Underground von Unten - österreichische Musik gehört gehört! Vol 6

Veröffentlicht am 03.02.2016

Das Mineraliensuchen im Bergwerk der österreichischen Musikszene geht in die sechste Runde! Wieder haben wir fünf Bands unterschiedlichster Stilrichtungen für euch aus der Doline der harten Musik geborgen, hübsch aufpoliert und in diesem Schaukästchen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Doch nun lasst uns die Schätzchen ausbreiten und eingehend begutachten...

 


 

FEISTY PREY (Modern Metal, Steiermark)

  • 1. Hang Loose
  • 2. Setting Sails
  • 3. Onetyone
  • 4. Boogie Man
  • 5. Bruce Prisnan
  • 6. Bus Stop
  • 7. Scratch The Itch
  • 8. Eiffel
  • 9. Pregnant Cat
  • 10. Corkscrew
  • 11. Schrumm Schrumm

Wir starten in der grünen Mark, bei FEISTY PREY. Gegründet bereits im Jahre 2008, brachten die Grazer schon im Folgejahr die EP "Followed By Machines" heraus, ehe es für einige Zeit recht ruhig um die Formation wurde. Mehrere Besetzungswechsel sorgten dafür, dass bandtechnisch nur wenige Fortschritte erzielt werden konnten, doch seit etwa einem Jahr scheint der steirische Fünfer nun stabil zu sein. In dieser Besetzung nahm man auch das Debütalbum "Dysfunctional Legs" auf, das in kompletter Eigenregie aufgenommen und im Dezember 2015 veröffentlicht wurde. Geboten wird auf dem Album ein buntes Stilpotpourri aus verschiedensten metallischen Spielarten, verankert hauptsächlich in den modernen Metal-Strömungen.

So präsentiert sich "Dysfunctional Legs" häufig relativ Core-lastig mit massig Breakdowns, aber auch ein hoher Melodieanteil wie beispielsweise bei "Setting Sails" wird nicht außer Acht gelassen. Dazwischen gibt es bewusst gesetzte Disharmonien, fast schon im Bassbereich herumgrundelndes, sattes Riffing, schleppendes Midtempo, gemischt mit rasenden Eruptionen, sowie derbstes Geschrei als Gegenpart zu träumerisch-melodischen Cleangesang-Passagen. Das alles exerzieren FEISTY PREY handwerklich äußerst gut vor, lediglich übertreiben sie es gerade durch die häufigen Tempowechsel zum Teil fast ein wenig mit der Abwechslung. Natürlich will man gerade auf dem Debüt mit bester Technik und komplexesten Rhythmikstrukturen zeigen, was man kann, aber das geht im Endeffekt auch ein bißchen zu Lasten der Eingängigkeit. Ein Extrasternchen gibt es dafür für den für Eigenproduktions-Verhältnisse wirklich fett geratenen Sound - bei FEISTY PREY gibt es wirklich ziemlich kantig einen auf die Mütze! Da sollte sich jeder Freund der modernen Klänge nicht vom komplexen Songmaterial abschrecken lassen, sondern unbedingt einmal ein Ohr riskieren, denn dieser Scheiß ist wirklich heiß!

Keine Gefangenen werden auf Facebook gemacht und für den akustischen Appetithappen gibt es Bandcamp. Wer auch gerne ein Bild zum Ton hätte, ist mit diesem Beispielvideo mehr als gut bedient:

 


 

FEISTY PREY     RESTARE     COMPANION     MARTA     NICK OF LETHE


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