WISHBONE ASH: Road Warriors Tour 2016

Veröffentlicht am 21.01.2016

Die britischen Rockveteranen waren zwar meistens irgendwo in der zweiten Reihe zu finden und auch die Hits verhalfen ihnen nie wirklich zum Durchbruch.Trotzdem hat Andy Powell die Combo bis ins neue Jahrtausend hieven können und irgendwie hat man es ohne Unterbrechung geschafft, stets qualitativ hochwertige Rock/Blues-Scheibletten abzuliefern - so wie erst 2014 mit dem lupenrein produzierten "Blue Horizon". Seit 2007 spielen WISHBONE ASH nun in fixer Vierer-Besetzung und der zweite Teil der aktuellen "Road Warriors"-Tour startet am 11. Februar im Wiener Reigen, der sich bereits mit Gigs von Rock-Dinosauriern wie JANE, den PRETTY THINGS oder CARL PALMER einen Namen gemacht hat.

Ab den frühen Siebzigern waren WISHBONE ASH unter den populärsten britischen Hard-Rock-Acts zu finden. Die Wurzeln der Band gehen bis in den Sommer 1966 zurück, als Drummer Steve Upton zusammen mit Martin Turner und Glen Turner eine Band mit Namen EMPTY VESSELS gründete. Die Band änderte ihren Namen bald in TANGLEWOOD und zog nach London. Während eines Gigs im Country Club in Hampstead wurden sie vom angehenden Rock-Manager Miles Copeland entdeckt, der besonders von den Jazz- und Progressive-Einflüssen der Band begeistert war und ihnen daraufhin anbot, ihr Manager zu werden.

Glen Turner verließ die Band bald darauf und auf eine Anzeige meldeten sich gleich zwei Gitarristen: David Alan "Ted" Turner und Andy Powell legten das Fundament für den unverkennbaren Sound der Band: Die in sich verschränkten Gitarrenriffs, doppelte Leads und Statements sowohl aus dem Soul als auch aus dem Blues, ergänzt durch Martin Turner's melodisches Bassspiel und Steve Upton's sehr vom Jazz beeinflusstes Drumming.

Fehlte nur noch der passende Name und nach einigen Vorschlägen des Managers, die wieder verworfen wurden, war WISHBONE ASH der geeignete Kandidat unter den eifrig zusammengekritzelten Namen. Wochenlang übte die Truppe in Copeland's Haus, schrieb komplett neue Songs und spielte bald ihren ersten Live-Gig als Opener für THE AYNSLEY DUNBAR RETALIATION. Es dauerte nicht lange und die Band durfte für DEEP PURPLE eröffnen. Ein spontaner Jam beim Soundcheck zwischen Ritchie Blackmore und Powell brachte einen Deal mit American Decca Records.

Das selbstbetitelte, erste Album erschien 1970, es folgten die Großtaten "Pilgimage" und "Argus", die beide einen Quantensprung im Band-Sound darstellten. Das 1973 veröffentlichte "Wishbone Four" zeigte die Band schließlich erwachsen und war das erste voll durchkonzipierte Album der Combo: Das Songwriting versteckte sich nicht mehr nur hinter einer progressiven Maske, sondern reichte bis zu den Folk-Wurzeln der einzelnen Mitglieder hinunter, ohne den harten Sound der Band zu verraten. Das Album bedeutete auch den Abgang von Ted Turner, der von Laurie Wisefield ersetzt wurde.

Es folgten die Alben "Locked In" und "New England", Martin Turner verließ die Band nach den Aufnahmen zu "Just Testing" 1979, und wurde vom ex-KING CRIMSON-Bassisten John Wetton ersetzt. WISHBONE ASH schlugen sich wacker durch die Achtziger, vereinten sich 1986 sogar mit ihrem ehemaligen Manager Copeland, der mittlerweile mit dem Management von THE POLICE zu den Big Playern im Business gehörte und sein eigenes Label IRS Records gegründet hatte. WISHBONE ASH nahmen drei Alben für IRS auf, im legendären Line-Up Powell, Upton, Ted und Martin Turner.

Auch in den Neunzigern arbeitete die Band hart, Powell und Turner zogen mit WISHBONE ASH live um den Planeten. Seit 2007 ist nur noch Andy Powell von der alten Garde übrig, das Line-Up jedoch konstant und mit "Blue Horizon" (2014) und der aktuellen Live-DVD "Live In Paris" zeigt man, so wie auf der jetzt anstehenden Tour, dass man noch lange nicht zum alten Eisen gehört, auch wenn rings herum die Superstars wie die Fliegen sterben...


(Biografie von Bruce Eder; ergänzt)
 


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