coast To Coast  04:40
9. Holiday  03:12
10. Still Loving You  05:44
11. Rock You Like A Hurricane  04:04
12. Can`t Live Without You  05:28
13. Another Piece Of Meat  03:36
14. Dynamite  07:05
15. The Zoo  05:46
16. No One Like You  04:07
17. Can`t Get Enough Pt.1  01:59
18. Six String Sting  05:18
19. Can`t Get Enough Pt.2  01:52

DVD
1. Coming Home  03:17 World Wide Live (Originally Only Available On VHS)
2. Blackout  04:11 World Wide Live (Originally Only Available On VHS)
3. Big City Nights  04:49 World Wide Live (Originally Only Available On VHS)
4. Loving You Sunday Morning  04:41 World Wide Live (Originally Only Available On VHS)
5. No One Like You  04:07 World Wide Live (Originally Only Available On VHS)
6. Holiday  03:12 World Wide Live (Originally Only Available On VHS)
7. Bad Boys Running Wild  03:45 World Wide Live (Originally Only Available On VHS)
8. Still Loving You  05:44 World Wide Live (Originally Only Available On VHS)
9. Rock You Like A Hurricane  04:04 World Wide Live (Originally Only Available On VHS)
10. Dynamite  07:05 World Wide Live (Originally Only Available On VHS)
11. Interview Special With Rudolf Schenker, Klaus Meine, Matthias Jabs, Herman Rarebell         

 

"Savage Amusement" (1988)

Die SCORPIONS heimsten auf dem bisherigen Höhepunkt ihrer Karriere Lorbeeren ohne Ende ein. Nach der bis in den Herbst 1986 hineinreichenden Tour mußte man erst zur Ruhe kommen, bevor vier Jahre nach "Love At First Sting" der Nachfolger auf den Markt kam. Maßgebliche Schuld daran trugen die Differenzen mit Produzent Dieter Dierks, von dem sich die Band in der Folge auch trennte. Von Beginn an waren der Unterschied zum Albumvorgänger und die inzwischen verstrichene Zeit merkbar. Schon beim famosen Opener "Don´t Stop At The Top" zeigte sich die deutlich zeitgemäßere Produktion samt modernem Gitarrensound. Klar, aber auch deutlich künstlicher im Klangbild trumpften die Scorps mit tollen Nummern wie dem von Drummer Hermann Rarebell geschriebenen "Passion Rules The Game" oder dem knackigen Melodic-Kracher "Media Overkill" auf. Doch auch das speedige "Love On The Run" und das melodische "We Let It Rock…You Let It Roll" vermochten in den Endachtzigern zu gefallen, auch die Kultur der einschmeichelnden (Power-)Ballade wurde in Form von "Rhythm Of Love" (die erste Auskoppelung) und "Believe In Love" nahtlos fortgeführt. Gekonnt ist eben gekonnt und die bewährte Rezeptur "Emotionale Powerballaden und energetische Hardrockkracher" war den Skorpionen ohnehin schon vor Jahren in Fleisch und Blut übergegangen.

Gesettelt und gereift wirkten die Hannoveraner, die mit diesem, mit einem recht nichtssagenden Cover ausgestatteten Album, das einen weiteren Wendepunkt in der langen Karriere einläutete, zu neuen Ufern aufbrechen konnte. Im Zuge des Albums, das noch einmal hohe Chartpositionen (USA: Platz 5) erobern konnte, führte der Weg des Fünfers auch nach Rußland, wo die SCORPIONS im Frühjahr 1988 als zweite westliche Rockband überhaupt auftraten. Weiters ging es u.a. mit den Monsters Of Rock in den Staaten wieder auf die gigantischen Konzertbühnen dieser Welt, bevor die Band im August 1989 mit OZZY OSBOURNE, BON JOVI und anderen US-Rockgiganten beim gigantischen "Moscow-Music-Peace-Festival" auftrat. Die Eindrücke und Stimmung dieses Konzerts verarbeitete Texter Klaus Meine wenig später in einem Manifest der Veränderung und pfiff den "Wind Of Change" ein.

Neben der inzwischen von der "Best of Rockers 'n' Ballads"-Zusammenstellung her bekannten "I Can´t Explain"-Coverversion von THE WHO, die ihre Daseinsberechtigung absolut verdient, finden sich mit "Dancing In The Moonlight", "Don`t Wait Too Long", "Edge Of Time", dem fetzigen "Fast And Furious"-Instrumental und den absolut ausbaufähigen "Living For Tomorrow" und "Taste Of Love" ansprechende (für Fans natürlich verpflichtende!), allesamt unveröffentlichte Demo-Titel, die aber im Vergleich zurecht keine Album-Berücksichtigung fanden, für andere Combos aber Geschenke der Götter wären. Auf visueller Seite gibt es auf der Bonus-DVD die Videoclips zu "Rhythm Of Love", "Passion Rules The Game", "Believe In Love" und "I Can`t Explain" sowie die Dokumenation "To Russia With Love And Other Savage Amusements" und als Abrundung ein Interview.

CD
1. Don`t Stop At The Top  04:03
2. Rhythm Of Love  03:47
3. Passion Rules The Game  03:58
4. Media Overkill  03:32
5. Walking On The Edge  05:05
6. We Let It Rock…You Let It Roll  03:38
7. Every Minute Every Day  04:21
8. Love On The Run  03:35
9. Believe In Love  05:20
10. Taste Of Love – Unreleased Demo Song (Bonus Track)  04:39
11. Edge Of Time – Unreleased Demo Song (Bonus Track)  04:36
12. Fast And Furious – Unreleased Demo Song (Bonus Track)  03:11
13. Dancing In The Moonlight – Unreleased Demo Song (Bonus Track)   03:07
14. Living For Tomorrow – Unreleased Demo Song (Bonus Track) 03:30
15. I Can`t Explain (The Who Cover Version)  03:22

DVD
1. Rhythm Of Love (Video Clip)  03:47
2. Passion Rules The Game (Video Clip)  03:58
3. Believe In Love (Video Clip)  05:20
4. I Can`t Explain (Video Clip)  03:22
5. Documentary With Clips And Live Material To Russia With Love And Other Savage Amusements
6. Interview Special With Rudolf Schenker, Klaus Meine, Matthias Jabs, Herman Rarebell

 

"Crazy World" (1990) enthielt mit "Don´t Believe Her" und "Tease Me, Please Me" grandiose Hardrocksmasher und eine geniale Ballade: "Send Me An Angel". Doch halt, da war doch noch etwas! Genau: "Wind Of Change"! Dass diese geniale wie ruhige Nummer mit dem fast albern anmutenden Gepfeife ein Welthit werden sollte, zudem das (Lebens-)Gefühl einer ganzen Generation vertonte und der Soundtrack für ein historisches Ereignis war, damit war bei Veröffentlichung nicht zu rechnen. Und welche Band kann so etwas von sich zu behaupten? Der Rest ist Geschichte, die Mauern im Kopf fielen ebenso wie die tatsächlichen, die Kasse klingelte und die SCORPIONS hatten einen Welthit geschrieben, den wohl jedes Kind nachsummen kann. Dass die Deutschen auch schon vorher Hardrock/Metal-Geschichte geschrieben haben, davon zeugt dieser Artikel, die weitere Historie dauert bis heute, bis zum aktuellen Longplayer "Return To Forever" an! Für Fans sind diese Deluxe-ReReleases allein schon wegen dem massenhaften Bonusmaterial aus der Ära des jeweiligen Albums essentiell und auch Neueinsteiger dürfen ihr Geld direkt in diese wertig aufgepeppten BMG/SPV-ReReleases investieren! Gibt es natürlich auch auf Vinyl!

 

=> Hier geht es zu TEIL 1 der „50th ANNIVERSARY DELUXE EDITIONS”-Story

 

 

 


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